WSOP - Main Event: Viel Action und viele Bust-outs an Tag 2A

Es war erneut ein langer Tag im Rio-Casino. Fünf Level wurden an Tag 2A der $10.000 No-Limit Hold'em World Championship gespielt, sodass gegen 0:45 Uhr in der Nacht von den ursprünglich 1.476 Pokerspielern nur noch ca. 630 übrig waren. Es waren viele Spieler aus dem deutschsprachigen Raum mit von der Partie und eine ganze Reihe überlebte den Marathon nicht.

Für die drei deutschen PokerStars-Pros war bereits früh Endstation. Sandra Naujoks war mit knapp 17.000 gestartet und es kam sehr schnell mit :Ah:Kd zum All-in gegen einen Spieler, der :Qh:Qc hielt. Der Flop (:6s:8c:Qd) brachte sofort das Set und nach Blanks an Turn und River war der Main Event für die Berlinerin gelaufen.


Johannes Strassmann

Wenig später erwischte es Johannes Strassmann, der noch etwas mehr als 20.000 in Chips hielt und diese mit Pocketkings gegen Pocketqueens in die Mitte bekam. Auch diesmal tauchte gleich am Flop (:Ac:4c:Qs) eine weitere Dame auf, River (:2d) und Turn (:4d) änderten nichts und auch Johannes musste an die Rails.

Katja Thater erwischte es in Level sechs (250/500, Ante: 50). Zunächst büßte sie in folgender Hand über zwei Drittel ihrer 35.000 Chips ein: Nach einem Raise aus mittlerer Position auf 1.500 callte Katja vom Small Blind und der Spieler im Big Blind zahlte ebenfalls nach. Der Flop brachte :8s:9h:2h, Katja und der Big Blind checkten, doch nach dem Einsatz des Initial-Raisers auf 2.500 erhöhte Katja auf 7.000. Der Big Blind foldete, aber der andere Spieler callte und am Turn tauchte der :Jd auf. Jetzt brachte Katja von vorn knapp Pot, was für ihren Gegenspieler schon das All-in bedeutete. Im Showdown zeigte Katja Pockettens und einen Open-ended Straightdraw, ihr Gegner :Ah:7h für Flushdraw, Gutshot und Overcard. Der River brachte ihr zwar das Set (:Tc), aber gleichzeitig auch die Straight für ihren Gegenspieler. Eine knappe halbe Stunde später war auch für die Hamburgerin das Turnier gelaufen, als sie mit :Jx:8x ihre restlichen 9.000 im Pot unterbrachte und in Asse lief.

Und die schlechten Nachrichten aus dem deutschen Lager hielten an. Auch Tim Ulrich hatte seinen Stack, der zu Beginn immerhin bei 65.000 lag, schnell verblasen. Er callte nach Raise und Call vom Big Blind mit :5h:4h und der Flop brachte mit :2h:3h:4d einen Monsterdraw für den Spieler aus Lübeck. Nach Bet, Raise und Reraise gingen die Chips dann auch am Flop in die Mitte und Tim lag gegen eine gefloppte Straight (:5x:6x) hinten. Die Outs zum Flush oder zum Splitpot kamen nicht und ein weiterer deutscher Spieler war ausgeschieden.

Zuvor hatte es schon Benny Spindler und Tom Pochert erwischt und etwas später folgten Thomas Richter, Nicolas Fitze, Alex Jung, Tobias Reinkemeier, Martin Kläser und Daniel Zink.


Peter Buermann

Die sechs Qualifikanten Marc Gork, David Windisch, Peter Buermann, Marcel Bache, Florian Manz und Manfred Seymann waren auch im neunten und letzten Level (500/1.000, Ante: 100) noch dabei. Marcel konnte seinen Stack zeitweise auf gut 75.000 ausbauen, nachdem er einen Spieler mit Pocketjacks gegen :Kx:7x vom Tisch genommen hatte. Marc Gork hatte schon fast 100.000 aufgebaut, als er plötzlich kurz vor dem Dinnerbreak im Amazon Room mit dem Rücken auf dem Boden lag und sich die Hände über das Gesicht schlug. Marc hatte vor dem Flop auf 1.825 geraist und bekam zwei Caller. Der Dealer legte dann :5h:9d:2d in die Mitte, Marc setzte weitere 3.800, wurde von einem Spieler gecallt und der nächste raiste auf 12.300. Marc setzte noch einem obendrauf und erhöhte auf 22.500, die nur noch von dem Raiser gecallt wurden. Am Turn tauchte dann die :2c auf, Marc checkte und musste mit ansehen wie sein Gegner 58.000 Chips in die Mitte schob. Marc ging tief in sich, entschied sich letztlich aber zum Push. Damit hatte er seinen Gegner gecovert, aber der hatte nicht mehr viel dahinter und callte mit :Qh:9h. Marc zeigte :Qd:Qs und lag vorn, aber dann folgte der Schlag ins Gesicht, denn der Dealer drehte am River die :9c um. Der 2-Outer war angekommen und Marc blieben nur noch 27.000 in Chips. Die konnte er gleich in der nächsten Hand mit einem Flush verdoppeln, mehr war aber nicht drin. Vor seiner letzten Hand saß er im Big Blind (1.000), hielt noch 23.000, der Spieler UTG raiste, drei Mann callten und Marc pushte aufgrund der Situation mit :6s:3s. Die ersten drei foldeten sogar, aber der vierte Spieler callte mit :Qx:9x und das Board brachte :Ax:5x:7x:Kx:2x.

Für Manfred Seymann war kurz nach Beginn von Level neun Endstation. Er hatte nach eigener Aussage eine Hand mit :Ax:7x nicht gut gespielt und war von ehemals 57.00 auf 30.000 abgesackt. Dann limpte er für 1.000 aus mittlerer Position, der Spieler vom Button machte daraus 6.500 und der Flop ging mit :6s:4h:5h auf. Manfred setzte von vorn 12.000 wurde gecallt und nach der :9s am Turn gingen auch die restlichen 12.000 in den Pot. Jetzt kam sein Gegner ins Grübeln, aber er callte mit Assen und Manfred drehte :Ah:6h um. Die Outs kamen nicht an (River: :8d) und Manfred musste seinen Stuhl räumen.


Manfred Seymann

Und es gab weiter richtig Action im deutschen Lager, denn auch Peter Buermann musste kräftig Chips abgeben. Er war mit 115.000 Chips in den Tag gestartet und hatte bis zum Break auf ca. 80.000 abgebaut. Diese Zahl wurde dann in Level acht (400/800, Ante: 100) noch einmal halbiert. Nach einem Raise auf 2.000 aus mittlerer Position und einem Call zahlte Peter vom Big Blind nach und der Flop brachte :5d:6d:Th. Der Spieler aus Heidelberg checkte, der Aggressor setzte 5.000 und der dritte Spieler im Bunde callte. Peter setzte dann zum Reraise an und feuerte 22.000 ab. Der erste Spieler foldete sofort, aber der Caller ging, nachdem er mehrfach seine Chips durchgezählt hatte, für insgesamt 37.000 all-in. Peter zahlte den Rest nach, drehte :Jd:Td für Top Pair plus Flushdraw um und war sichtlich überrascht, als sein Gegner :5s:5c zum Set umdrehte. "You only call with a Set?", fragte Peter. Das Board lief mit :2s:7h aus. Aber Peter kam zurück und eine Stunde später hatte er die Marke von 100.000 erneut durchbrochen und letztlich waren es gute 140.000, die er eintüten durfte.

Am Ende hatten es auch David (30.000), Marcel (52.600), Florian (20.400), Frederik Keitel (77.200), Henry Nowakowsky (145.000), Ivo Donev (115.000), Tim Kahlmeyer (155.700) und Dragan Galic (80.900) geschafft. Für Dragan waren die letzten zwei Level ein Wechselbad der Gefühle. Er hatte schon 180.000 vor sich stehen, stürzte dann auf 20.000 ab und vervierfachte wieder.

Am Mittwoch geht es mit Tag 2B weiter und dann wird das Rio mit gut 2.800 Spielern wieder rappelvoll sein. Die Chipcounts von Tag 2A folgen wie immer im Laufe des Tages und die international interessierten Leser weise ich erneut auf den PokerStarsblog.com hin.
 

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