Das Finale der PokerStars.net EPT Kyiv Sports Poker Championship im Sports Palace begann mit einem echten Paukenschlag, denn zwei der Bigstacks prallten bereits in Level 24 (15.000/30.000, Ante: 3.000) heftig aneinander. Zunächst raiste Adrian Schaap auf 80.000, doch nach einem Reraise von Alexander Dovzhenko auf 190.000 und einer weiteren Erhöhung von Vadim Markushevski auf satte 590.000, verabschiedete sich der Holländer umgehend aus der Hand. Die Preflop-Action war damit noch nicht beendet, denn Lokalmatador Dovzhenko ging für 1,93 Millionen All-in und hatte Markushevski damit knapp gecovert. Der Weißrusse ahnte, dass hier eine kranke Hand abläuft, konnte sich aber verständlicherweise nicht von K♥K♠ trennen und callte. Dovzhenko zeigte tatsächlich A♥A♣ und nachdem das Board mit 8♣2♠T♠4♣T♦ gedealt wurde, war die erste Überraschung des Tages perfekt.
Zu den Profiteuren der frühen Action gehörte auch Torsten Tent, der mit 264.000 Chips als deutliches Schlusslicht ins Finale gestartet war. Mehr als Rang sieben war aber nicht drin, da er zudem seine Asse gleich zu Beginn nicht ausbezahlt bekam. Torsten hatte nur noch 190.000 Chips und musste sich bewegen. Das tat er dann mit A♣8♠ nach einem Raise von Maxim Lykov, der natürlich den Rest nachzahlte und K♦8♦ zeigte. Die gute Ausgangsposition machte der Flop mit 8♥K♣3♣ zunichte und nach 4♦9♠ auf Turn und River war die EPT Kiew für den 31-Jährigen vorbei. Das Preisgeld beträgt €45.000 und damit wird der deutsche Hobbyspieler sicherlich mehr als zufrieden sein.
Nach der nächsten Eliminierung waren die Osteuropäer dann unter sich, denn der Holländer Adrian Schaap war an der Reihe. Maxim Lykov, der zuvor einige Chips abgeben musste, raiste einmal mehr first-in und Adrian reraiste für 550.000 All-in. Es wurde zu Lykov gefoldet und der callte mit Pockettens. Adrian drehte A♥Q♣ um und musste also das Board treffen. Der Dealer legte aber 4♠4♦3♥J♦2♥ und der 45-Jährige bekam als Sechster €60.000 ausbezahlt.
Es dauerte dann eine ganze Weile, bis der nächste Spieler den Tisch verlassen musste. Vitaly Tolokonnikov hatte den Pot eröffnet und Lucasz Plichta pushte für 795.000 All-in. Der Russe callte sofort und zeigte Q♣Q♥, der Pole musste mit 8♦8♣ auf Hilfe vom Board hoffen. Der Flop brachte dann die 8♥, aber auch die Q♠ zum höheren Set für Vitaly. Nach zwei Blanks auf Turn und River musste sich Lucasz mit Rang fünf und €80.000 Preisgeld begnügen, was für den PokerStars-Qualifikanten allerdings seinen bisher größten Erfolg darstellt.
Nur ein paar Hände später raiste Alexander Dovzhenko und Arthur Simonyan pushte für seine restlichen 275.000 vom Small Blind mit Q♣8♣ All-in. Dovzhenko hatte einen leichten Call mit Pockettens. Der Flop mit K♣4♦8♦ gab Arthur noch ein wenig Hoffnung, aber die 4♥ und der K♦ auf Turn und River machten diese zunichte. Für den Spieler aus Moskau, der sich in den vergangenen zwei Tagen als Shortstack zum Überlebenskünstler entwickelt hatte, bedeutete dies ein Preisgeld in Höhe von €100.000.
Die Stacks der drei letzten Spieler waren zum Dinnerbreak mit jeweils gut drei Millionen ausgeglichen, aber gleich in der zweiten Hand nach der Pause (Level 28: 40.000/80.000, Ante: 5.000) musste sich Vitaly Tolokonnikov schon verabschieden. Der Russe hatte die Hand mit einem Raise auf 210.000 eröffnet, bekam ein Reraise von Maxim Lykov auf 550.000 und ging daraufhin für knapp drei Millionen All-in. Lykov machte den Call mit A♦J♣, Tolokonikov hatte 7♥7♦ umgedreht. Der Flop mit 3♣Q♠5♥ änderte nichts, aber am Turn schlug das A♥ ein. Nach der 8♦ am River war alles gelaufen für den 22-jährigen aus Moskau. Sein Preisgeld für Rang drei beträgt €140.000.
Maxim Lykov ging also mit fast sechs Millionen Chips in das Heads-up gegen Lokalmatador Alexander Dovzhenko, der mit drei Millionen ausgestattet war. Es wäre nach Vicky Coren (EPT3 London) der erste Sieg für einen Spieler aus der gastgebenden Stadt gewesen, aber Lykov machte Dovzhenko einen Strich durch die Rechnung und nach wenigen Händen war die EPT Kiew entschieden.
Lykov raiste vom Button auf 220.000 und Dovzhenko machte den Call. Der Flop kam mit 4♠J♦7♠, beide Spieler checkten und sahen die 4♣ am Turn. Lykov checkte erneut, doch Dovzhenko spielte 400.000 an.Der Russe erhöhte diesen Einsatz auf 1.000.000 und Dovzhenko ging sofort All-in. Mit einem Schulterzucken callte Lykov und drehte 4-9 für Trips Vieren um, während sein Kontrahent nur J♣T♥ für Top Pair zu bieten hatte. Die letzte gedealte Karte des Abends war das A♦ und damit war das erste EPT-Turnier der sechsten Saison nach etwas über sechs Stunden Spielzeit entschieden. Maxim Lykov gewinnt seinen ersten großen Titel sowie €330.000 Preisgeld und Runner-up Alexander Dovzhenko darf sich über €220.000 Prämie freuen.
Der PokerStarsblog.de verabschiedet sich damit aus Kiew und bedankt sich bei allen Lesern. Die nächste EPT-Station lässt aber nicht lange auf sich warten, denn am 3. September melde ich mich aus Barcelona, wenn Sebastian Ruthenberg versuchen wird seinen Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen.
Spielerprofile: Teil I
Spielerprofile: Teil II
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