WSOP - Main Event: Neun Millionäre

Es ist geschafft! Nach insgesamt zwölf zumeist langen Turniertagen stehen die „November Nine" der WSOP $10.000 World Championship No-Limit Hold'em fest. Wie erwartet war es ein harter Kampf um jeden einzelnen Chip, ehe kurz vor 23 Uhr Ortszeit Las Vegas die letzte Hand gedealt wurde.

Für den letzten verbliebenen deutschen Pokerspieler Marco Mattes war dagegen schon im zweiten Level des Tages Endstation. Die Vorentscheidung fiel in Level 30 (60.000/120.000, Ante: 20.000). Marco hatte gerade erst ein All-in mit Pocketqueens gegen Phil Ivey (Pocketjacks) gewonnen und bekam wenige Minuten später in erster Position :Ac:Kh gedealt. Damit eröffnete er für 300.000 Chips den Pot und bekam ein Reraise von Nick Maimone im Small Blind auf 835.000. Marco fackelte nicht lange, ging all-in für weitere 4,5 Millionen und ebenso schnell callte Maimone mit Pocketqueens. Der Dealer legte dann :9c:8s:8h:Js:3d und Marco fiel zurück auf 660.000 in Chips.


Marco Mattes

Es folgte eine 20-minütige Pause, die Blinds stiegen auf 80.000/160.000 (Ante: 20.000) und gleich in der ersten Hand wurde zu Marco im Small Blind gefoldet. Der 22-Jährige ging mit :Jd:8d all-in und wurde von Joe Cada im Big Blind mit :Tc:5c gecallt. Das Board brachte sogar noch den :Jh und Marco verdoppelte auf 1,3 Millionen. Wenig später war für Marco der Main Event aber zu Ende. Er pushte mit Pocket-Fünfen, Cada pushte mit Pocket-Achten ebenfalls und nachdem alle anderen gefoldet hatten, drehte der Dealer :4d:2d:8d:7s:4s um. Für Marco blieb ein hervorragender 23. Rang, der mit $352.832 Preisgeld versüßt wurde.

Bis zum Bust-out von Nick Maimone als 15. ($633.022) ging es dann auch einigermaßen zügig voran, aber danach wurde das Ganze zum Nervenspiel. In der letzten Hand vor dem Dinnerbreak raiste Jamie Robbins auf 530.000 und James Akenhead pushte für 2.390.000 all-in. Robbins snapcallte mit Pocketaces und Akenhead musste mit :Kc:Qd auf ein kleines Wunder hoffen. Das Wunder stellte sich bereits am Flop ein, denn dort lagen wenig später :Kd:Qh:Js. Die :7c am Turn und die :5d am River änderten nichts. Robbins fiel zurück auf 1.340.000 in Chips, Akenhead hielt 5.090.000.

Kurz nach der 90-minütigen Pause folgte das nächste All-in und diesmal stand das Turnierleben von Robbins auf dem Spiel, denn er hielt Pockettens und Cada Pocketaces. Bis zum Turn hielten die Asse stand, aber am River schlug die :Th ein. Ein Set in allerletzter Sekunde für Robbins, der mit 3.310.000 weiterspielen konnte. Cada brachte diese Hand nicht wirklich in Bedrängnis, denn er war mit 17 Millionen immer noch voll dabei.


Ben Lamb

Nach gut 40 Minuten in Level 33 (120.000/240.000, Ante: 30.000) erwischte es dann aber Ben Lamb, der für 655.000 eröffnet hatte und von Jeff Schulman im Big Blind all-in gesetzt wurde. Lamb callte mit :As:Js, Shulman zeigte :Ad:Ks und das Board brachte :9h:Kd:3s:7d:2h. Auch für Lamb gab es $633.022 Preisgeld für seine tolle Main-Event-Performance.

Fünf Minuten später waren es sogar nur noch zwölf Spieler. James Calderaro reihte sich in die Bust-out-Liste ein. Er war short und ging gleich mit seinen restlichen 2,5 Millionen und :Kh:Js all-in. Kevin Schaffel callte mit Pockettens und das Board änderte nichts an der Ausgangposition. Wie zuvor für Maimone und Lamb, gab es auch für Calderaro $633.022.

Es verging eine knappe Stunde, ehe die Überraschung des Tages folgte. Billy Kopp hatte den ganzen Tag über unter den ersten drei Spielern im Chipcount verbracht, bis der größte Pot des Abends ausgespielt wurde. Kopp eröffnete für 600.000 aus früher Position und Darvin Moon callte vom Small Blind. Der Flop brachte :Kd:9d:2d, Moon checkte und callte dann 750.000 Chips. Nach der :2h am Turn checkte Moon erneut, Kopp setzte zwei Millionen und diesmal raiste Moon auf sechs Millionen. Kopp ging ohne mit der Wimper zu zucken all-in für fast 20 Millionen Chips. Moon zuckte ebenfalls nicht und callte das Ganze. Der Pot war damit gut 40 Millionen Chips schwer und der Showdown brachte :5d:3d zum Flush für Kopp und Moon drehte :Qd:Jd zum höheren Flush um. Wahnsinn! Die :7c am River war entsprechend wertlos.

 
Jamie Robbins

Fünf Minuten später folgte Jamie Robbins, dessen Bust-out wesentlich unspektakulärer ablief. Er pushte für 2,35 Millionen mit :Kc:Qs, Phil Ivey callte mit :Ah:Th und das Board brachte :8s:3s:3d:3h:5c. Robbins und Kopp kassierten beide $896.730 Preisgeld, aber vor allem Kopp war am Boden zerstört.

Somit wurden die letzten zehn  Spieler an einen Tisch in der ESPN-Arena gesetzt. Moon führte mit 44.300.000 in Chips vor Eric Buchman (36.780.000). Am meisten zittern mussten James Akenhead (5,1 Millionen) sowie Antoine Saout und Phil Ivey (je 10,2). 


Die letzten zehn Spieler

Bis zum nächsten Level waren es noch gut 40 Minuten, aber die wurden nicht mehr gebraucht. Chipleader Darvin Moon übernahm den letzten Bust-out. Er callte zunächst ein Raise von Eric Buchman für 650.000 und blieb auch nach der Erhöhung von Jordan Smith auf 2,6 Millionen dabei. Heads-up sahen sie den Flop mit :8c:4d:2d. Smith checkte, Moon spielte vier Millionen an und callte danach das All-in von Smith für gut zwölf Millionen. Im Showdown drehte Smith Pocketaces um, aber Moon hielt :8h:8d zum Set. Nach der :5h am Turn und der :Th am River war alles gelaufen und die „November Nine"-Millionäre waren gefunden.

Die Chipcounts:

Darvin Moon - 58.930.000
Eric Buchman - 34.800.000
Steven Begleiter - 29.885.000
Jeff Shulman - 19.580.000
Joe Cada - 13.215.000
Kevin Schaffel - 12.390.000
Phil Ivey - 9.765.000
Antoine Saout - 9.500.000
James Akenhead - 6.800.000

Die Pay-outs für November:

 Platz Preisgeld
1.$8.546.435
2.$5.182.601
3.$3.479.485
4.$2.502.787
5.$1.953.395
6.$1.587.133
7.$1.404.002
8.$1.300.228
9.$1.263.602

Der PokerStarsblog.de verabschiedet sich damit aus Las Vegas.

Archiv