EPT Prag: Zehn Stunden bis zum letzten Showdown

ept-thumb-promo.jpgVor dem Finale der PokerStars.com European Poker Tour Prag im Atrium Casino des Hilton Hotel gab es viele Fragen. Zum Beispiel diese: Kann Team PokerStars Pro Luca Pagano bei seiner sechsten Finalteilnahme endlich seinen ersten EPT-Titel gewinnen? Nutzt Jan Skampa seine zweite Chance nach der EPT Vilamoura und sorgt damit gleichzeitig dafür, dass der Titel, wie in Portugal, von einem einheimischen Spieler geholt wird. Oder sorgt vielleicht der deutsche Amateurspieler Sven Eichelbaum für die Sensation und rollt das Feld von hinten auf?

Die Ausgangspositionen:

Seat 1 - Anthony Roux, Frankreich, 2.839.000
Seat 2 - Stefan Mattsson, Schweden, 3.553.000
Seat 3 - Laurence Ryan, Irland, 1.338.000
Seat 4 - Gustav Ekerot, Schweden, 502.000
Seat 5 - Sven Eichelbaum, Deutschland, 658.000
Seat 6 - Jan Skampa, Tschechien, 3.935.000
Seat 7 - Eyal Avitan, Israel, 2.627.000
Seat 8 - Luca Pagano, Italien, 2.119.000

35 Minuten standen noch auf der Uhr für Level 25 (20.000/40.000, Ante: 4.000), es ging gleich richtig zur Sache und die dritte Frage war recht schnell beantwortet. Leider musste sich der letzte deutsche Vertreter gleich auf Rang acht verabschieden. Sven eröffnete den Pot mit einem Raise auf 90.000, Larry Ryan erhöhte vom Big Blind auf 365.000 und Sven überlegte. Dann ging er All-in, Ryan snap-callte und drehte A♥A♣ um. Der Dresdner benötigte dringend Hilfe mit A♦J♦ und die Turncard brachte Hoffnung in Form eines Flushdraws (Board: 6♦9♣Q♠Q♦). Aber am River schlug die 5♣ ein und Sven blieb ein Preisgeld in Höhe von €55.500.

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Sven Eichelbaum


Nur zehn Minuten später war es auch um den Schweden Gustav Ekerot geschehen, der vom Cut-off seine 550.000 Chips in die Mitte schob und durch ein Reraise von Eyal Avitan aus dem Small Blind isoliert wurde. Der Israeli zeigte ebenfalls Pocketaces, Ekerot drehte Q♥7♥ um und das Board wurde mit 4♠5♠4♥4♣T♣ gedealt. Ekerot erhielt als Siebter €71.000 Preisgeld.

In Level 26 erwischte es dann den Spieler, dem sicherlich viele Pokerfans besonders die Daumen gedrückt hatten. Team PokerStars Pro saß zum sechsten Mal am Finaltable eines EPT-Events, wollte natürlich unbedingt endlich seinen ersten Sieg feiern, doch daraus wurde auch in Prag nichts. Luca saß am Button, als zu ihm gefoldet wurde und er den Pot mit 125.000 Chips eröffnete. Stefan Mattsson saß im Big Blind reraiste auf 320.000 und Luca annoncierte das All-in für über zwei Millionen Chips. Mattsson callte ohne Umschweife mit Q♣Q♥ und lag vorn gegen A♣J♦. Das Board wurde mit 6♦K♥4♣Q♦6♣ gedealt, Luca Pagano wurde Sechster für €100.000 und verabschiedete sich wie gewohnt als Gentleman vom Finaltisch. Auch diese Frage war also geklärt.

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Luca Pagano


Nur eine Hand später folgte der nächste große Showdown. Es war ein Blindbattle zwischen Mattsson (SB) und Larry Ryan (BB), das mit einem All-in für den Iren endete. Mattsson packte Asse aus, Ryan Pocketjacks und auch diesmal brachte das Board keine Überraschung (K♠8♠6♦5♥3♠). Fünfter Platz für den PokerStars-Qualifikanten, der satte €135.000 mit in die Heimat nehmen wird.

Vier Spieler gingen also in den 27. Level (30.000/60.000, Ante: 5.000) und Shortstack Anthony Roux schaffte prompt den Verdoppler mit Pocketkings gegen A♦K♣ von Jan Skampa, sodass alle Spieler mit reichlich Chips ausgestattet waren:

Stefan Mattsson - 6.800.000
Jan Skampa - 4.400.000
Eyal Avitan - 3.900.000
Anthony Roux - 2.400.000

Danach gab es gut 30 Minuten keinen einzigen Showdown, ehe der bis dahin größte Pot ausgespielt wurde. Wieder kam es vor dem Flop zum All-in und wieder prallten zwei sehr starke Hände aufeinander. Mattsson raiste vom Button, Skampa erhöhte vom Small Blind auf 485.000, Mattsson machte daraus eine Million und der Tscheche schob seinen kompletten Stack All-in. Der Schwede überlegte nicht lange und callte mit Q♠Q♦, Skampa legte K♦K♣ in die Mitte und es ging um 8,5 Millionen in Chips. Das Board wurde mit 5♦7♠3♣7♦A♠ gedealt und Jan Skampa übernahm die Führung im Chipcount.

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Jan Skampa


Für Roux blieb es ein Auf und Ab. Als der Franzose wieder runter auf 1,2 Millionen Chips war, verdopplete er noch einmal mit Pocketjacks gegen Jan Skampa, der A♦Q♠ hielt. Kurz vor dem Ende von Level 27 war dann aber doch Endstation. Eyal Avitan raiste vom Small Blind auf 180.000, Roux erhöhte vom Big Blind auf 460.000 und der Israeli ging All-in. Roux war gecovert und callte mit Pockettens, Avitan zeigte A♣K♠ und gleich im Flop kamen K♣A♠4♣. Turn 2♠[, River 5♣ und es waren nur noch drei Spieler im Turnier. Anthony Roux kassierte €171.000 Preisgeld.

Jan Skampa - 6.690.000
Eyal Avitan - 6.545.000
Stefan Mattsson - 4.350.000

Für Mattsson wurde es danach ganz eng, denn er rutschte auf 1,3 Millionen ab. Ein Verdoppler mit A♥K♥ gegen A♦9♥ brachte ihm zum Ende von Level 28 noch einmal ins Spiel zurück. Auch Level 29 überstand der Schwede noch, aber gleich in der ersten Hand von Level 30 (60.000/120.000, Ante: 15.000) war das Turnier für ihn beendet. Nach einem Raise von Avitar, ging Mattsson mit Q♦T♠ und 1.475.000 All-in, Avitar callte mit J♦T♥ und floppte die Straight: 7♠8♠9♠. Mattsson benötigte einen Jack zur höheren Straight, aber es folgten die 3♣ und die 6♣. Das bedeute Rang drei und €255.000 Preisgeld für Stefan Mattsson.

Im Heads-up wurde es dann ganz zäh. Jan Skampa schloss Level 30 mit 9.810.000 zu 7.710.000 Millionen in Chips ab und nach Level 31 stand es 9.150.000 zu 8.370.000 für den Tschechen. Im 32. Level (100.000/200.000) schien Skampa das Spiel von Avitan dann aber komplett durchschaut zu haben. Er raiste konsequent vom Button, achtete zunächst nur auf die Reaktion des Israeli, bevor er selbst das Board begutachtete und zog langsam aber sicher die Chips auf seine Seite.

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Heads-up


Avitar hatte nur noch knapp über vier Millionen, ehe es dann zum ersten All-in im Heads-up kam. Skampa raiste vom Button auf 450.000, Avitar, der zuvor maximal gecallt hatte, schob seinen Stack in die Mitte und wurde sofort gecallt. Zwei rote Jacks drehte Skampa um und lag ganz klar vorn gegen J♣9♠. Der Dealer drehte bis zum Turn K♥6♦2♣8♥ um und Avitar war drawing-dead. Die Anhänger von Jan Skampa jubelten, ehe die unbedeutende 5♥ gedealt wurde, und Jan Skampa ließ sich verdientermaßen feiern.

Nach dem vierten Rang in Vilamoura, landete der junge Tscheche in seiner Heimatstadt diesmal den ganz großen Wurf und kassierte €682.000 Prämie und hatte die letzten offenen Frage beantwortet. Eyal Avitar, der sich sichtlich über sein Spiel im Heads-up ärgerte, bekam als Runner-up €454.000 Preisgeld.

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EPT-Champion Jan Skampa


Das Ergebnis:

1 - Jan Skampa, Tschechien, €682.000
2 - Eyal Avitan, Israel, €454.000
3 - Stefan Mattsson, Schweden, €255.000
4 - Anthony Roux, Frankreich, €171.000
5 - Larry Ryan, Irland, PokerStars-Qualifikant, €135.000
6 - Luca Pagano, Italien, Team PokerStars Pro, €100.000
7 - Gustav Ekerot, Schweden, €71.000
8 - Sven Eichelbaum, Deutschland, €55.500