WSOP 2017: Main Event sorgt an den ersten zwei Starttagen für starke Spielerzahlen

Am vergangenen Samstag fiel in Las Vegas endlich der Startschuss zum $10.000 NL Hold'em Main Event der World Series of Poker 2017. Auch in diesem Jahr werden wieder mehrere tausend Pokerspieler aus der ganzen Welt im Rio Hotel & Casino um den Weltmeister-Titel und Preisgelder in Millionenhöhe kämpfen, allerdings mit einer entscheidenden Änderung.

Das 2008 eingeführte Format der 'November Nine' wurde ad acta gelegt, sodass die mehrmonatige Pause bis zum Final Table entfällt und der neue Weltmeister bereits am 22. Juli feststeht. Bis dahin ist aber noch ein langer Weg zu gehen, denn bisher sind gerade einmal zwei der insgesamt drei Starttage gespielt.

Und diese beiden Starttage verliefen äußerst vielversprechend, was die Spielerzahlen betrifft. Mit 795 Spielern erreichte Starttag 1A die höchste Beteiligung seit 2013, während Starttag 1B mit 2.164 Spielern das beste Ergebnis seit der Änderung von vier auf drei Starttage im Jahr 2012 einfuhr. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Teilnehmerzahl der ersten beiden Starttage damit um 462 Spieler auf 2.959 gestiegen.

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Der Brasilia Room an Tag 1B

Die größte Story bisher lieferten Team PokerStars Pro Vanessa Selbst und die Französin Gaelle Baumann, die den Main Event 2012 auf Rang zehn beendete, an Tag 1B.

Nach etwas über einer Stunde Spielzeit im ersten Level (Startingstack: 50.000; Blinds 75/150) raiste Vanessa mit A♠A♦, Baumann callte mit 7♥7♦ am Button, Noah Schwartz mit J♣8♥ aus dem Big Blind. Der Flop ging auf mit A♣7♣5♣, es wurde zu Selbst gecheckt, die ihr Topset für 700 anspielte. Baumann callte mit dem kleineren Set, Schwartz foldete.

Am Turn fiel dann die 7♠, Vanessa traf also das bestmögliche Full House, Baumann aber gleichzeitig den Vierling. Diesmal checkte Vanessa, Baumann spielte 1.700 und callte das Raise auf 5.800.

Die 4♦ am River spielte sie dreifache Bracelet-Gewinnerin für 16.200 Chips an, Baumann nahm sich ein paar Herzschläge Zeit und stellte All-in. Selbst hatte noch rund 20.000 Chips dahinter, war knapp gecovert.

„Wow, das könnte ein schneller Main Event für mich werden", sagte Selbst, ging die Hand mehrfach durch, reduzierte die möglichen Handkombinationen von Baumann und entschied sich für den Call, der ihr das Turnierleben kostete.

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Vanessa Selbst (li.) nach dem Bustout im Interview bei Cara Scott

Länger, dafür aber deutlich unspektakulärer verlief Tag 1B für Chris Moneymaker. Nachdem sein Stack nach und nach auf 8.000 Chips schrumpfte, musste er im fünften und letzten Level (250/500/75) an die Rail und wartet damit weiter auf seinen ersten Cash beim Main Event seit seinem Triumph 2004.

Sehr gut lief es dagegen für Barry Greenstein, der es bei dieser WSOP bisher auf elf Cashes bringt. Der dreifache Bracelet-Gewinner schloss Tag 1B mit 146.800 Chips ab, hat sich somit eine sehr gute Ausgangsposition für den weiteren Turnierverlauf geschaffen.

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Barry Greenstein

Spieltag 2 erreicht haben zudem Liv Boeree und Igor Kurganov, die beide knapp über Startingstack abgeschlossen haben, sowie Celina Lin und Randy Lew. Während Lin einen ganz schweren Tag erwischte und nur 14.900 Chips eintütete, sind es bei Lew gut 100.000.

Von den deutschsprachigen Teilnehmern überzeugten an Tag 1A die beiden Österreicher David Vedral (155.000), Harald Sammer (118.800) und der Deutsche Beradze (124.200). An Tag 1B erwischten Tobias Ziegler (215.300), Ismael Bojang (142.8000), der Österreicher Thomas Mühlöcker (152.700), Max Lehmanski (122.400), Giuseppe Pantaleo (120.800) einen hervorragenden Start in den Main Event.

Ausgeschieden sind dagegen Stefan Schillhabel, Ole Schemion, Julian Stuer, Christoph Vogelsang, Christopher Frank und Ivo Donev.

Die kompletten Chipstände liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor, die Führung dürfte aber Morten Mortensen inne haben. Der Däne erspielte sich an Tag 1A starke 276.000 Chips, verwies unter anderem Sam Grafton (231.600) und Jonathan Little (211.300) auf die Plätze. Richard Dubini aus Argentinien sorgte mit 254.500 Chips für das Top-Ergebnis an Tag 1B, reiht sich damit im Gesamtklassement auf Rang zwei ein.

Heute Abend geht es zunächst mit Starttag 1C weiter, der in den vergangenen Jahren zuverlässig dafür sorgte, dass die Teilnehmerzahl der ersten zwei Starttage noch einmal mehr als verdoppelt wurde.

Regelmäßige Stories rund um das Geschehen beim Main Event und - sobald sie vorliegen - die Chipcounts, findet ihr auch in diesem Jahr wieder bei den Kollegen vom PokerStarsblog.com.

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