EPT Monte Carlo: Kein Tag für schwache Nerven

Der dritte Turniertag des PokerStars.com European Poker Tour Grand Finals in Monte Carlo war an Spannung kaum zu überbieten. Die ersten 30 der insgesamt 124 Pokerspieler, die an die Tische im Sporting Club des Monte Carlo Bay Hotel & Resort zurückkehrten, verabschiedeten sich recht schnell, doch danach entwickelte sich eine regelrechter Nervenkrieg.

Nach etwas über drei Stunden Spielzeit waren noch 81 übrig und es wurde Hand für Hand gedealt. Der Bubbleboy wurde gesucht, da nur die besten 80 Spieler in den Genuss eines Preisgeldes kamen. Die Shortstacks waren allerdings nicht bereit, kampflos die Waffen zu strecken. Immer wieder sprangen Spieler und Medienleute auf, wenn die Turnierleitung ein gecalltes All-in verkündete und immer wieder zogen die Bigstacks den Kürzeren. Um 19 Uhr war es dann aber endlich soweit. Surinder Sunar, der bereits einen WPT-Titel sein Eigen nennt, ging mit Pocketjacks all-in und wurde von Ricardo Sousa mit :Kh:Qh gecallt. Der Flop brachte eine Dame, die schließlich auch die Moneybubble zum Platzen brachte.


Stefan pusht all-in

Sehr zur Freude von fünf deutschen Pokerspielern. Vor allem Intelli-Qualifikant Stefan Geim und Benjamin Kang atmeten tief durch, denn beide gehörten in dieser Phase ebenfalls zu den Shortstacks. Ganz anders sah es bei Jan Heitmann, Thomas Boekhoff und Haward Speer aus. Jan Heitmann konnte bei noch 86 verbliebenen Spielern verdoppeln, als er mit Pocket-Vieren gegen Pocketaces ein Set traf. Haward Speer lag in der Bubble-Phase ebenfalls deutlich über 100.000 in Chips. Thomas Boekhoff hatte seinen Chipstapel schon zu Beginn des Tages auf 250.000 ausgebaut und machte weiter Druck. Mit Erfolg, denn er marschierte zeitweise mit rund 600.000 Chips durch den Tag und steckte auch einen Rückschlag gegen Eric Liu, als er 150.000 wieder abgab, gut weg. Am Ende des Tages standen immer noch gute 465.000 Chips zu Buche.


Thomas Boekhoff hatte Platzmangel

Für Benjamin Kang (75./€17.000), Jan Heitmann (67./€21.000) und Haward Speer (42./€33.700) reichte es aber nicht, den nächsten Tag zu erreichen. Stefan Geim dagegen hat es tatsächlich geschafft. Der 35-Jährige aus Lüdenscheid wird mit 58.000 Chips auch an Tag vier mit von der Partie sein. „Das ist einfach unglaublich, was hier passiert“, jubelte Stefan. Denn egal, wie es am Mittwoch weitergeht, €38.000 sind dem Freeroller nicht mehr zu nehmen und er gehört schon jetzt zu den ganz großen Gewinnern beim Grand Final. Stefan zählte den ganzen Tag über zu den Spielern, die ständig unter Druck waren, nur einmal knackte er für kurze Zeit die Marke von 100.000 Chips. „Aber immer wenn ich all-in ging, hatte kein Spieler eine Hand zum Callen“, so Stefan. Sein Vorteil war, dass sich kein echter Bigstack an seinem Tisch befand und seine Chips zumindest ausreichten, um seinen Gegnern mittelgroßen Schaden zuzufügen.


Die Hachems jubeln

Auch die drei verbliebenen Team-PokerStars-Pros Luca Pagano (279.500), Joe Hachem (214.500) und Raymond Rahme (133.000) sind an Tag vier mit von der Partie. Der Stack von Joe Hachem war bei noch 45 Spielern ziemlich angeschlagen, aber dann verdoppelte er nach einem Preflop-All-in mit Pocketjacks gegen Pocket-Siebenen. Am Flop tauchte zunächst eine Sieben für seinen Widersacher Jonathan Dwek auf, doch der Turn brachte das Set Buben für den WSOP-Champion von 2005. Für ein Novum sorgte Familie Pagano, denn neben Luca Pagano schaffte es auch Vater Claudio in den nächsten Turniertag. Und der Papa liegt mit 291.000 sogar noch vor dem Filius.


Claudio und Sohn Luca

Massiver Chipleader ist Antonio Esfandiari (1.198.000), zusammen mit dem Briten Robin Keston (916.000). Auf Platz drei liegt der Ungar Denes Kalo (642.000), vor dem Norweger Johnny Lodden (623.000). Weitere bekannte Profis sind Henrik Gwinner (487.000), Stig Top Rasmussen (373.000), Isaac Baron (236.500) und Freddy Deeb (140.500).

Chipcounts:

Antonio Esfandiari -- USA --  1.198.000
Robin Keston - GB -- 916.000
Denes Kalo - Ungarn --  642.000
Johnny Lodden -- Norwegen  -- 623.000
Maxime Villemure - Kanada -- 600.000
Mostafa Belkhayate -- Maroko -- 523.000
Gerasimos Deres -- Schweden -- 494.500
Henrik Gwinner - Dänemark -- 487.000
David Shade Kruger -- USA -- 486.500
Thomas Boekhoff -- Deutschland -- 465.000
Rami Boukai -- USA -- 425.000
Eric Liu -- USA -- 398.000
Noah Siegel -- USA -- 388.500
Stig Top Rasmussen -- Dänemark -- 373.000
Glen Chorny -- Kanada -- 344.000
Oyvind Riisem -- Norwegen -- 340.000
Pablo Ubierna -- Spanien -- 316.000
Peter Traply -- Ungarn -- 300.500
Valeriy Ilikyan -- Russland -- 295.000
Claudio Pagano -- Italien -- 291.000
Jonathan Dwek - Kanada -- 282.000
Luca Pagano - Italien -- Team PokerStars Pro -- 279.500
Amit Makhija -- USA -- 269.500
David Miara -- Frankreich -- 249.500
Isaac Baron -- USA -- 236.500
Joe Hachem - Australien -- Team PokerStars Pro -- 214.500
Michael Martin -- USA -- 141.500
Freddy Deeb -- USA -- 140.500
Alexander Morozov -- Russland -- 133.000
Raymond Rahme -- Südafrika -- Team PokerStars Pro -- 133.000
Walid Bou Habib -- Libanon -- 127.500
Benjamin Sprengers -- USA -- 127.000
Anders Berg -- Norwegen -- 124.000
Andrew Luetchford -- GB -- 116.000
Vincent Secher --Frankreich -- 92.500
Anthony Chatelain -- Schweden -- 83.500
Tomas Brolin -- Schweden -- 74.000
Andreas Fluri -- Schweiz -- 61.000
Stefan Geim -- Deutschland -- 58.000