EPT Kopenhagen: Skandinavische Festspiele

Tag 3 der PokerStars.com European Poker Tour Kopenhagen ist Geschichte, der Final Table kann steigen. Der Finaltisch steht fast ganz im Zeichen der skandinavischen Teilnehmer, was auch nicht weiter verwundern kann: Allein 134 der insgesamt gestarteten 462 Pokerspieler kamen aus Dänemark...


Markus Lehmann (links) saß ganz kurz neben Marcus Liberski

Die verbliebenen 40 Spieler nach Tag 2 - alle sicher in den Geldrängen gelandet - nahmen gestern Mittag im Turniersaal. im ersten Obergeschoß des SAS Radisson Kopenhagen Platz. Die Auslosung hatte ergeben, dass die beiden letzten deutschen Spieler, Markus Lehmann und Marcus Liberski ausgerechnet nebeneinander saßen. Der Norweger Anders Langset (326.800 Chips) ging als überlegener Spitzenreiter in den vorletzten Turniertag, Lehmann war mit 30.600 sehr shortstacked, Liberski hatte immerhin noch 92.700 vor sich stehen. Beide hatten bereits jeweils €8.929 sicher.

Nach wenigen Minuten war das Turnier für Lehmann bereits beendet: Der 47-jährige Wahl-Schweizer pushte nach einer Erhöhung aus mittlerer Position, wurde gecallt und zeigte :As:5s. Sein Gegner hielt :9x:9x. Das Board brachte nur Blanks und Lehmann musste den Tisch verlassen. Für seinen 40. Platz erhielt er €8.929. Dennoch war der große Poker-Enthusiast nicht unglücklich: Bei seiner achten EPT-Teilnahme glückte ihm endlich der erste Cash!

Dass man Pocketaces tunlichst nicht slow spielen sollte, musste kurz darauf der ehemalige einsame Chipleader Andrea Benelli aus Italien schmerzhaft erfahren: Er spielte seine Rockets "under the gun" nicht an und wurde vom Dänen Rasmus Nielsen gecallt, der hielt :Qx:Jx. Auf dem Flop erschien :Qx:9x:8x. Nielsen spielte an, Benelli ging all-in, Nielsen callte. Bereits auf dem Turn erschien eine :Tx, der River war eine Blank und Benelli war gebustet.

Marcus Liberski aus Frankfurt/Oder, der sich online für $800 für sein erstes größeres Turnier qualifiziert hatte, baute derweil ein sehr gutes Tischimage auf. Der 30-jährige Deutsche spielte extrem tight und konnte so damit rechnen, dass seine seltenen Pushes bei den Gegnern für Kopfzerbrechen sorgen würden. Kurz vor der Pause landete er einen Riesencoup: Mit :Ax:Kx trat er gegen :Qx:Qx an und verdoppelte seinen Stack auf annähernd 140.000, weil auf dem Turn das rettende As hereinsegelte. "Für einen Moment hatte ich schon gedacht, es wäre aus", vertraute er uns in der Pause an.


Poker-Urgestein Thor Hansen

Dass bei aller Ernsthaftigkeit der Spaß nicht zu kurz kommt, zeigte sich bei einer Hand vom Norweger Thor Hansen gegen den Dänen Rasmus Nielsen. Beide gingen preflop all-in, Hansen hatte :Ax:Ax, Nielsen drehte :Jx:Jx um und bemerkte trocken, als er Hansens Asse sah, "good, but not good enough...". Er sollte allerdings mit seiner Einschätzung nicht recht behalten.

Kurz vor dem Dinnerbreak erwischte es Marcus Liberski dann doch. Nach einem Raise ging er all-in und zeigte :9x:9x. Sein Kontrahent drehte :Ax:Qx um. Auf dem River kam ein As. Immerhin Platz 20 und €16.371 für den Onlinequalifikanten. "Ich bin einigermaßen zufrieden", so Marcus, der auch schon sein Ticket für die EPT Dortmund in der Tasche hat und in diesem Jahr weitere große Turniere spielen möchte.  Normalerweise spielt er online in der Kategorie NL 1.000. Nach Liberski erwischte es auch ziemlich unglücklich den starken Schweden Ramzi Jelassi, der mit gefloppten Two Pair (mit :Kx:Qx im Pocket) in ein gerivertes Full House (Pocketcards: :9x:Tx) lief. 

Die Action vor dem Finaltisch war naturgemäß sehr zäh. Um 23 Uhr 25, in Level. 22 (Blinds 8.000/16.000, Ante 2.000) stand endlich die achtköpfige Besetzung, die heute (Samstag) ab 14 Uhr folgendermaßen aussieht:

Anders Langset Norwegen 1.119.000
Rasmus Nielsen Dänemark 1.031.000
Jussi Nevanlinna Finnland 894.000
Petter Petersson Schweden 407.000
Peter Hedlund Schweden 367.000
Jens Kyllönen Finnland 366.000
Jonas Klausen Dänemark 262.000
Eric Larcheveque Frankreich 221.000

Hier alle bisherigen Platzierungen samt Payouts:

Teilnehmer: 462
Buy-in: DKK 50.000 (~ €6.440)
Preispool: DKK 22.176.000 (~€2.976.644)

1. ....€878.057
2. ....€497,069
3. ....€288,717
4. ....€220,258
5. ....€181,564
6. ....€142,870
7. ....€113,106
8. ....€80,364
9.   Mikael Lundell, Schweden  €49,112
10. Tom Johansen, Norwegen PokerStars sponsored €49.112
11. Christian Saixin, Schweden, €38.694
12. Andreas Hoivold, Norwegen, €38.694
13. Michael Aston, UK, PokerStars qualifier, €29.765
14. Fredrik Boberg, Schweden, €29.765
15. Johan van Til, PokerStars qualifier, Holland, €20.835

16. Erik Karlsson, Schweden, €20.835
17. Thor Hansen, Norwegen, €16.371
18. Jakob Tøstesen, Dänemark, €16.371
19  Ramzi Jelassi, Schweden, €16.371
20. Marcus Liberski, Deutschland, PokerStars qualifier, €16.371
21. Anthony Mallandain, UK, PokerStars qualifier, €16.371
22. Aleksander Strandli, Norwegen, PokerStars player, €16.371
23. Martin Bjerring Hansen, Dänemark, €16.371
24. Martin Wendt, Dänemark, €16.371
25. Daniel Matus, Schweden, €11.906
26. Juha Lauttamus, Finnland, €11.906
27. Frederik Hostrup, Dänemark, PokerStars qualifier, €11.906
28. Nils Riber Johansen, Dänemark, €11.906
29. Gert Andersen, Dänemark, €11.906
30. Lars Christiansen, Dänemark, €11.906
31. Jacob Reffeldt Rasmussen, Dänemark, €11.906
32. Andrea Benelli, Italien, €11.906
33. Tobias Garp, Schweden, PokerStars qualifier, €8.929

34. Roberto Romanello, UK, €8.929
35. Mike Puro, Finnland, PokerStars player, €8.929
36. Tore Lagerborg, Norwegen, €8.929
37. Remy Biechel, Frankreich, €8.929
38. Markus Lehmann, Deutschland, €8.929
39. Ola Brandborn, Schweden, €8.929
40. Toni Ojala, Finnland, €8.929