2009 WCOOP: George Danzer spricht

teampro-thumb.JPGTeam PokerStars Pro George Danzer ist schon lange im Poker-Geschäft dabei und sorgte erstmals beim Main Event der WSOP 2006 am TV-Table für Aufsehen. Seitdem jagte er aber seinem ersten wirklich großen Turniersieg hinterher und vielleicht ist dies auch der Grund, warum George nach seinem Triumph beim WCOOP-Event #19 vor einer Woche nicht völlig ausgeflippt ist, sondern sich über Ungeduld sowie Lust und Frust beim Turnierpoker so seine Gedanken gemacht hat. Und so sieht es also aus im Inneren von WCOOP-Champion George pusteblume Danzer:

Von George Danzer

Es ist hart die Konzentration zu halten

Nach dem Sieg des Bracelet im PLO Turnier mit Rebuy und Add-on bin ich einfach zu ungeduldig. Ich versuche die nächsten Turniere alle schon in der ersten halben Stunde zu entscheiden, dabei müsste ich ja eigentlich jetzt wissen, dass sich das Turnier erst in der letzten halben Stunde gewinnen lässt.

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Turniere sind frustrierend. Man kann alles geben und es läuft gut, aber irgendwie weiß man trotzdem, dass mit steigenden Blinds der Glücksfaktor immer größer wird. Das heißt es kommt die Situation, in der der Coinflip gewonnen werden muss oder sogar eine noch schlechtere Situation. Dann gewinnt man diesen und jetzt sind es 50 Leute und man hat vernünftig Chips. Gewonnen ist das Ding aber noch lange nicht.

Dann kommt wieder so eine Situation und wieder hängt alles am seidenen Faden - es geht ums Überleben.

Voraussetzung für diese Situation ist, dass man nicht, wie in den meisten Fällen, einfach schon gnadenlos ohne Cash ausgeschieden ist.

Jetzt hatte ich in meinem Leben schon viele solcher deep Runs mit gewonnen Coinflips und meinst du die waren befriedigend?

Final Table, volle Motivation, Adrenalin auf Anschlag und in der dritten Hand pushe ich AK gegen TT. Verliere den Flip und werde 6. (SCOOP) oder ich pushe 44 gegen AK und verliere den Flip als 7. (Sunday Million). Davon gibt es noch zehn andere Beispiele. Alles für die Katz.

Es gibt nur ein Ergebnis, dass befriedigend ist, und das ist der Turniersieg. Ich kenne einige sehr gute Spieler, die noch nie ein großes Turnier gewonnen haben und bis vor ein paar Tagen, dachte ich, ich würde niemals eines gewinnen.

Und gerade wenn man es am wenigsten erwartet und am meisten erhofft schlägt einem der Zufall ein Schnippchen und das durchbeißen und ankämpfen gegen den Frust und die schwindende Lust Turniere zu spielen macht sich bezahlt.

Dass es dann sogar ein Bracelet bei der WCOOP geworden ist, macht den Erfolg noch ein bisschen süßer, denn Weltmeister wollte ich mich schon immer nennen dürfen.

Aber zurück zur Ungeduld. Nach so einem Sieg muss man sich wieder in den Grindmodus zurückzwingen, um wieder die Chance zu bekommen, denn wenn man in den ersten Levels immer als Underdog am zocken ist, gibt man sich einfach nicht die Chance wieder so weit zu kommen.

Rechtzeitig zum großen Finale der WCOOP mit den Turnieren mit großem Buy-in ist mir das aber zum Glück wieder aufgefallen und jetzt wird wieder mit Geduld und Verstand agiert.

Und um noch eine Chance zu haben das Leaderboard zu gewinnen werden die restlichen Turniere alle gespielt.

Ihr könnt mir auf Pokerstars zusehen, oder vielleicht habt ihr Lust euch mit mir anzulegen?

George Danzer ist Mitglied im Team PokerStars Pro.