Johannes Strassmann: Reisen, Pokern und Business

Strassmann2.jpgvon Johannes Strassmann

In der letzten Zeit habe ich mich nicht so viel dem Pokerspiel gewidmet. Dies liegt zum einen daran, dass ich zum Jahresanfang in Miami, auf den Bahamas und in Toronto war und zum anderen musste ich einige Dinge koordinieren, die ich schon lange aufgeschoben hatte.

Das Jahr begann für mich ganz entspannt mit der Reise zum PCA. Ich habe
mich besonders auf diesen Event gefreut, da ich im letzten Jahr im letzten Moment nicht geflogen bin. Ich konnte dummerweise meinen Reisepass nicht mehr finden.

Die gesamte Anreise ging dieses Jahr allerdings auch nicht ganz ohne Beschwerden über die Bühne. Zuerst habe ich meinen Geburtstag in Miami gefeiert. Ich hatte hohe Erwartungen an die Stadt, da sie ja als die Partymetropole schlechthin, neben Las Vegas, in den USA gilt. Allerdings hatte ich nur einen Tag die Gelegenheit auszugehen, da ich nur für ca. 70 Stunden dort Aufenthalt hatte.

Was mich absolut überrascht hat war, wie Latino lastig diese Stadt ist, schätzungsweise 75% der Einwohner sind Latinos, 15% Farbige und ca. 10% Weiße. Viele sprechen nicht einmal mehr Englisch, sondern nur Spanisch, was mir natürlich nicht so entgegenkam, da meine Spanischkenntnisse, trotz drei Jahren Schule, nicht überlebensreif sind. Meinen Geburtstag habe ich dann in einem Club gefeiert, der wohl der krasseste Gangster-Club war, indem ich je gewesen bin. In der Hip-Hop/Rap Area habe ich den ganzen Abend keinen einzigen Weißen gesehen! Ich und mein Freund, ein Italiener den ich mit auf den Trip genommen habe, waren die einzigen. Die Leute waren allerdings sehr offen und zugänglich und ich hatte letztendlich eine coole Geburtstagsfeier.

Auf dem Flug auf die Bahamas habe ich dann im Flugzeug mein Handy verloren. Dies ist mir bisher noch nie passiert, Geldtasche und Handy waren davor immer save. Einzig positiv: mein Handy hätte auf den Bahamas sowieso nicht funktioniert.

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Auf den Bahamas angekommen, habe ich erst einmal gefühlte 1000 Leute getroffen, die ich durch Onlinepoker, Vegas, EPT oder Pokerstars kannte. Langweilig wurde es dadurch natürlich nie, auch wenn das Wetter leider miserabel für den Großteil des Trips war.

Wir hatten nur drei schöne Sonnentage und einen davon saß ich noch im Turnier. Übrigens bin ich an Tag zwei nach einem klassischen Coinflip ausgeschieden, worüber ich aber auch nicht so traurig war, da das Atlantis Resort ja eigentlich die Turnierlokation ist, bei der man am ersten Tag auch gerne die Badehose auspackt.

Erstmals war ich 2007 auf den Bahamas. Zu diesem Zeitpunkt war ich online bereits ein erfolgreicher Cashgame-Spieler, aber es war erst das zweite Mal, dass ich überhaupt live Poker gespielt habe und im Turnierpoker war ich absoluter Neuling. Es war dann auch ein einschneidendes Erlebnis die ganzen Pokerspieler, die ich nur durch ihre Online-Nicks kannte persönlich kennen zu lernen und auch einen ersten Eindruck von diesem Lebensstil als Profispieler zu bekommen. Damals spielte ich erst seit 3-4 Monaten Poker und für mich war alles so neu und spannend. Seitdem bin ich einen langen Weg gegangen, vor allem in Bezug auf Live-Turniere, und viel herumgekommen.

Den letzten Monat habe ich dann damit verbracht in Europa herumzureisen und mich um Verschiedene Dinge zu kümmern. Vor allem natürlich um den Aufbau meines Pokerportals, aber auch um meinen bevorstehenden Umzug nach Wien.

Als nächste Poker-Station steht die EPT Berlin Anfang März an, auf die ich mich sehr freue, da es wohl der wichtigste und größte jemals auf deutschem Boden ausgetragene Event wird. Zudem habe ich ja auch über zwei Jahre in Berlin gelebt und finde es ist eine tolle Stadt! In Deutschland wäre wohl keine bessere Lokation möglich gewesen.

Ich wünsche euch allen viel Glück bei der Qualifikation, vielleicht sehen wir in der Hauptstadt.