WSOP - Main Event: Tag 3 ist im Kasten

Ein actionreicher dritter Turniertag der $10.000 World Championship No-Limit Hold'em im Rahmen der 40. World Series of Poker ist beendet. Knapp 800 der ursprünglich 2.044 Spieler haben den Sprung in den vierten Tag geschafft und dann wird auch die Moneybubble (648 bezahlte Plätze) zum Platzen gebracht. Aus deutscher Sicht gab es wieder Licht und Schatten.

Wie es bei dem letzten deutschen PokerStars-Pro Benjamin Kang lief, dokumentiert folgende Hand. Ben raiste auf 7.000 und wurde von einem Spieler in mittlerer Position gereraist. Der drehte :7s:3h:Js um und es wurde gecheckt. Nach dem :Kc am Turn wiederholte sich das Szenario und es tauchte am River die :Qd auf. Ben checkte, sein Gegner setzte 25.000, Ben callte mit Pocket-Dreien für das gefloppte Set und sah :Ax:Tx beim Gegner. "Das kann nicht wahr sein", haderte Ben, ehe der Tisch aufgelöst wurde. Im letzten Level musste er dann mit knapp 50.000 Chips auskommen und blindete letztlich auf 30.000 runter.


Nasr El Nasr

Ganz anders Nasr El Nasr, der einen ganz starken Tag erwischte und sich aufgrund seines großen Stacks auch den ein oder anderen Coinflip leisten konnte. Nach einem Raise aus mittlerer Position und einem Call reraiste Nasr vom Button auf 20.000, der Initial-Raiser pushte, Nasr callte mit :Ax:Kx und gewann den Flip gegen Pockettens um 80.000 Chips. Damit lag er bei 405.000 und es wurden noch wesentlich mehr. Aber auch Nasr spielte nicht fehlerfrei, wie er zugab, und ärgerte sich teilweise über sich selbst: "Ich muss auch immer wieder so einen Blödsinn zwischendurch spielen." Gemeint war eine Hand, als er nach Raise und Call vom Button mit :7s:6s reraiste. Der Flop ging auf mit :5s:Js:Ad und Nasr setzte, nachdem zu ihm gecheckt worden war, weitere 38.000. "Da hätte ich schön hinterherchecken können, aber bin dann wieder zu gierig und will den Pot mitnehmen", so Nasr. Der Spieler in mittlerer Position, der vor dem Flop eröffnet hatte, callte und am Turn tauchte die :5h auf. Beide checkten, Nasrs Gegner erkannte die Schwäche und setzte 65.000 von vorn, sodass der Berliner aufgab. Es war aber nicht wirklich viel passiert, denn 450.000 standen immer noch zu Buche und am Ende tütete er sogar satte 545.000 ein.

Dem stand Christian Heich in nichts nach. Im Januar hatte er ja schon bei den Aussie Millions für Furore gesorgt und auch diesmal stand er spätestens im Blickpunkt, seit er den US-Comedian Jason Alexander vom Hocker gehauen hatte. Friend of PokerStars Alexander setzte am Flop (:3x:4x:6x) 25.000 Chips und Christian machte die typische Handbewegung zum All-in. Alexander überlegte eine Weile, callte dann aber für seine restlichen gut 200.000 mit Pocketjacks. Christian musste nun zittern, denn er zeigte :6x:5x für das Paar Sechsen plus Open-ended Straightdraw. Am Turn tauchte eine :9x auf und am River schlug eine weitere :6x ein. Alexander schluckte, erwies sich aber als fairer Verlierer, wünschte Christian viel Glück und schenkte ihm noch seinen silbern glänzenden Cardprotector. "Aber wenn du ganz nach vorn kommst, dann möcht ich meinen Anteil", feixte Alexander und gab nebenbei schon die ersten Autogramme. Christian schoss mit 750.000 in die Top Ten und wurde zuletzt sogar mit 870.000 notiert.

Auch Mathias Kürschner machte gut Action im Amazon Room und baute seinen Stack schnell auf 250.000 in Chips aus. Zunächst bluffte er einen Gegner vor dem Flop, nach Raise und Reraise, per All-in aus den Pot. Etwas später zeigte das Board :Jc:Js:4c:3s, Mathias spielte 17.000 an, der gleiche Spieler raiste auf 50.000 und foldete, nachdem Mathias erneut all-in gegangen war. Zum Dinnerbreak schrumpfte der Stack des Düsseldorfers dann zwar auf 170.000, doch in den letzten zwei Levels baute er wieder auf und beendete den Tag mit komfortablen 340.000.

Aber es gab natürlich auch schlechte Nachrichten. Fabio Pilato hatte noch gut 120.000 in Chips und bekam dann in mittlerer Position Pocketkings gedealt. Nach einem Raise auf 5.000 aus früher Position callte er nur und auch der Small Blind zahlte nach. Der Flop brachte dann :2h:6c:2d, der Initial Raiser setzte 10.000, Fabio callte erneut, doch der Small Blind erhöhte auf insgesamt 40.000. Fabio zahlte nach und heads-up folgte am Turn die :8h. Der Spieler im Small Blind feuerte weitere 40.000 ab, Fabio ging all-in und wurde von Pocket-Sechsen zum Full House gecallt. Nach der :9d am River war das Turnier für ihn beendet.


Peter Buermann

Peter Buermann hatte bereits 350.000 vor sich stehen, schaffte es letztlich aber nicht einmal bis zum Dinnerbreak. Franz Fischer warf seine restlichen 45.000 mit Pocketqueens in den Ring und lief in Pocketkings. Auch für Michael Durrer, Cort Kibler-Melby, Frank Schneider, Dragan Galic, Daniel Drescher, Ivo Donev und einige andere deutschsprachige Spieler war an Tag 3 Endstation.

Geschafft haben es Alex Jalali (280.000), Marco Mattes (252.000), Tim Kahlmeyer (195.000), Andy Altmeyer (104.000) und Julius Malzanini (77.000). Frederik Keitel hielt zuletzt 35.000, ob er die letzten Minuten überstanden hat, werden aber erst die offiziellen Chipcounts zeigen.


ElkY

Zu den Chipleadern gehört auf jeden Fall Team-PokerStars-Pro Bertrand ElkY Grospellier, der ca. 1,4 Millionen Chips zu Buche stehen hat. Joe Hachem schaffte im letzten Level noch einen Verdoppler auf 190.000, Dennis Phillips hat gut 580.000 erwirtschaftet und auch Noah Boeken (190.000), Hevad Khan (260.000) sowie Maria Mayrinck (130.000) sind ebenfalls an vierten Turniertag dabei. Infos zu diesen Spielern findet ihr im PokerStarsblog.com.

Das Turnier wird am Samstag in Level 15 (2.000/4.000, Ante: 500) fortgesetzt, das Average liegt bei ca. 245.000 in Chips.
 

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