Der Teilnehmerrekord der European Poker Tour Deauville aus dem Vorjahr (645 Spieler) wurde sozusagen pulverisiert, denn an Tag 1B stürmten weitere 429 Pokerspieler den Turniersaal des Casino de Deauville, womit die Gesamtteilnehmerzahl auf 768 anwuchs und ein Preispool in Höhe von €3.686.400 zustande kam. Dieser Betrag wird auf die ersten 104 Plätze verteilt, die erste Preisstufe ist mit €8.100 dotiert und der kommende Champion wird satte €847.000 mit nach Hause nehmen.
Es ist nach Prag und dem PCA schon der dritte Teilnehmerrekord am Stück. Die Franzosen stellen mit 481 knapp über 62 Prozent des gesamten Feldes. Danach folgt Russland mit 32 Spielern, während Deutschland mit 10 Teilnehmern in dieser Statistik nur auf Rang elf liegt. Insgesamt sind 41 Nationen vertreten.
Kommen wir zum Turniergeschehen und fangen mit Marcel Koch aus Winterberg an. Marcel hatte bereits in den ersten zwei Levels gut 13.000 seiner 30.000 Chips abgegeben und in der Mitte von Level 3 (100/200) war dann auch schon alles gelaufen. Ein Spieler aus mittlerer Position hatte auf 600 geraist, Julien Brecard, der Cut-off und der Button callten und Marcel erhöhte aus den Blinds auf 3.500. Der Initial-Raiser foldete, Julien aber setzte die 4-Bet auf 12.000 und Marcel pushte mit A♦K♦ für 16.000 All-in. Julien, der gestern den französchischen Poker Award als beliebtester Spieler einheimste und hier von PokerStars gesponsert wird, callte mit A♥A♣. Das Board brachte zunächst einen König, aber mehr Hilfe bekam Marcel nicht. Im Gegenteil, Julien machte sogar noch den Nutflush in Herz am River.
In Level 5 (150/300, Ante: 25) musste Ivo Donev eine herben Rückschlag hinnehmen. Ivo Donev hatte einen schlechten Start erwischt, sich aber gerade wieder in Richtung Startingstack vorgekämpft, als er die Unberechenbarkeit eines französischen Spieles zu spüren bekam. Der hatte nämlich in zweiter Position gelimpt und callte, neben dem Cut-off, auch das Raise von Ivo auf 1.400. Der Flop wurde dann mit 7♠9♦6♠ gedealt. Es wurde zu Ivo gecheckt, der für 3.500 Chips nachsetzte und nur vom UTG-Spieler gecallt wurde. Am Turn folgte die 7♥, wieder checkte Ivos Gegenüber und der Chessmaster feuerte weitere 8.000. Daraufhin ging sein Kontrahent All-in für 11.700, Ivo musste nachzahlen, zeigte A♦A♥ und lag gegen T♣7♦ (!) für Trips hinten. Am River folgte die Q♦, Ivo stand auf und musste sich erst einmal beruhigen. Gleich zu Beginn von Level 6 (200/400, Ante: 50) war dann auch schon alles vorbei. Mit Pockettens kam es für die letzten 8.000 Chips vor dem Flop zum All-in gegen Vorjahresfinalist Tristan Clemoncon, der Pocketjacks spielte.
Auch bei Nikolai Senninger lief nicht viel zusammen. Er war schnell runter auf 15.000, konnte dann glücklich mit A♦Q♦ gegen A♣K♥ einen Flush machen und verdoppeln, was aber letztlich nur ein Strohfeuer war. Gegen Ende von Level 7 (300/600, Ante: 50) reraiste er für seine letzten 11.000 mit K♥J♥ All-in und wurde von A♣J♣ gecallt. Der Flop brachte mit 3♥5♥Q♦ zwar noch den Flushdraw, aber diesmal folgten zwei Blanks und damit das Aus für den Dritten der EPT London.
Aber es gibt auch gute Nachrichten, wie zum Beispiel durch Dragan Jovanovic, der viel Action machte, seinen Stack schnell auf über 60.000 Chips ausbauen konnte und gegen Shane Schleger einen beeindruckenden Fold machte. In Level 7 raiste Schleger zunächst auf 1.500, Dragan erhöhte auf 4.000 und Schleger packte die 4-Bet auf 10.000 aus. Dragan callte und der Flop wurde mit 4♦6♥5♥ gedealt. Schleger setzte weitere 11.500 und Dragan foldete offen Q♠Q♣. Schleger war beeindruckt und zeigte K♦K♠. Danach baute Dragan wieder Chips auf, unter anderem mit gefloppten Quads Fünfen, die er bis zum River durchcheckte. Dort traf sein Gegener mit A♠K♥ das A♦, setzte an und callte nach dem Raise von Dragan auch zum All-in. Insgesamt war es durchaus ein guter Tag für den Spieler aus Österreicher, der am Ende 68.700 Chips eintütete.
Im Rennen bleiben auch Dominik Nitsche (52.000), der allerdings schon die Marke von 100.000 geknackt hatte, die beiden PokerStars-Qualifikanten Dennis Scheffler (25.000) sowie Dennis Schuba (28.000), und Stefan Fuchs (39.200) und Ljubomir Josipovic (90.000), ebenfalls aus Österreich. Die Chipcounts sind nicht offiziell, da nach Beendigung des Tages leider die komplette Presse ausgesperrt wurde. Was verständlich ist, denn die französischen Kollegen waren doch etwas zu frosch beim Drängeln.
Chipleader müsste allerdings Team PokerStars Pro Luca Pagano mit rund 193.000 in Chips sein. Der Italiener bastelt auch hier in Frankreich weiter an seinem EPT-Denkmal. Vorn dabei ist auch der Franzose Ludovic Lacay mit ca. 185.000 und Peter Eastgate hat ebenfalls einen sechsstelligen Chipcount vorzuweisen. Eine inoffizielle Liste findet ihr hier.
Am Freitag um 12 Uhr beginnt Tag 2 also mit knapp über 400 Spielern, allerdings erwarten wir zu Beginn viele, viele Bust-outs, da sich eine ganze Reihe Spieler als Shortstacks in Tag 2 gerettet haben. Der PokerStarsblog.de bleibt auf jeden Fall am Ball für euch.
Die Pay-outs:
Buy-in: €5.300
Teilnehmer: 768
Gesamtpreispool: €3.686.400
Bezahlte Plätze: 104
1 € 847.000
2 € 516.000
3 € 295.000
4 € 221.000
5 € 165.000
6 € 129.000
7 € 92.000
8 € 70.000
9-10 € 51.500
11-12 € 35.000
13-14 € 28.000
15-16 € 22.000
17-24 € 18.400
25-32 € 16.500
33-40 € 14.700
41-48 € 13.600
49-56 € 12.500
57-64 € 11.600
65-72 € 10.900
73-80 € 10.200
81-88 € 9.500
89-96 € 8.800
97-104 € 8.100








