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World Cup of Poker VI: Taiwan gewinnt

WCP logo.JPGDas Finale des World Cup of Poker VI begann erwartet verhalten, denn alle Teams waren mit genügend Chips ausgestattet und spielten zunächst sehr tight. Es vergingen fast fünf Stunden, bis sich mit den Chilenen das erste Team vom Finale verabschieden musste. Chile war mit den wenigsten Chips (20.000) in das Finale gestartet und der Chipstack schrumpfte Level für Level, ehe es mit den restlichen 6.000 zum All-in kam. Taiwan isolierte mit Pocketjacks, Chile drehte J♥T♦ und das Board veränderte nichts. Somit blieb den Südamerikanern ein Preisgeld in Höhe von $5.000.

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Bei Blinds in Höhe von 800/1.600 (Ante: 200) folgte der Aufreger des Tages, der ausgerechnet durch das deutsche Team ausgelöst wurde. Aber alles der Reihe nach. Italiens Kapitän hatte den Pot vom Button für 4.000 Chips eröffnet, Sascha Cornils saß am Button, überlegte kurz und erhöhte auf 8.000. Im Big Blind saß Kanadas Kapitän Darus Suharto und der ließ zunächst den Stack des deutschen Teams zählen, ehe er oben drüber All-in pushte. Luca verabschiedet sich aus der Hand und Sascha schaute nervös an die Rail zu seinem Kapitän Jan Heitmann, der sofort reagierte und den Timeout ansagte. Sascha bestätigte die Geste am Tisch und das Team zog sich zur Beratung zurück. Viel gab es dann allerdings nicht zu diskutieren, Jan schickte Sascha zurück an den Tisch und der callte zum All-in für Deutschland. Dem Showdown folgte ein Aufschrei von den Rängen. Darus Suharto drehte zwei rote Kings um und Sascha zeigte mit A♣A♥die Preflop-Nuts. Rumms!

„Slowroller!" riefen die Kanadier, die den Timeout natürlich überhaupt nicht verstehen konnten. Darus Suharto nahm es locker und nachdem das Board mit 8♦8♣3♠6♥J♦ gedealt war und Deutschland auf 81.200 verdoppelt hatte, wurde natürlich heftig diskutiert. Doch auch wenn die Asse natürlich niemals vor dem Flop gefoldet werden können, muss ich hier für Sascha eine Lanze brechen. Der 23-Jährige Hobbyspieler hat so gut wie keine Liveerfahrung vorzuweisen, sitzt dann plötzlich mit einer gehörigen Portion Nervosität an einem TV-Table mit vielen Zuschauern an den Rails, es geht um viel Geld und er hat die Entscheidung zu treffen, die das All-in für seine Mannschaft bedeutet und im schlimmsten Fall das vorzeitige Aus. George Danzer formulierte es schon richtig im Livestream: „Das war natürlich überflüssig, aber nicht absichtlich bösartig. Am Ende wohl das witzigste Slowroll, das ich je gesehen habe."

Die Möglichkeit zum Timeout war also aufgebraucht, aber irgendwie läutete diese Hand die richtige Action beim World Cup ein.

Seat 1 - Finnland - 98.600
Seat 2 - Kroatien - 122.500
Seat 3 - USA - 37.600
Seat 5 - Taiwan - 70.800
Seat 6 - Norwegen - 28.200
Seat 7 - Italien - 61.500
Seat 8 - Deutschland - 81.200
Seat 9 - Kanada - 39.600

Die Blinds stiegen auf 1.000/2.000 (Ante: 200) und Norwegen verabschiedete sich auf dem achten Rang ebenfalls für $5.000. Finnland hatte für 4.600 eröffnet, Raymond Wu callte für Taiwan und Norwegen ging mit 24.000 All-in. Finnland foldete, aber Wu callte mit K♠Q♠. Norwegen zeigte 4♥4♦ und das Board wurde mit J♦6♠6♦Q♣9♥ gedealt.

Zwei Levels später (2.000/4.000, Ante: 400) war das Team Finnland mit 6.700 Chips short und callte, nach einem Raise von Jan Heitmann auf 8.000, zum All-in. Jan zeigte Q♣J♦ und behielt gegen T♥5♠ die Oberhand. Für Finnland gab es $10.000 Preisgeld.

Auf Platz sechs war der World Cup für Italien beendet ($10.000). Shortstacked pushte Manucuso bei Blinds in Höhe von 2.500/5.000 (Ante: 500) für 27.000 mit K♣T♠ All-in und Kanada isolierte mit einem Re-raise All-in und Pocketkings. Das Board wurde mit J♦4♣5♥A♥K♠ gedealt und nur noch fünf Teams hatten die Chance auf den Titel.

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Jan Heitmann


Die deutsche Mannschaft war gut dabei und lag mit 138.000 Chips zur Dinnerbreak auf Rang zwei hinter den USA (156.500). Doch dann verlor Rasmus einen großen Pot. Die USA hatten für 16.000 eröffnet, Rasmus Ludke auf 40.000 erhöht und nach dem Call kam der Flop mit 8♠K♦9♦. Beide checkten und auch das A♣ am Turn wurde nicht angespielt. Den K♣ am River spielte Rasmus dann mit 35.000 an, Templin callte und Rasmus foldete sofort. Damit blieben nur noch 72.000 in Chips und im nächsten Level (3.000/6.000, Ante: 500) pushte Rasmus dann, nachdem zu ihm im Small Blind gefoldet wurde, All-in. Im Big Blind callte der Kanadier mit A♦J♥, Rasmus zeigte 6♦3♣ und der Dealer legte J♥Q♥5♥A♠Q♦ in die Mitte. Damit stand am Ende der fünfte Rang für den Titelverteidiger zu Buche, der ebenfalls mit $10.000 dotiert war.

Auch das US-Team brach danach ein und musste sich mit Platz vier begnügen, der allerdings schon $30.000 wert war. Vanessa Rousso callte das All-in von Raymond Wu mit 4♣4♥ und der Kapitän vom Team Taiwan zeigte K♣J♣. Das Board wurde mit 8♣Q♣5♠3♦9♣ gedealt, Flush für Taiwan und die Führung im Chipcount.

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Vanessa Rousso


Aufgrund der hohen Blinds wurde längst „push or fold" gespielt und es dauerte nicht lange, da waren auch die Chips von Kanada im Pot untergebracht. Taiwan callte mit Pocketkings, der Kanadier drehte A♥6♦ um und das Board änderte nichts, sodass Kanada für Rang drei $50.000 erhielt und Taiwan mit gut 461.000 Chips gegenüber 79.000 ins Heads-up gegen Kroatien ging.

Das dauerte ebenfalls nicht allzu lange. Die Kroaten mussten etwas tun und letztlich wurde ein All-in mit J♥9♣ von Taiwan mit A♠2♠ gecallt. Der Flop brachte Kroatien zwar Twopair (A♦J♠9♠), aber zugleich auch jede Menge Outs für Taiwan und gleich am Turn materialisierte sich der Flush durch die 7♠. Nach der T♠ am River war dann alles vorbei. Taiwan mit Teamkapitän Raymond Wu schnappte sich den World Cup of Poker VI sowie $100.000 Preisgeld und für Kroaten durften sich mit $70.000 trösten.

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Das Siegerteam aus Taiwan


Die Pay-outs:

1. Platz - $100.000 ($20.000 pro Spieler) - Taiwan
2. Platz - $70.000 ($14.000 pro Spieler) - Kroatien
3. Platz - $50.000 ($10.000 pro Spieler) - Kanada
4. Platz - $30.000 ($6.000 pro Spieler) - USA
5. Platz - $10.000 ($2.000 pro Spieler) - Deutschland
6. Platz - $10.000 ($2.000 pro Spieler) - Italien
7. Platz - $10.000 ($2.000 pro Spieler) - Finnland
8. Platz - $5.000 ($1.000 pro Spieler) - Norwegen
9. Platz - $5.000 ($1.000 pro Spieler) - Chile

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