
Michael Schulze
Die European Poker Tour Warschau ist beendet. Der strahlende Sieger heißt Michael Schulze und kommt aus Schleswig. Der 40-jährige Unternehmer sah noch zu Beginn des Finaltisches alles gelassen. Doch die Freude über seinen Sieg konnte man ihm dann doch ansehen. Bis dahin war es ein weiter Weg und deshalb gehen wir zurück zum Anfang des Tages.
Mit folgenden Chipcounts gingen die Finalisten an den Finaltisch:
Michael Schulze ― Deutschland ― 1.162.000
Ricardo Sousa ― Portugal ― 756.000
Juan Maceiras ― Spanien ― 437.000
Mehdi Ouakhir ― Frankreich ―360.000
Mathias Viberg ― Schweden ― 229.000
Trond Erik Eidsvig ― Norwegen ― 220.000
Niclas Svensson ― Schweden ― 174.000
Daniel Woolson ― USA ― 164.000
Christian Öman ― Schweden ― 110.000

Daniel Woolson und Trond Erik Eidsvig
Das Turnier sollte bereits innerhalb von 15 Minuten einen der Teilnehmer verlieren. Es traf Daniel Woolson aus Worcester (USA), der sich über PokerStars für die EPT Warschau qualifizierte. Woolson erlebte eine wahre Achterbahnfahrt während der EPT Warschau. Sie sollte ein schnelles Ende am Finaltisch finden. Der 22-Jährige raiste zum zweiten Mal hintereinander auf 22.000 Chips. Ricardo Sousa, Mathias Viberg und Mehdi Ouakhir callten den Raise. Der Flop brachte :Qs:3h:5c. Ouakhir checkte aus dem Big Blind, Woolson setzte 65.000 Chips. Sousa foldete und Viberg callte nach einer kurzen Bedenkzeit. Ouakhir überlegte kurz, und ging dann all-in, er hatte zu diesem Zeitpunkt die beiden anderen Spieler gecovert. Woolson und Viberg callten ziemlich schnell. Oakhir zeigte :Kc:Qc, Woolson :Ad:Ah und Viberg :5s:5h. Auf dem Turn kam eine :6c und gab Ouakhir die Möglichkeit auf einen Flush. Der River brachte einen weiteren König und Viberg kassierte einen Pot in Höhe von ca. 700.000 Chips.
Woolson musste seinen Stuhl räumen und die Heimreise antreten, im Gepäck nahm er 122.060 polnische Zloty (umgerechnet ca. €34.554) für den neunten Platz mit.
Nur wenig später verließ Trond Erik Eidsvik das Turnier. Eidsvik hatte einen neuen Rekord aufgestellt. Er erreichte zum dritten Mal einen Finaltisch bei der EPT innerhalb einer laufenden Saison. Das Aus für den jungen Norweger ereignete sich wie folgt. Juan Maceiras raiste auf 27.000, Eidsvig ging mit ca. 59.000 Chips all-in, Maceiras callte und zeigte :Ax:9x - Trond hielt :Ax:Tx, der Flop brachte :Ax:5x:2x, der Turn eine :2x und der River bescherte Maceiras die :9x.
Das Pokerphänomen Eidsvig erhielt 201.040 polnische Zloty (umgerechnet ca. €56.913) für seinen achten Platz.
Es vergingen über 90 Minuten bis der nächste Spieler ausschied. Niclas Svensson wurde das Opfer von Medhi Ouakhir. Ouakhir callte aus UTG. Viberg und Ouakhir callten ebenfalls. Svensson pushte vom Button und Ouakhir callte mit den Worten: "Ich kann dir den Pot nicht ohne Kampf überlassen". Svensson zeigte :4c:4h, Ouakhir zeigte :Qs:Ts. Der Flop brachte :5s:8h:5c, der Turn die :2s und der River (:8c) machte Svenssons zwei Paare zunichte.
Der 22-jährige Schwede belegte den siebten Platz und nahm 272.840 polnische Zloty (umgerechnet ca. €77.239) mit.
Juan Maceiras qualifizierte sich über PokerStars für die Polish Open
Nur kurz danach kam das Aus für Juan Maceiras. In der Familie des Spaniers scheint Poker in den Genen verankert zu sein. Seine Schwester Maria ist spanischer Pokerchampion und sein Vater, Juan Antonio Vietcong01 Barros, hatte im vergangenen Juli die Poker Million und eine Woche später das PokerStars Warm-up gewonnen. Interessant ist hierbei, dass die gesamte Familie erst vor zwei Jahren mit dem Pokerspiel begonnen hat. Kommen wir zu der Hand, die das Ende für Maceiras bedeutete. Maceiras callte vom Cut-off. Sousa füllte den Small Blind auf und Viberg raiste vom Big Blind auf 50.000. Maceiras ging sofort für weitere 217.000 all-in. Sousa foldete und Viberg machte den Call. Maceiras zeigte :2h:2s und Viberg hielt :Ah:Ks, der Flop brachte :8c:9s:9d, der Turn sorgte für einen leichten Gefühlsausbruch bei dem Schweden. Der River brachte die :Td und Maceiras war raus.
Juan Maceiras belgte Platz sechs und erhielt 344.640 polnische Zloty (umgerechnet ca. €97.565).
Nun fing Michael Schulze damit an, die Spieler vom Tisch zu nehmen. Sein erstes Opfer wurde Christian Öman aus Schweden. Schulze setzte 80.000 vor dem Flop, die Öman im Big Blind callte. Der Flop brachte :Kx:Qx:7x, beide Spieler checkten. Der Turn brachte eine :9x, Öman checkte und Michael ging all-in. Öman überlegte und callte mit seinen verbleibenden 250.000 Chips. Er hatte :Kx:5x, Schulze drehte :Ax:9x um, das Ende für Öman brachte der River mit einer weiteren :9x.
Christian Öman packte seine sieben Sachen und nahm 437.980 polnische Zloty (umgerechnet ca. €123.989) für den fünften Platz mit.
Medhi Ouakhir
Das nächste Opfer von Michael Schulze wurde PokerStars-Qualifikant Medhi Ouakhir, der von Lee Jones als heimlicher Favorit gehandelt wurde. Ouakhir war bereits der Shortstack, er pushte mit :Qx:3x vom Small Blind aus all-in. Schulze callte mit :Tx:Tx. Schulzes Zehnen sollten halten.
Der 22-jährige Franzose trat mit 538.500 polnischen Zloty (umgerechnet ca. €152.445) im Gepäck die Heimreise an und belegte den vierten Platz.
PokerStars-Qualifikant Mathias Viberg
Michael Schulze fand schon bald ein weiteres Opfer: Mathias Viberg aus Schweden. Viberg war bereits schwer angeschlagen durch eine vorangegangene Hand. Seine letzten Chips schmiss er in die Mitte mit den Worten: "O.K., let's gamble", nachdem Schulze bereits vor dem Flop auf 150.000 erhöht hatte. Schulze zeigte :4x:4x und Viberg zockte tatsächlich mit :6x:2x. Der Flop kam mit :8x:5x:4x und gab Schulze ein Set, aber Viberg hatte noch Outs für eine Straight, diese sollten auf Turn (:Jx) und River jedoch nicht kommen.
Der Schwede ging auf Platz drei und nahm 718.000 polnische Zloty (umgerechnet ca. €203.261) mit.
Michael Schulze und Ricardo Sousa im Heads-up
Nun startete das Heads-up-Match zwischen Ricardo Sousa und Michael Schulze. Doch Sousa sollte keine Chance gegen Schulze haben und wurde sein letztes Opfer des Abends. Doch bis dahin sollte einige Zeit vergehen. Das Match zog sich unendlich hin, zumindest kam es so den Journalisten vor. Doch dann sollte es endlich zu einer finalen All-in-Situation kommen.
Sousa setzte zunächst 180.000 vor dem Flop. Schulze reraiste ihn auf 500.000, die Antwort von Sousa kam schnell und kurz - All-in. Schulze überlegte keine Sekunde und callte mit :As:6s. der Portugiese zeigte :7c:7s. Der Flop (:5h:2c:4d) brachte Schulze ein paar zusätzliche Outs mit einem Gutshot-Straightdraw. Der Turn (:Ac) ließ Sousa das Blut in den Adern gefrieren, der River (:2d) schickte den Portugiesen endgültig auf die Bretter.
Michael Schulze wurde der Champion der EPT Warschau 2008, Sousa bekam für seinen zweiten Platz 1.220.600 polnische Zloty (umgerechnet ca. €345.543). Michael Schulze kassierte für seinen ersten Platz sage und schreibe 2.154.000 polnische Zloty (umgerechnet ca. €609.782).
Der Schleswiger sieht seinen Gewinn allerdings gelassen, Schulze sagte vor dem Finaltisch in einem Interview mit dem PokerStarsBlog: "Ich spiele just-for-fun, das Geld bedeutet mir nicht wirklich etwas“. Schulze weiter: “Selbst wenn ich gewinnen würde, würde das Geld keinen Einfluss auf meine allgemeine Situation haben“.








