Lange sieben Levels dauerte der dritte Turniertag der European Poker Tour Deauville und von den 133 verbliebenen Pokerspieler stach zu Beginn vor allem einer hervor. Peter Bosen, der im letzten Level von Tag 2 einen herben Rückschlag hinnehmen musste und daher mit 54.500 Chips als Shortstack in Tag 3 gegangen war, legte einen Raketenstart hin. Der Kölner konnte seinen Stack in Level 16 (2.500/5.000, Ante: 500) schnell mit A-K gegen K-Q verdoppeln und legte mit einem weiteren Double-up gegen Bigstack Ludovic Lacay (Kings vs. A-Q) nach. Es waren gerade einmal 15 Minuten gespielt, da folgte schon der nächste Kracher. Vom Cut-off kam ein Raise, das Peter vom Button callte und der Flop wurde mit 5♣7♦7♣ gedealt. Peter callte dann weitere 20.000, am Turn folgte die 3♠ und das Spielchen wiederholte sich. Die 8♥ am River checkte der Cut-off dann, doch Peter wollte mehr und spielte 60.000 an. Er bekam den Call und drehte 7♠7♥ für Quads um. Sein Stack schwoll so auf 380.000 in Chips an.
In Level 17 (3.000/6.000, Ante: 500) platze zunächst die Moneybubble, als Daniel Millar im Small Blind automatisch All-in war und durch ein All-in von Team PokerStars Pro Peter Eastgate isoliert wurde. Eastgate zeigte 8♠4♥, Millar A♠3♠ und gleich nach dem Flop lag der WSOP-Champion von 2008 vorn: T♦4♠2♥. Das änderte sich nach Turn und River auch nicht mehr und somit hatten Henry Nowakowski, Stefan Fuchs, Dragan Jovanivic und Peter Bosen das erste Etappenziel erreicht, die Geldränge.
Für Henry war wenig später Endstation, womit er ein Preisgeld in Höhe von €8.100 ausbezahlt bekam. Peter Bosen dagegen setzte seinen sensationellen Lauf fort, obwohl er zwischendurch ein Preflop-All-in gegen Freddy Deeb mit K♣Q♦ gegen Pockettens verlor. Deeb war allerdings short vor dieser Hand. Peter hatte längst deutlich über 900.000 Chips vor sich stehen und knackte in Level 20 (6.000/12.000, Ante: 1.000) sogar die Marke von einer Million.
Bei Stefan Fuchs entwickelte sich der Tag, nachdem es am Freitag so gut gelaufen war, genau in die andere Richtung. Bei ihm waren es einige kleine verlorene Pots, die dafür sorgten, dass sein Stack von 490.000 auf 260.000 sank. Hier ein Beispiel: Er eröffnete in Level 20 den Pot für 36.000, wurde vom Small Blind gecallt und der Flop brachte 6♥7♦9♣. Es wurde gecheckt und auch nach der T♦ am Turn blieb es friedlich. Am River folgte der J♣, vom Small Blind kam eine Bet für 50.000, Stefan callte und sah 9♠9♥ zum Set beim Gegner.
Etwas später schien sich doch noch die Wende zum Guten anzubahnen, denn Stefan Fuchs callte in Position ein Raise des Chipleaders (36.000) mit K♠Q♠. Auch der Big Blind zahlte nach und der Flop kam sehr gut für Stefan: 2♠3♠Q♥. Toppair mit Flushdraw und nachdem zu ihm gecheckt wurde, spielte Stefan 50.000 an. Der Chipleader ging raus, aber der Big Blind für 180.000 All-in. Stefan callte, musste gegen 3♣3♦ für ein Set ran, traf aber gleich am Turn (A♠) den Nutsflush. Am River folgte noch die 7♠ und für Stefan standen wieder 550.000 Chips zu Buche.
Gleich zu Beginn von Level 21 (8.000/16.000, Ante: 2.000) war Stefan wieder All-in gegen einen Spieler, den er zwar coverte, aber es ging dennoch um jeweils 367.000 Chips. Stefan drehte Pocketnines um, sein Kontrahent Pocketaces und somit blieben nur noch zehn Big Blinds für den Österreicher.
Dragan Jovanovic baute seinen Stack etwas später auf gut 500.000 aus. Er raiste mit A♦4♠ vom Button und bekam einen Call vom Small Blind. Der Flop brachte A♠6♠2♣, beide checkten und nach der 6♦ am callte Dragan 50.000. Die 8♣ am River checkte der Small Blind, Dragan setzte 80.000 und wurde gecallt. Nachdem Dragan seine Hand gezeigt hatte, muckte der Small Blind. Letztlich reichte es für ihn auch in den vierten Turniertag, allerdings gehört er mit 330.000 dann zu den Shortstacks.
Weil immer noch 32 Spieler im Turnier waren, musste sogar noch Level 22 (10.000/20.000, Ante: 2.000) herhalten. Dragan kam wie gesagt durch und auch Stefan konnte sich wieder Hoffnungen machen, denn er verdoppelte bei noch 25 Spielern mit J♠J♥ gegen A♥Q♣ von Peter Bosen. Das Board wurde mit 2♠5♣8♥6♦K♦ gedealt und Stefan war wieder bei fast 400.000 in Chips. Doch nur eine Hand später war alles vorbei. Freddy Deeb raiste auf 45.000, Stefan ging vom Button All-in und im Small Blind ging ein Bigstack ebenfalls All-in. Deeb foldete und Stefan rannte mit Q♠Q♦ gegen A♣A♠. Das Board lief mit 5♠J♥9♦4♥2♥ aus und der Österreicher schied auf dem 25. Rang für €16.500 aus.
Peter Bosen hatte es zwar geschafft, doch sein Stack sackte im letzten Level von über 800.000 auf nur noch 260.000, womit er am Sonntag erneut einen Raketenstart hinlegen müsste, um noch den Weg an den Finaltisch zu schaffen. Nichts ist unmöglich.
Mit Peter Eastgate (1.682.000), Bertrand ElkY Grospellier (1.220.000) vom Team PokerStars Pro sowie Mike McDonald (1.895.000) und Freddy Deeb (662.000) sind auch noch einige Bignames vertreten. Einschalten beim EPT-Livestream lohnt sich also auf jeden Fall. Am Sonntag um 12 Uhr geht's los. Fragen an die Kommentatoren Markus Krawinkel und Martin Pott könnt ihr wie immer über das Forum von IntelliPoker stellen.
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