Verglichen mit dem Marathon vom Samstag, war das Heads-up um den Titel des WSOP Main Event Champions, zwischen Darvin Moon und Joe Cada, ein kurze Angelegenheit. Die 87 Hände (bzw. knapp drei Stunden) waren dennoch spannend, da die Führung wechselte und beide Spieler um ihr Turnierleben fürchten mussten.
In Level 39 (500.000/1.000.000, Ante: 150.000) ging es weiter, Cada hielt eine 2,3:1-Chipführung, doch Darvin Moon schnappte sich gleich in der ersten Hand einen Pot mit gut 50 Millionen Chips. Zunächst hatte Moon vom Button nur gecallt, aber Joe Cada erhöhte vom Big Blind auf 3,5 Millionen. Moon callte und der Flop brachte 3♠K♠2♦. Cada setzte weitere 3,5 Millionen, doch diesmal raiste Moon auf insgesamt 10 Millionen. Cada callte und tat dies auch für weitere 10 Millionen nach dem A♦ am Turn. Nach dem K♣ schlief die Action dann doch ein, beide Spieler checkten und Moon schlug mit Pocketqueens 9♦9♣ von Cada.
Es entwickelte sich ein munteres Spielchen. Cada holte sich die Chips nach und nach zurück, dann ging Moon für kurze Zeit sogar in Führung. Pünktlich zur ersten Pause waren die Stacks nahezu ausgeglichen.
Joe Cada - 99.300.000
Darvin Moon - 95.500.000
Moon kam nach dem Break wesentlich besser in Schwung und gewann acht der ersten zehn Hände, bei einem Splitpot, ohne Showdown. In der zehnten Hand hatte Moon ein Raise von Cada vor dem Flop gecallt. 3♥5♦A♣ wurde gedealt, Moon setzte von vorn 5 Millionen und Cada erhöhte auf 13 Millionen. Das beeindruckte den Holzfäller aus Maryland aber keineswegs, er legte sich fünf Stapel mit Chips zurecht und die reichten, um Cada zum Fold zu bewegen und Moon eine 3:1-Führung zu bescheren.
In Hand #346 (die 70. im Heads-up), war Cada dann erstmals All-in, aber seine Four-Bet vor dem Flop wurde nicht gecallt. Zehn Hände später sah das Ganze anders aus. Cada raiste auf 3 Millionen, Moon callte und der Dealer legte T♣5♦9♥ in die Mitte. Beide Spieler checkten und es folgte die T♦ am Turn. Moon checkte erneut, sodass Cada die Initiative übernahm und noch einmal 3 Millionen ansetzte. Plötzlich annoncierte Moon das All-in, Cada versuchte ruhig zu bleiben und ließ sich tief in seinen Stuhl sinken. Letztlich kam es ganz leise über seine Lippen: „I call." Cada riskierte sein Turnierleben, aber er lag vorn mit J♥9♥ für zwei Paare gegen 7♠8♠ von Moon für den Openender. Der River brachte die 3♥ und der 21-jährige Cada lag mit 108.300.000 in Chips wieder vorn.
Diesmal ließ sich der junge Pro aus Michigan die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Mit Two Pair baute er die Führung in Hand #359 aus und fünf Hände später bahnte sich die Entscheidung an. Cada hatte erneut für 3 Millionen den Pot eröffnet, Moon reraiste auf 8 Millionen und Cada, der seine Holecards noch einmal kontrolliert hatte, annoncierte das All-in. Moon war am Zug und entschied sich recht zügig für den Call. Es kam zum Showdown und somit musste Moon erstmals um sein Turnierleben fürchten.
Cada - 9♣9♦
Moon - Q♦J♦
Der Flop brachte dann 8♣2♣7♠. Cada lag weiter vorn und es fehlten noch zwei Karten zum Sieg. Am Turn folgte der K♥. Noch eine Karte. Die 7♣ am River machte dem Spuk dann tatsächlich ein Ende, der 21-jährige Joe Cada jubelte. Er hatte Geschichte geschrieben, geht als jüngster Champion aller Zeiten in Bücher ein und ist um $8.547.042 reicher.
Darvin Moon muss sich nicht grämen, der Holzfäller aus Maryland hat mit Sicherheit mehr erreicht, als er jemals zu träumen gewagt hatte und wird dafür mit stolzen $5.182.928 belohnt. Auch Cada bestätigte die "tolle Leistung" seines Kontrahenten und bedankte sich dann artig bei seinem Anhang: "Ich möchte mich bei allen Leuten bedanken, die mich hier unterstützt haben. Ich weiß, dass sich viele von euch extra frei genommen haben, um hier dabei zu sein. Ich weiß dies zu schätzen."
Zu den Pay-outs vom Finaltisch.








