Golden

Jamie Gold, Gewinner des Mainevents der WSOP 2006:


Bild (c) 2006 by Pokernews.com

Wow, was für ein Berg Geld. 12 Millionen USD, hat man noch Worte. 

Der Finaltisch ging insgesamt über 13 Stunden und Jamie Gold ging mit einem 7:1 Vorsprung in Chips in das Heads-Up Duell gegen Paul Wasicka. Die entscheidende Hand kam dann sehr schnell; schon im siebten Spiel als die beiden nur noch zu zweit am Tisch waren erhöhte Jame Gold vor dem Flop auf 1.7 Mio Chips und Paul callte. Der Flop kommt Qc-8h-5h und Jamie checkt. Paul setzt 1.5 Mio ein und Jamie check-raist seinen Gegner all-in. Hmmmmmm. Nach einigem zögern, in dem Jamie versucht seinen Gegner zum Call zu bringen callt Paul tatsächlich. Paul zeigt ein paar Zehnen aber Jamie hat mit Q9 ein besseres Paar getroffen. Keine Hilfe für Paul auf Turn und River und Jamie ist Sieger.

Paul sagt später, er hätte geglaubt das Jamie eine schwächere Hand (einen Draw z.B.) gehabt hätte und hat seine Versuche, ihn zum Call zu bewegen für reine Show gehalten. Jamie wiederum sagte im Interview, dass genau das seine Absicht gewesen sei. Wenn das so stimmt haben hier zwei grossartige Spieler das im No-Limit Holdem so wichtige "Ich-weiss-das-er-denkt-ich-denke-das-er-denkt-ich-denke-er-würde-denken-ich-habe-schwache-Karten" Spiel gespielt.

Meine persönliche Meinung: ganz Schwach gespielt von Paul Wasicka. Ein paar Zehner ist eine sehr sehr gute Karte wenn man nur noch zu zweit spielt aber mit einem Gegner der siebenmal (!) soviel Chips hat würde ich nicht versuchen herumzuspielen. Jamie hatte ja schon durch seinen ersten Raise gezeigt das er seine Karte nicht für komplett aussichtslos hält (und wenn er nur blufft - umso besser!) und aus meiner Perspektive hätte Paul hier sofort "all-in" erhöhen müssen. Zwar glaube ich das Jamie Gold hier trotzdem gecallt hätte (aber so ganz sicher kann man nicht sein...) und das Ergebnis wäre das gleiche geblieben aber darum gehts ja nicht; beim No-Limit (und jeder anderen Form des Pokerns!) sollte man versuchen sein Geld mit der besten Hand in die Mitte zu bringen - trifft der Gegner dann etwas besseres ist das halt Schicksal. Aber diese Hand zeigt wunderbar das Paul passiv war als er die beste Hand hatte und aktiv als er unterlegen war. Nunja, ich bin am ersten Tag des Mainevents der diesjährigen WSOP ausgeschieden während Paul Zweiter aus 8.800 Spielern geworden ist - vermutlich sollte ich wirklich besser mein Klappe halten :D

Damit ist das Abenteuer WSOP 2006 beendet. Es war Klasse! Ich kann wirklich nur jedem empfehlen alles zu versuchen um bei der nächsten WSOP 2007 irgendwie dabei zu sein, am besten nicht nur zum Mainevent sondern auch noch bei einem der "kleineren" Turniere.

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