PokerStars-Qualifikant Carter Phillips hat die PokerStars.com European Poker Tour Barcelona der sechsten Saison und damit €850.000 Siegprämie gewonnen. In einem spannenden Heads-up-Match bezwang der Kanadier den Engländer Marc Goodwin und wusste im ersten Interview nach dem Triumph noch gar nicht so richtig was er sagen sollte: „So ein Sieg ist natürlich der Traum für jeden Pokerspieler."
Der erste Bust-out ging auf das Konto von Marc Goodwin, der in Level 26 (25.000/50.000, Ante: 5.000) ein Raise von Matt Lapossie für 120.000 vom Small Blind callte. Georgios Kapalas saß im Big Blind und pushte seine 695.000 All-in. Lapossie foldete, aber Goodwin callte mit A♦T♣ und Kapalas drehte im Shwodown K♣Q♣ um. Das Board brachte 2♣7♣6♠A♥8♠ und damit Top Pair für den Engländer und der Grieche ging auf Rang acht für €80.000 Preisgeld.
Danach war Lapossie dran, der ein Raise von Santiago Terrazas auf 300.000 mit einem Re-raise beantwortete, das ausreichte um den Spanier All-in zu setzten. Der callte mit A♥K♣, Lapossie hielt A♣9♣ und das Board änderte nichts an der Ausgangsposition. Terrazas verdoppelte auf 1,6 Millionen, während Lapossie auf 1,2 zurückfiel. In einer der letzten Hände von Level 26 fand der Kanadier dann nicht die Bremse, nachdem ausgerechnet der sehr tighte Toni Ojala ein Raise von Lapossie auf 140.000 aus dem Big Blind mit einem Re-raise beantwortete. Lapossie schob dennoch All-in, wurde insta gecallt und musste so mit J♣4♥ gegen Pocketqueens antreten. Das Board brachte sogar das Full House für den Finnen und einer der Favoriten war als Siebter (€120.000) ausgeschieden.
Dennoch musste Ojala als nächster Spieler seinen Stuhl räumen. Mihai Manole raiste zunächst auf 150.000, Phillips callte vom Button und Ojala erhöhte vom Big Blind auf 400.000. Manole gab die Hand auf, aber Phillips machte eine Vier-bet auf 980.000. Das gefiel dem Finnen überhaupt nicht und dennoch schob er seine 2.375.000 Chips zum All-in rein. Phillips callte sofort mit Pocketaces, Ojala zeigte erneut Pocketqueens, traf diesmal aber nicht das Set. Für Ojala bedeutete dies ein Preisgeld in Höhe von €160.000.
Phillips hatte damit die Marke von 6 Millionen Chips geknackt und führte vor Goodwin (4,8 Millionen). Phillips baute seine Führung danach weiter aus und räumte auch Asa Smith ab, der mit A-3 vom Small Blind gepusht hatte. Phillips war im Big Blind, callte mit A-5 und das Board brachte 6-2-5-7-9. Der Engländer verabschiedet sich auf Platz fünf und durfte sich über €200.000 freuen.
Nicht einmal eine Stunde später war auch schon das Heads-up erreichte, denn Goodwin nahm kurz nacheinander Manole und Terrazas aus dem Spiel. Gegen Manole war er zwar mit A♦9♠ vs. A♣T♣ dominiert, aber das Board brachte tatsächlich vier Pik und somit den Flush für Goodwin. Platz vier brachte dem Rumänen €250.000 Preisgeld.
Wenige Hände später eröffnete Phillips den Pot, Goodwin und Terrazas callten und der Flop brachte K♥4♣2♣. Der US-Amerikaner setzte für 375.000 nach, Goodwin flat-callte und Terrazas ging dahinter für 1,8 Millionen All-in. Phillips hatte eine leichte Entscheidung und foldete, aber Goodwin benötigte etwas länger und callte letztlich mit K♠J♣ für Top Pair. Der Spanier zeigte 5♣8♣ zum Flushdraw der sich allerdings nicht materialisierte. Unter großem Applaus verließ Terrazas den Finaltisch und ist damit als Dritter um €300.000 reicher.
Im Heads-up führte Phillips mit knapp neun Millionen zu 4,5 Millionen, doch Goodwin glich das Ganze nach dem Abendessen wieder aus. Es war also wieder alles offen, aber Phillips erkämpfte sich erneut eine 2:1-Führung und nach fast drei Stunden erwischte er Goodwin bei einem Bluff. Goodwin callte zunächst ein Raise für 265.000 vom Button und der Flop brachte K♦5♣4♥. Dann checkte der Engländer, Phillips setzte 310.000 und wurde erneut gecallt. Nach der Q♠ am Turn ging Goodwin dann All-in für über vier Millionen, Phillips schien eine Hand zu haben und fragte seinen Widersacher: „Warum triffst du immer dann, wenn ich auch getroffen habe?" Es dauerte Minuten, aber letztlich machte Phillips den Call mit K-J und Goodwin musste A-T für den Bluff aufdecken. Nur ein Jack oder ein As konnte Goodwin noch retten, aber am River kam ein 5 und alles war gelaufen. Runner-up Marc Goodwin bekommt €530.000, der ganz dicke Scheck geht an den neuen Champion der EPT Barcelona Carter Phillips.
Das Ergebnis vom Finaltisch:
1 - Carter Phillips, USA, PokerStars-Qualifikant, €850.000
2 - Marc Goodwin, GB, €530.000
3 - Santiago Terrazas, Spanien, PokerStars Spieler, €300.000
4 - Mihai Manole, Rumänien, €250.000
5 - Asa Smith, GB, €200.000
6 - Toni Ojala, Finnland, €160,000
7 - Matt Lapossie, Kanada, PokerStars-Qualifikant, €120,000
8 - Georgios Kapalas, Griechenland, €80,000








