EPT Berlin: Spielerprofile der Finalisten

ept-thumb-promo.jpgDas Finale der European Poker Tour Berlin läuft. Für acht Spieler geht es um den Titel und €1.000.000 Siegprämie. Anbei die Spielerprofile.


Platz 1: Marko Neumann, 23 Jahre, PokerStars-Qualifikant, Recklinghausen (Deutschland) - 2.185.000 Chips

Marko spielt seit fünf Jahren Poker und ist seit drei Jahren Profi. Er ist sehr erfolgreich bei Online-Turnieren und Sit&Gos, hat aber live bisher noch keine Preisgeldplätze vorzuweisen - trotz zahlreicher EPT-Teilnahmen und zwei Besuchen bei der WSOP. Diese für ihn frustrierende "Serie" hat dafür gesorgt, dass Marko seit dem Sommer 2009 keine großen Live-Turniere mehr gespielt hat, was sich durch das Erreichen des Berliner Finaltischs in Zukunft sicher ändern wird. Marko wird heute von einer großen Fangruppe unterstützt, und auch seine Freundin Aga ist nach Berlin angereist.

Platz 2: Marc Inizan, 23 Jahre, Quimper (Frankreich) - 3.655.000 Chips

marc_inizan_profile.jpg

Der junge Pokerprofi begann 2005 mit dem Pokern, nachdem er im französischen Fernsehen einen Bericht von der WSOP gesehen hatte: Der Anblick von Mittzwanzigern, die mit Kartenspielen Millionen Dollar verdienten, brachte ihn auf der Stelle dazu, ein Online-Pokerkonto zu eröffnen. In den Jahren danach baute er stetig seine Bankroll aus - hauptsächlich bei Multitsch-Turnieren und Sit&Gos, wobei ihm seine guten Mathe-Kenntnisse zu Hilfe kamen. 2007 qualifizierte er sich online für sein erstes großes Live-Event, reiste dafür nach Kanada und belegte dort Platz 24 für $52.000 Preisgeld. Danach besuchte Marc regelmäßig Live-Events, versuchte sich mit viel Erfolg an den Cashgame-Tischen und konnte auch online große Turniere gewinnen. Die Finaltisch-Teilnahme bei der EPT Berlin ist jedoch sein bisher größter Erfolg - obwohl er auch bei seinen letzten beiden großen Live-Turnieren (den Belgian Championships im November 2009 und dem Antibes Deepstack Event in der vergangenen Woche) am Finaltisch saß.

Platz 3: Kevin "ImaLuckSac" MacPhee, 29 Jahre, Coeur d'Alene (USA) - 6.070.000 Chips

Kevin begann 2003 im College mit Freunden zu pokern, nachdem er Chris Moneymakers Erfolg bei der WSOP im Fernsehen verfolgt hatte. Zuvor hatte seine Clique geschlossen das Kartenspiel "Magic: the Gathering" gespielt, doch nach Moneymakers Weltmeistertitel wechselte die ganze Gruppe zum Poker und spielte erst gegeneinander und später online. Kevin ist seit vier Jahren Profi und erlebte im April 2008 seinen ganz großen Durchbruch: Er stellte einen neuen PokerStars-Turnierranglistenrekord auf und machte dabei über $100.000 Gewinn. Seitdem reist er von einem Live-Event zum anderen und konnte bisher rund $250.000 Turnierpreisgelder einstreichen. Natürlich ist er nach wie vor bei vielen Online-Turnieren dabei und häufig in den Preisgeldrängen zu finden: Sein bisher bestes Resultat sind $218.750 Preisgeld für die Finaltisch-Teilnahme bei einem $5.000 Event. In Berlin wird er unterstützt von seinen Freunden und Profikollegen Richard Grace, Jonathan Weekes und Laurence Haughton. Sein Vater war bereits gestern nacht um drei Uhr aufgestanden, um ihn von Idaho aus auf EPTLive zu verfolgen - und er wird das heute sicherlich wieder tun.

Platz 4: Artur "wesylaa" Wasek, 35 Jahre, Plock (Polen) - 3.530.000 Chips

Artur Wasek spielt Poker seit zwei Jahren und konnte bisher als größten Erfolg Platz Fünf beim PokerStars Sunday Warm-up verbuchen (was ihm $37.000 einbrachte). Sein bestes Live-Resultat bisher war der Gewinn eines Turniers in Warschau, für den er $10.000 erhielt. "wesylaa" hat sich direkt in die EPT Berlin eingekauft, nachdem er sein Eintrittsgeld am Montag abend vor dem Beginn des Events an den Live-Tischen der Spielbank Berlin verdienen konnte. Dies ist seine vierte EPT-Teilnahme und sein erster EPT-Cash. Seine Frau und seine sechsjährige Tochter Susanne unterstützen Artur von zu Hause aus.

Platz 5: Marcel Koller, 37 Jahre, Schweiz - 3.590.000 Chips

marcel_koller_profile.jpg

Koller ist der einzige Spieler am Finaltisch der EPT Berlin, der sein Geld nicht ausschließlich mit Poker verdient. Der Softwareprogrammierer ist nach eigenen Worten zu 100% in seinem Job engagiert, macht aber auch am Pokertisch einen äußerst konzentrierten und entschlossenen Eindruck. Er spielte jahrelang eine Schweizer Abart des 7 Card Stud mit 36 Karten, bevor er sich vor etwa vier Jahren dem Texas Hold'em zuwandte. Sein bisher bestes Resultat bei PokerStars ist der Gewinn eines täglich ausgespielten $30.000-Turniers, für den er vor wenigen Monaten rund $8.000 erhielt. In Berlin wird Marcel von einer großen Gruppe von Freunden unterstützt, zu der auch der dreifache Schweizer Meister Daniel Walter gehört.

Platz 6: Nico Behling, 24 Jahre, Jena (Deutschland) - 960.000 Chips

Behling ist einer der erfolgreichen deutschen "Young Guns" und einer der besten Freunde des deutschen Team PokerStars Pros Sebastian Ruthenberg. Nico verfügt über reichlich Erfahrung in Live-Pokerturnieren und hat bei Live-Turnieren bereits eine halbe Million US-Dollar verdient - u.a. mit Platz Zwei bei der EPT Warschau im vergangenen Jahr. Online verdient er sein Geld bei Short-handed Cashgames und mit gelegentlichen Teilnahmen an den Multitisch-Turnieren auf PokerStars: So wurde er in der letzten Woche Dritter beim PokerStars Sunday Million und bekam dafür $145.000. Neben dem Poker interessiert Nico sich für Fußball - aktiv und als Zuschauer.

Platz 7: Ketul Nathwani, 25 Jahre, London (England) - 4.685.000 Chips

Auch wenn er sich selbst als Spezialist für Online-Cashgames bezeichnet, hat Ketul Nathwani in seinen bisherigen vier Jahren am Pokertisch auch bei Live-Turnieren einige Erfolge feiern können: So kam er beim WSOP Main Event 2007 ins Preisgeld und gewann außerdem ein £1.000 Buy-in Turnier in seiner Heimatstadt London, was ihm £119.780 (ca. $240.000) einbrachte. Der ehemalige Informatik-Student am berühmten Imperial College ist inzwischen komplett an die Pokertische gewechselt.

Platz 8: Ilari Tahkokallio, 23 Jahre, Helsinki (Finnland) - 3.940.000 Chips

ilari_tahkokallio_profile.jpg

Egal wie das Turnier endet, Ilari Tahkokallio hat bereits jetzt für den bewundernswertesten Moment der gesamten EPT Berlin gesorgt. Als das Event aufgrund eine Raubüberfalls unterbrochen werden musste, waren Tahkokallio und Luca Cainelli gerade in einen riesigen All-in-Pot verwickelt. Cainelli hatte A-Q und lag damit noch auf dem Turn gegen Tahkokallios A-T deutlich vorn - und alles deutete darauf hin, dass Cainelli seinen Stack verdoppeln konnte. Dann kam es zur besagten Turnierunterbrechung und alle Spieler und Dealer verließen fluchtartig den Turnierbereich. Nach ihrer Rückkehr teilte Turnierdirektor Thomas Kremser allen Beteiligten mit, dass sie ihre Hand für tot erklären und ihre Chips zurücknehmen konnten. Obwohl Tahkokallio zu diesem Zeitpunkt deutlich hinten lag, bestand er darauf, dass die unterbrochene Hand weitergespielt werden und die Riverkarte ausgegeben werden sollte - eine sportlich faire Geste, die im Saal mit großem Applaus aufgenommen wurde. Auf dem River kam eine Fünf und Cainelli konnte seinen Stack verdoppeln. Im späteren Verlauf des Turniers konnte Tahkokallio Cainelli schließlich doch noch vom Tisch nehmen und hält zu Beginn des Finaltischs rund vier Millionen Chips. Der Finne, der seit zwei Jahren professionell Poker spielt, gewann im vergangenen Jahr das £1.000 PLO/PLHE Side Event der EPT London und schlug dabei Kevin MacPhee im Heads-up. Über seine ungewöhnlich sportliche Geste sagte er: "Ich spiele gern fair und mag eine gute Atmosphäre am Tisch. Von daher gab es für mich gar keine Alternative."