Es ist vollbracht, die acht Finalisten der PokerStars.com European Poker Tour Prag im Atrium Casino des Hilton Hotel Prag stehen fest. Es war ein spannender vierter Turniertag mit deutscher Beteiligung, vielen spektakulären Händen und am Ende erreichten zwei Spieler zum wiederholten Male in dieser EPT-Saison den Finaltisch und auch ein deutscher Pokerspieler wird am Sonntag mit dabei sein.
Bei Bastian Trachte ging der Tag gut los und er konnte gegen Jan Skampa einen Pot gewinnen, der seinen Stack auf 1,1 Millionen Chips anschwellen ließ. Doch in Level 21 (8.000/16.000, Ante: 2.000) begann der Anfang vom Ende. Bastian Trachte raiste vor dem Flop und wurde von Anthony Roux aus dem Big Blind gecallt. Der Dealer legte K♥3♦K♦ in die Mitte, Roux checkte und Bastian setzte 44.000 in Chips. Roux machte den Call und es folgte die 4♥ am Turn. Wieder checkte der Franzose und Bastian feuerte weitere 131.000 Chips ab, die ebenfalls gecallt wurden. Der River brachte die 8♥, Bastian nahm sich Zeit und annoncierte dann 314.000. Diesmal überlegte Roux ganz lange, callte letztlich und Bastian muckte sofort seine Hand. Roux zeigte 5♠5♦ und schnappte sich den Pot.
Auf Platz 23 (€15.500) war dann schon Endstation, als Bastian, nach einem Button-raise von Sven Eichelbaum, vom Small Blind für 360.000 All-in pushte. Jan Skampa saß im Big Blind ging over the top, sodass Sven schweren Herzens A-K foldete. Im Showdwonw zeigte Bastian 3♥3♦, Skampa Pockettens und das Board wurde mit T♦A♦7♥Q♠3♣ gedealt.
Ein guter Fold also von Sven, der seinen Stack kurz vorher erst mehr als verdoppelt und gleichzeitig für den ersten Bust-out gesorgt hatte. Bori Yanpolskiy ging für 95.000 All-in und Sven schob vom Button ebenfalls seine 244.000 Chips in die Mitte. Im Big Blind saß Jan Skampa, der das Ganze callte und es kam zum Showdown:
Yanpolskiy - A♥6♦
Sven - Q♠Q♥
Skampa - 9♠9♣
Sven lag vorn und der Dealer legte 3♠J♣7♠K♠T♠ in die Mitte, sodass der Deutsche letztlich mit einem Flush die Chips einsammelte. Sven baute danach weiter auf und ging sogar mit über 800.000 in die Pause.
Für Andreas Eiler kam es dann in Level 22 (10.000/20.0000, Ante: 2.000) knüppeldick. Nachdem Sebastian Boyard den Pot für 90.000 vom Button eröffnet hatte, ging Andreas 360.000 All-in. Boyard war knapp gecovert und callte mit K♥J♠, während Andreas A♠J♦ hielt. Bis zur Turncard war alles in Ordnung, denn es wurde J♥2♠J♣6♦ gedealt, der River war dann aber Brutal: K♦. Statt zu verdoppeln, blieben Andreas noch zwei Big Blinds, die er mit A♥4♠ gegen Pockettens von Team PokerStars Pro Luca Pagano abgab. Wie Bastian, kassierte auch Andreas als 18. €15.500 Preisgeld.
Damit war aus deutscher Sicht nur noch Sven Eichelbaum dabei und der nahm mit Paulo Gomes einen weiteren Spieler vom Tisch, als seine Pockettens gegen Pocketnines hielten, und durchbrach die Marke von einer Million.
Team PokerStars Pro Luca Pagano hatte seine Keyhand ebenfalls in Level 22, als er mit Pocketaces gegen Pockettens von Jolmer Meelis auf über 1,6 Millionen verdoppeln konnte (Board: 5♦8♥A♦5♠2♠).
Level 23 verlief dann völlig unspektakulär, bis in der letzten Hand der Holländer Jolmer Meelis mit Pocket-Vieren gegen die Asse von Priyan de Mel den Kürzeren zog und auf Rang 16 für €20.000 ausgeschieden war.
In Level 24 (15.000/30.000, Ante: 3.000) zog das Tempo dann deutlich an und es dauerte nur 45 Minuten ehe das Feld auf zehn Spieler reduziert war. Sebastian Boyard verlor sein Preflop-All-in mit Pocketqueens gegen die Pocketkings von Eyal Avitan und Evgeniy Zaytsev mit A♣Q♠ gegen A♠K♣ von Anthony Roux.
Yann Brosolo bekam seine 900.000 mit A♠K♣ gegen A♦Q♣ von Stefan Mattsson in die Mitte, doch am Flop kam eine Queen und so musste auch der Franzose gehen. Es folgte George Secara, der mit A♦J♣ gegen K♣7♣ von Jan Skampa zwar Toppair floppte, aber A♣9♥3♣ brachte auch den Nutflushdraw für den Tschechen und der materialisierte sich mit der 2♣ bereits am Turn.
Rang elf ging dann an Kalle Niemi dessen All-in, nach Raise von Laurence Ryan, vom Big Blind für 423.000 gecallt wurde. Niemi zeigte A♥7♦, Ryan 4♣4♦ und der Flop brachte dem Finnen zunächst die Führung: 7♥8♦K♥. Doch am Turn kam die 4♥ und brachte Ryan das Set. Niemi hoffte noch auf ein weiteres Herz zum Flush, doch es folgte der K♠ am River - Full House für den PokerStars-Qualifikanten aus Irland.
Zwei Minuten vor Ende von Level 24 wurde es dann noch einmal richtig spektakulär. Die Action war einfach, Juha Lattamus brachte seine fast eine Million Chips mit Pocketjacks schon vor dem Flop gegen A♠K♦ von Anthony Roux im Pot unter. Dann ging es los. Der Flop mit K♥3♣3♥ wendete das Blatt zu Gunsten von Roux, doch nach dem J♦ am Turn war der Finne wieder in Front und stand kurz vor dem wichtigen Verdoppler. Die Rivercard musste entscheiden und tatsächlich kam einer der zwei verbliebenen Könige (K♣), sodass Roux den Pot einstrich und Lattamus mit Rang zehn und €42.600 vorlieb nehmen musste. Was für eine verrückte Hand und was für ein actionreicher Level.
Es ging in Level 25 und die letzten Neun wiesen folgende Chipcounts auf:
Jan Skampa - 3.571.000
Anthony Rou - 2.854.000
Eyal Avitan - 2.550.000
Stefan Mattsson - 2.429.000
Luca Pagano - 2.082.000
Laurence Ryan - 1.383.000
Priyan de Mel - 1.181.000
Sven Eichelbaum - 780.000
Gustav Ekerot - 612.000
Es wurde also eng für Sven, aber letztlich schaffte der 32-Jährige tatsächlich ins Finale. Priyan de Mel musste sich auf Rang neun verabschieden. Er hatte, nach einem Raise von Mattsson, auf 218.000 erhöht, der Schwede callte und der Flop wurde mit 4♥8♥3♥ gedealt. Der Brite checkte, Mattsson setzte 201.000 an und de Mel ging All-in. Mattsson callte umgehend mit 3♦3♣ zum Set, de Mel zeigte A♦K♥ zum Flushdraw. Am Turn folgte die 7♦, am River die 2♣ und Tag 4 der EPT Prag war beendet. Auch Priyan de Mel erhielt €42.600 Preisgeld.
Luca Pagano hat damit wieder einmal für ein Superlativ gesorgt, denn es ist sein sechster Finaltisch in der EPT-Geschichte, womit er seinen eigenen Rekord weiter ausbaut. Dazu kommt Jan Skampa, der erst vor zwei Wochen Rang vier bei der EPT VIlamoura erreicht hat.
Zu den Pay-outs.
Die Sitzverteilung und die Chipcounts für das Finale:
Seat 1 - Anthony Roux, Frankreich, 2.839.000
Seat 2 - Stefan Mattsson, Schweden, 3.553.000
Seat 3 - Laurence Ryan, Irland, 1.338.000
Seat 4 - Gustav Ekerot, Schweden, 502.000
Seat 5 - Sven Eichelbaum, Deutschland, 658.000
Seat 6 - Jan Skampa, Tschechien, 3.935.000
Seat 7 - Eyal Avitan, Israel, 2.627.000
Seat 8 - Luca Pagano, Italien, 2.119.000








