Das Finale der PokerStars EPT Vilamoura war hart umkämpft und es dauerte über acht Stunden, ehe der Sieger des Premierenturniers an der Algarve in Portugal gefunden war. Es wurden einige spektakuläre Hände gespielt und zeitweise lagen gleich vier Spieler im Chipcount dicht beieinander.
Zunächst standen noch neun Minuten aus Level 22 auf dem Programm, in denen allerdings nicht viel passierte. Zu Beginn von Level 23 (12.000/24.000, Ante: 2.000) folgte dann aber der erste Bust-out und es erwischte Andrei Vlasenko, der auch als Shortstack in das Finale gestartet war. Ryan Franklin hatte auf 55.000 geraist, Antonio Matias callte vom Small Blind und Vlasenko pushte aus dem Big Blind All-in. Franklin reagierte ebenfalls mit einem All-in und das reichte, um Matias zum Fold zu bewegen. Mit Pockettens lag der US-Amerikaner dann auch vorn gegen Pocketnines vom Russen und das Board brachte Q♥A♦3♦J♠6♥. Für Andrei Vlasenko blieb Rang acht für €31.234 Preisgeld.
Einen wichtigen Pot gewann gegen Ende des Level Pierre Neuville. Der Belgier raiste aus früher Position auf 60.000, Matias callte vom Small Blind und der Dealer legte 2♦7♣5♥ in die Mitte. Beide checkten und es folgte der K♦ am Turn, den Matias mit 105.000 anspielte und Neuville callte. Am River pairte der K♠ das Board, wieder spielte Matias an, diesmal 227.000, doch Neuville ging für 1.063.000 All-in. Matias hatte kein gutes Gefühl, callte aber mit A♣K♣ zum Drilling und verlor gegen das Full House von Neuville, der 5♠5♦ umdrehte und im Chipcount fast gleich zog.
Es dauert zwar bis zum Ende von Level 24 (15.000/30.000, Ante: 3.000), ehe der nächste Spieler seinen Stuhl räumen musste, aber es gab schon zuvor reichlich Action. Lokalmatador Joao Silva verdoppelte gleich zweimal gegen Jeff Sarwer, einmal mit Kings gegen Asse (River: King), und hatte aus seinen 350.000 plötzlich knapp zwei Millionen gemacht.
Dann musste Ryan Franklin an die Rails. Der Us-Amerikaner pushte, nach einem Raise von Neuville, für 550.000 All-in und Sarwer ging für gut 900.000 over the top, sodass Neuville foldete. Sarwer zeigte Jacks gegen Pocket-Achten von Franklin, der keine Hilfe vom Board bekam und mit €46.851 Preisgeld von seinem ersten großen Liveturnier zurück in die Heimat nach Lake Tahoe fliegen wird.
In Level 25 (20.000/40.000, Ante: 4.000) musste der Franzose Michel Abecassis seinen Traum vom Titel begraben. Nach einem Raise von Matias, pushte er seine 344.000 mit A♣7♠, Matias zahlte mit Q♠J♦ und floppte das Paar Damen. Turn und River waren Blanks und Abecassis erhielt €62.468.
Jan Skampa gewann dann einen riesigen Pot gegen Silva (5./€78.085), schickte diesen mit Pocketqueens gegen Pocketjacks zu den Zuschauern, um wenig später nach dem Motto „From Hero to Zero" selbst einen überraschenden Abgang auf Rang vier zu machen. Es kam zum Schlagabtausch gegen Sarwer. Zunächst raiste Sarwer aus erster Position auf 90.000, Skampa erhöhte vom Big Blind auf 260.000. Sarwer legte noch einmal 430.000 oben drauf und Skampa ging tatsächlich All-in. Der Kanadier callte ohne zu Zögern mit Q♣Q♠, Skampa hatte nur K♥9♥ zu bieten. Der Flop brachte dann 9♣6♠6♦, am Turn folgte die 2♦ und am River die 6♥.
Eine Hand später schubste Skampa seine restlichen 540.000 Chips vom Small Blind in die Mitte, Sarwer callte im Big Blind mit K♥J♠ und dominierte K♦7♣. Das Board brachte keine Überraschung und Skampa bekam als Vierter €117.128 Preisgeld.
Zum Ende von Level 25 hielt Sarwer dann 4.220.000 in Chips, Antonio Matias war mit 3.815.000 dabei und Pierre Neuville, der noch gegen Sarwer verdoppeln konnte, mit 1.590.000. Die Chips wurden dann hin und her geschoben, landeten letztlich aber immer wieder bei Matias, der nach Level 26 mit sechs Millionen deutlich in Führung lag. Er war es dann auch, der in Level 27 (30.000/60.000, Ante: 5.000) Jeffrey Sarwer vom Tisch nahm.
Matias raiste auf 125.000 und wurde von beiden Gegenspielern gecallt, sodass der Dealer 9♣7♥3♣ in die Mitte legte. Sarwer war am Zug uns spielte 275.000 Chips an, Neuville foldete und Matias ging umgehend All-in. Sarwer callte mit 9♠5♠ für Toppair, lag aber hinten, da Matias Pockettens umdrehte. Die 5♣ am Turn wendete das Blatt zugunsten des Kanadiers, aber die Freude währte nicht lange. Die 3♦ am River pairte das Board, Matias hatte damit das höhere Twopair und schnappte sich auch diesen Pot. Sarwer kassierte für Rang drei €156.170 Preisgeld und im Heads-up führte der Portugiese deutlich mit 8.380.000 zu 1.245.000 von Neuville.
Neuville konnte dann noch mit einer geturnten Straight verdoppeln und kämpfte verbissen um seine Chance auf den Titelgewinn. Doch um 20:45 Uhr Ortszeit Vilamoura musste sich der Franzose endgültig geschlagen geben. Neuville raiste in der alles entscheidenden Hand auf 240.000, wurde gecallt der Flop mit J♦7♥8♥ gedealt. Matias checkte, Neuville setzte 315.000 und der Portugiese raiste auf 815.000. Es dauerte einen Moment, aber dann ging der Franzose All-in, Matias callte sofort und im letzten Showdown zeigte Neuville T♠J♥ für Toppair plus Straightdraw, Matias hielt 7♦8♠ für zwei Paare. Die 7♠ am Turn brachte Matias prompt das Full House, alles war entschieden und die 2♣ am River belanglos.
Der EPT-Sieg sowie €404.793 gehen an Antonio Matias, der auch als Chipleader in das heutige Finale gegangen war. Runner-up Pierre Neuville erhält für seine starke Performance stolze €257.681 Preisgeld.
Das Ergebnis:
1 - Antonio Matias, Portugal, €404.793 (+ €10.000 Paket zum EPT Grand Final)
2 - Pierre Neuville, Belgien, PokerStars-Qualifikant, €257.681
3 - Jeff Sarwer, Kanada, € 156.170
4 - Jan Skampa, Tschechien, €117.128
5 - Joao Silva, Portugal, €78.085
6 - Michel Abecassis, Frankreich, €62.468
7 - Ryan Franklin, USA, PokerStars-Spieler, €46.851
8 - Andrei Vlasenko, Russland, €31.234








