WSOP - Main Event: Nach der Bubble zündete der Turbo

Tag 4 war der bisher kürzeste Tag der WSOP $10.000 World Championship No-Limit Hold'em. Trotz knapp zwei Stunden Bubbleplay wurde der Turniertag bereits nach dem dritten gespielten Level beendet. Nachdem die Preisgeldränge erreicht waren, entwickelte sich der Main Event zu einem Turboturnier und innerhalb von zweieinhalb Stunden räumten weitere 230 Spieler ihren Stuhl.

789 Spieler starteten in Level 15 (2.000/4.000, Ante: 500) und Frederik Keitel sowie Andy Altmeyer gehörten zu den Spielern, die es nicht ITM schafften. Andy verlor den entscheidenden Coinflip und seine knapp 100.000 Chips mit :Ax:Kx gegen Pockettens.


Julius Malzanini

Zittern mussten PokerStars-Qualifikant Julius Malzanini und PokerStars-Pro Benjamin Kang. Julius begann den Tag mit 72.500 in Chips und bekam, wie an den Tagen zuvor, seine starken Hände einfach nicht ausbezahlt. Als ein sehr tighter Spieler vor dem Saarbrücker den Pot mit 12.500 eröffnet hatte, fand Julius am Button Pocketkings und pushte seinen Stack in die Mitte. Der Small Blind überlegte, zeigte Julius dann Pocketjacks und foldete. Auch dem Big Blind schien sein Fold schwerzufallen, aber auch :Ax:Kx wanderten in den Muck. Blieb noch der tighte Spieler in mittlerer Position, doch auch der wehrte sich und warf Pockettens weg. Damit wuchs der Stack von Julius zwar auf knapp über 100.00, aber zufrieden war er damit nicht.

Ben Kang verdoppelte seine 36.000 Chips gleich in der zweiten Hand des Tages. Er saß im Big Blind, der ihn schon 4.000 kostete, und fand das ultimative Monster: :7x:2x offsuit! Vor ihm pushte ein Spieler und dem Deutschen blieb gar nicht viel anderes übrig, als all-in zu callen. Das tat er dann auch und sein Gegner drehte :Ax:Kx um. Die beiden Livecards reichten, denn Ben traf eine :2x am Board. Danach ging es noch einmal bergauf. Ben saß erneut im Big Blind, diesmal mit :Jx:7x, vor ihm kam ein Raise, das von zwei Spielern gecallt wurde, und auch Ben zahlte nach. Der Flop brachte :7x:7x:5x und nachdem der Small Blind gecheckt hatte, ging Ben all-in. Der Preflop-Raiser foldete daraufhin, doch der Small Blind zahlte mit Pocket-Sechsen und am Turn kam die letzte :7x im Deck - Quads! Danach musste der Wahlhamburger aber zwei Hände aufgeben und schipperte so mit 120.000 auf die Moneybubble zu.

Die gleiche Anzahl an Chips hielt zu diesem Zeitpunkt auch Björn Wiesler, während sich Nasr El Nasr (620.000), Christian Heich (720.000), Mathias Kürschner (300.000), Marco Mattes (230.000), Alex Jalali (190.000), Tim Kahlmeyer (290.000) und Felix Osterland (170.000) weniger Sorgen machen mussten.

Sie alle überstanden dann aber die 13 Hände im Hand-für-Hand-Modus und jubelten wie alle anderen Spieler, nachdem Turnierdirektor Jack Effel seine Ansage gemacht hatte: „Ladies and Gentlemen, 648 players are in the money." Die letzte Hand war ungewöhnlich. Kai Hamadani war automatisch all-in, da er gerade noch die Ante bezahlen konnte. Letztlich verlor er mit :4c:3h gegen Reed Hensel, der mit :9d:2c sogar vor dem Flop geraist hatte. Die Blinds callten und der Flop brachte :Qh:6h:Qd, Hensel feuerte weitere 20.000 ab, die Blinds foldeten und auf Turn und River kamen sogar noch zwei :9x-er. Als Trostpflaster bekam der Bubbleboy das Buy-in für den Main Event 2010 im Wert von $10.000.

Es folgten Bust-outs ohne Ende, sodass Effel kurz vor Ende von Level 17 (3.000/6.000, Ante: 1.000) bekannt gab, dass der Tag einen Level früher beendet werde. Geplant waren vier Levels oder bis noch 400 Spieler dabei sind. Da allerdings nach Level 17 das 90-minütige Break angesetzt war und nur noch knapp über 400 Spieler auf ihren Stuhlen saßen, war es die einzig richtige Entscheidung.

Julius Malzanini schaffte es nicht in den fünften Tag. Zwar fand er diesmal einen Spieler, der seinen Push mit Pocketkings zahlte, aber Salvatore Bonavena drehte im Showdown Asse um und das bedeutete schlussendlich Rang 459 für $25.027 Preisgeld.


Ben Kang

Ben Kang dagegen hat es geschafft, und zwar mit 250.000 in Chips und dafür reichte ihm eine einzige Hand, die nicht einmal bis zum Showdown ging. Ein Spieler in früher Position raiste auf 18.000 und inklusive Ben (Button/:Ax:7x) sahen vier Spieler den Flop mit :Ah:8c:Js. Der Initial-Raiser setzte 50.000 an und Ben pushte für gut 95.000 all-in. Die beiden anderen Spieler foldeten und auch der Aggressor weigerte sich, den Rest nachzulegen.

Weitere deutschsprachige Spieler für Tag 5 sind Bernhard Perner (1.050.000), Tim Kahlmeyer (840.000), Christian Heich (830.000), Nasr El Nasr (668.000), Dieter Albrecht (455.000), Alex Jalali (300.000), Marco Mattes (236.000), Felix Osterland (161.000) und Oliver Klatt (127.000).

Im Geld gelandet sind zudem Björn Wiesner (546.), Andre Schneider (527.), Daniel Makowsky (524./alle drei $23.196) und Mathias Kürschner (491./$25.027).


Peter Eastgate

Als Chipleader löste Ludovic Lacay (1,6 Millionen Chips) seinen Landsmann Bertrand ElkY Grospellier (1,25 Millionen) ab. Weiter im Rennen sind zudem die PokerStars-Pros Noah Boeken (500.000), Dennis Phillips (460.000), Joe Hachem (490.000) und Titelverteidiger Peter Eastgate (397.000).

Viele Infos zum vierten Tag findet ihr auch im PokerStarsblog.com. Die offiziellen Chipcounts folgen im Laufe des Tages.

Die Pay-outs:

 Platz  Preisgeld
1.$8.546.435
2.$5.182.601
3.$3.479.485
4.$2.502.787
5.$1.953.395
6.$1.587.133
7.$1.404.002
8.$1.300.228
9.$1.263.602
10.-12.$896.730
13.-15.$633.022
16.-18.$500.557
19.-27.$352.832
28.-36.$253.941
37.-45.$178.857
46.-54$138.568
55.-63.$108.047
64.-72.$90.344
73.-81.$68.979
82.-90.$57.991
91.-99.$47.003
100.-162.$40.288
163.-225.$36.626
226.-288.$32.963
289.-360.$29.911
361.-432.$27.469
433.-504.$25.027
505.-576.$23.196
577.-648.$21.365

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