WSOP - Main Event: Marco Mattes erreicht Tag 7

Nach zwei kurzen Spieltagen folgte mit Tag 6 wieder ein Marathontag, der gut 13 Stunden dauerte, für die restlichen 185 Spieler der $10.000 World Championship No-Limit Hold'em im Rahmen der 40. World Series of Poker. Der Tag begann mit Level 21 (8.000/16.000, Ante: 2.000) und aus deutscher Sicht gab es einen frühen Bust-out zu vermelden. Christian Heich gehörte zu Beginn mit 381.000 in Chips zu den Shortstacks und beendete das Turnier auf Platz 166, der immerhin $36.626 wert war.

Wesentlich überraschender kam das Aus für Nasr El Nasr. Er hatte zwar mit Peter Eastgate, Joe Hachem, Dennis Phillips und JC Tran vier echte Schwergewichte an seinem Tisch sitzen, allerdings auch einen komfortablen Stack mit gut 1,4 Millionen in Chips. Den hatte er auch noch, als der komplette Tisch in die ESPN-Arena umgezogen war. Für Nasr war es aber nur ein kurzer Auftritt am TV-Table. Billy Kopp hatte den Pot aus erster Position für 52.000 eröffnet, Dennis Phillips callte und der Berliner erhöhte auf 175.000. Kopp war wieder am Zug und setzte noch einen obendrauf für insgesamt 500.000. Phillips verabschiedete sich umgehend aus der Hand, aber Nasr traf eine Entscheidung mit schwerwiegenden Folgen. Er ging für 1.320.000 all-in, Kopp snapcallte mit Pocketaces und war klarer Favorit gegen die beiden Damen von Nasr. Der Dealer legte :2d:4d:Th:Tc:3s in die Mitte und für den Deutschen bedeutete dies Platz 137 für $40.288 Preisgeld.


Bernhard Perner

Der Österreicher Bernhard Perner startete sogar als Fünfter in Chips (drei Millionen) in den Tag, aber auch bei ihm lief nicht viel zusammen. Sein Stack war nach und nach auf 1,4 Millionen geschrumpft und dann folgte in der letzten Hand vor dem Dinnerbreak der vorentscheidende Einschlag. Nachdem vor ihm gelimpt worden war (Blinds: 12.000/24.000), erhöhte Bernhard auf 100.000 und der Limper blieb dabei. Der Flop mit :3h:6c:4d wurde durchgecheckt und nach dem :Jd am Turn wurde Bernhard mit einem Einsatz in Höhe von 177.000 konfrontiert. Bernhard sammelte sich kurz, raiste auf 410.000 und wurde zügig gecallt. Am River kam die :2h und diesmal gingen 552.000 Chips in die Mitte und Bernhard stand vor einer sehr schwierigen Entscheidung, denn er hielt nur noch 880.000. Immer wieder zählte er die Chips, doch letztlich machte er den Call und versteinerte, als sein Gegner :8d:5d zur geriverten Straight umgedreht hatte.

Nach der Pause war es dann die zweite Hand in Level 24 (15.000/30.000, Ante: 4.000), die sein Turnieraus bedeutete. Bernhard Perner investierte seine letzten 295.000 Chips mit :As:Kh gegen :Ad:Jc und bis zum Turn sah es gut aus, da der Dealer :Ac:9c:9s:5h gelegt hatte. Am River kam dann aber der :Js und Bernhard verabschiedete sich mit einem fairen Handschlag aus dem Turnier. Die nächste Preisstufe verpasste er zudem um einen Platz und so war es Rang 100 für $40.288 Prämie.

Alex Jalali jonglierte Level für Level mit seinem Shortstack und schwankte zwischen 250.000 und 700.000 in Chips. Das Ende folgte dann im 25. und damit letzten Level (20.000/40.000, Ante: 5.000) des Tages. Alex saß im Big Blind mit seinen restlichen 510.000 und es kam zum All-in gegen den Spieler am Button. Alex zeigte :Qs:Th, sein Gegner :Ac:3c und das Board brachte :9d:8d:4s:3s:Ah. Zumindest hatte Alex noch die nächste Preisstufe erreicht, denn Platz 81 brachte dem Bochumer immerhin $69.979 Preisgeld.

Einen sensationellen Start erwischte Tim Kahlmeyer, der zu Beginn sehr gute Starthände bekam und dann sogar die Asse eines Shortstacks mit Pockettens knacken konnte (River :Tx). Einen weiteren Spieler nahm er mit Pocketqueens gegen :Ad:Kd vom Tisch (Board: :Jc:6c:5h:5d:2d) und so saß er dann auf 3,1 Millionen in Chips. Im 23. Level fand seine "Glückssträhne" dann aber ein jähes Ende und Tim rutschte auf 2,1 Millionen ab. Dort hielt er sich ein ganze Weile, ehe er in Level 25 ein Preflop-All-in mit :Ax:Kx gegen Pocketkings verlor und auf 900.000 abrutschte. Wenig später war es dann auch für ihn gelaufen. Mit :Ah:Qc bekam er nach einem Raise von Joseph Cada seinen Reststack in die Mitte und der callte mit :Ac:Ks. Das Board brachte :8s:9c:3h:3s:Kc und letztlich stand Platz 74 für $69.979 zu Buche.


Marco Mattes

Völlig unbemerkt hatte Marco Mattes innerhalb der ersten drei Levels seine zu Beginn 1.119.000 auf satte 3,5 Millionen ausgebaut und so befand er sich plötzlich unter den Top 15. Er hatte einen sehr tighten Tisch erwischt und sammelte die meisten Pots ohne Showdown ein. Das etwas loose Image zahlte sich dann aus, als Marco Kings gedealt bekam und von zwei Spielern gecallt wurde. Der Spieler im Big Blind erkannte seine Chance zum Squeezeplay und erhöhte auf 200.000. Marco setzte ihn daraufhin all-in und bekam die Auszahlung, denn der Big Blind callte für seine restlichen 500.000 mit :Ax:Qx. Die Kings hielten durch. Am Ende waren es dann auch 3,5 Millionen (Average drei Millionen) und die Ausgangsposition für Tag 7 ist glänzend.

Vom Team PokerStars Pro erwischte es zunächst Bertrand ElkY Grospellier, der ja schon an Tag 5 einige seiner Chips eingebüßt hatte. Auch diesmal lief es nicht besser und auf Platz 122 ($40.288) war Endstation. Er brachte seine letzten Chips mit :Ax:Kx im Pot unter, trat gegen Pocketkings an und fand keine Hilfe (Board: :2x:2x:3x:6x:Jx). Teamkollege Joe Hachem scheiterte kurz vor den Top 100. Er schob ging mit 117.000 und :Jc:9c all-in, wurde von Billy Kopp gecallt und der Flop zeigte :Kc:7c:7s. Viele Outs für den Weltmeister von 2005, aber das :Ah am Turn und die :3h am River gehörten nicht dazu. Als 102. musste auch der Australier mit $40.288 zufrieden sein.


Noah Boeken

Mit Noah Boeken musste dann auch noch ein dritter PokerStars-Pro die Segel streichen. Einen starken Fold hatte er zunächst mit :Ax:Qx gemacht. Nach seinem Raise bekam er gleich zwei Caller und der Flop brachte :Ax:Ax:9x. Boeken setzte erneut und es blieb nur ein Spieler dabei. Nach einer Blank am Turn setzte Noah noch einmal an und diesmal ging sein Gegenspieler all-in. Noah haderte und sagte: "Ich weiß genau, du hast Pocketnines, ich weiß es." Letztlich foldete er und tatsächlich zeigte sein Kontrahent :9x:9x zum Full House. Boeken blieben zwar noch 1,7 Millionen, aber trotzdem war es der Anfang vom Ende. Die Kurve zeigte danach steil abwärts. Der Knock-out folgte, als das Board :Th:5h:2h zeigte und Boeken Checkraise-All-in spielte. Hung Pham hatte zuvor 190.000 gesetzt, aus gutem Grund, wie sich herausstellte, denn er callte das All-in mit :Ts:Tc. Boeken zeigte :5d:6h und hatte noch Outs mit dem Flushdraw, ein weiteres Herz tauchte nicht auf und für Platz 96 gab es $47.003 Preisgeld.

Somit blieben vom Team PokerStars Pro noch Peter Eastgate und Dennis Phillips. Eastgate erging es lange Zeit ähnlich wie Alex Jalali und auch für ihn kam das Ende im letzten Level. Billy Kopp hatte auf 105.000 geraist, Dennis Phillips callte und Eastgate ging vom Small Blind All-in für 445.000. Kopp und Phillips callten und checkten das Board (:6d:Ah:4h:Jh:3h) bis zum Ende durch. Eastgate zeigte :Ad:Js und hatte damit Phillips geschlagen, denn der muckte. Kopp dagegen zeigte :8h:8d und zog mit seinem Flush den Pot. Eastgate beendete den Main Event ein Jahr nach seinem Triumph auf einem starken 78. Platz und auch er erhielt $69.979 Preisgeld.  


Dennis Phillips

Auch Phillips büßte dann noch Chips ein, aber kurz vor dem Ende des Tages holte er sich einige wieder zurück. Er limpte in den Pot und hinter ihm erhöhte Fernando Gordo auf 110.000. Phillips reraiste auf 310.000 und wurde gecallt. Der Flop brachte :2s:4h:2c, Gordo ging sofort all-in für 895.000 und Phillips snapcallte das Ganze. Die Fall war zugeschnappt, denn der Team-PokerStars-Pro drehte :As:Ah um und lag klar vorn gegen :Ad:Qs. Turn und River brachten Blanks und Phillips tütete letztlich gute 2,5 Millionen ein.

Chipleader ist Darvin Moon, der satte 16 Millionen zusammengetragen hat. Dahinter folgen Billy Kopp mit knapp acht Millionen und Phil Ivey mit 6,5 Millionen. Die offiziellen Chipcounts sollten schnell vorliegen und werden dann nachgereicht.

Tag 7 beginnt mit Level 26 (25.000/50.000, Ante: 5.000) und dann werden 64 Spieler wieder an die Tische im Amazon Room zurückkehren.

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