WSOP 2011: Tag 7 - Traum geplatzt für Sebastian, Stefan und Philipp

wsop2011-thumb-blog.pngDer siebte war der bislang längste Turniertag beim $10.000 Main Event der World Series of Poker 2011. Erstmals nach Tag 1 und 2 wurden wieder fünf Levels gespielt, sodass an diesem Marathontag erst gegen 2 Uhr nachts (Las Vegas Ortszeit) Feierabend war. Sicherlich eine sehr gute Entscheidung der Turnierleitung, denn damit sind nur noch 22 Pokerspieler dabei, wenn heute Nacht die November Nine ermittelt werden. Im Vorjahr wurde der Cut bei 27 Spielern gemacht und es dauerte am folgenden Tag 8 rund 17 Stunden, ehe die neun Finalisten gefunden waren.

Von den vier verbliebenen deutschsprachigen Teilnehmern ist leider nur noch Pius Heinz mit von der Partie. Die Queens waren einmal mehr auf seiner Seite, denn wie schon am Vortag gegen Sebastian Ruthenberg hielt Q♥Q♠ vs. A♠K♠, diesmal nach Preflop-All-in gegen Andrew Hinrichsen für 8,1 Millionen Chips. Dieser Pot ebnete Pius den Weg unter die besten 22 Spieler beim WSOP Main Event und mit letztlich 7.510.000 Chips (Rang elf) ist auch genügend Munition vorhanden, um als erster deutscher Pokerspieler seit dem Moneymaker-Boom das Finale des Big One zu erreichen.

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Sebastian Ruthenberg


Für Sebastian Ruthenberg platzte der Traum dagegen bereits auf Rang 55. Als Shortstack wartete der Team PokerStars Pro von Beginn auf eine gute Hand, um seine Chips im Pot unter zu bringen. Als Kenny Smith dann aus früher Position für 140.000 eröffnete, fand Sebastian A♦Q♣ und schob seine 880.000 Chips zum All-in über die Linie. Die schlechte Nachricht kam nicht von Smith, denn der Call kam vom Big Blind Guillaume Darcourt, der nach dem Fold von Smith dann mit K♣K♦ auch das erwartete Monster zeigte. Das Board brachte T♣8♣T♦3♣2♦ und Sebastian konnte sich beim Cashout $130.997 Preisgeld abholen.

Auf Platz 51 für $160.036 endet der Main Event für Stefan Huber. Zunächst gab der Schweizer fast seinen halben Stack an Erika Moutinho ab, ehe er mit J♥J♦ vs. K♦Q♠ von Phil Collins wieder auf knapp 1,5 Millionen verdoppelte. Doch auch für Stefan war noch im ersten Level des Tages Endstation. Die Action war identisch mit der beim Ruthenberg-Bustout. Tri Huynh raiste auf 140.000, Stefan pushte für 1,13 Millionen All-in und diesmal callte Nelson Robinson vom Big Blind, sodass Huynh seine Hand aufgab. Im Showdown war Stefan mit T♦T♣ vs. 9♠9♦ im Gegensatz zu Sebastian aber klarer Favorit und auch der 2♦K♣3♠-Flop änderte daran nichts. Doch schon am Turn fiel die 9♣, das A♥ komplettierte das Board und Stefan Huber verabschiedete sich, nicht ohne seinen ehemaligen Mitspielern viel Glück zu wünschen.

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Stefan Huber


PokerStars-Qualifikant Philipp Gruissem erwischte einen Start nach Wunsch, indem er seine Chips mit Q♦J♦ auf einem J♠T♦3♦-Flop gegen Per Linde und A♦4♦ im Pot unterbringen konnte. Nach zwei Blanks auf Turn und River war das Paar Jacks gut und es ging hoch auf 4,2 Millionen Chips. Danach ging es runter auf unter drei Millionen, wieder hoch auf knapp fünf Millionen und wieder runter auf 2,3 Millionen.

In der letzten Hand vor der letzten Pause (Blinds: 60.000/120.000, Ante: 15.000) raiste Christopher Moore auf 250.000, Philipp reraiste auf 625.000, Moore pushte und der Deutsche callte mit 7♠7♦. Es kam zum Flip gegen A♠T♠ und gleich der K♣T♥5♦-Flop gab Moore das höhere Paar, sodass Philipp nach zwei Blanks auf Turn und River ebenfalls zum Cashier geführt wurde, wo $242.636 Preisgeld warteten.

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Philipp Gruissem


Für das Team PokerStars Pro hielten, nach dem Ausscheiden von Sebastian, noch JP Kelly und Tony Hachem die Fahne hoch. Auch Hachem war als Shortie in den Tag gestartet und wartete lange Zeit vergeblich auf eine spielbare Hand, sodass in Level 29 (50.000/100.000, Ante: 10.000) nur noch fünf Big Blinds übrig waren. Letztlich ging es dann mit 8♦7♦ rein, nur Big Blind Kenny Shih callte und zeigte A♠J♥. Das Board wurde mit A♥T♣T♥3♠9♠ gedealt und Hachem blieb Rang 37 für $191.174 Preisgeld.

JP Kelly, der 2010 auf Platz 111 einlief, baute seinen Stack in den ersten zwei Levels von 3,75 auf über neun Millionen Chips aus und hielt sich lange Zeit in den Top 5 des Chipcounts auf. Ein verlorener Coinflip um sieben Millionen Chips mit A♥K♠ vs. J♦J♣ gegen Sam Barnhart läutete dann aber den tiefen Fall ein. Nach nur wenigen Minuten im letzten Level des Tages pushte der Brite mit J♦T♥ seine letzten 1,15 Millionen, Bigstack Ryan Lenaghan callte und der Russe Andrey Pateychuk isolierte Kelly mit einer 3-Bet auf 2,75 Millionen mit A♠A♦. Das Wunder blieb aus und JP Kelly ging auf Platz 27 für $302.005.

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Tony Hachem


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JP Kelly


Chipleader auf dem Weg zu den November Nine ist ein weiterer Russe. Anton Makievskyi gewann einen Monsterpot gegen Christopher Moore. Der hatte ein Raise aus mittlerer Position gecallt, der Flop brachte K♠J♣J♥ und per 4-Bet stellte Moore seinen Kontrahenten All-in, der aber snapp-callte und K♦J♠ für das gefloppte Full House umdrehte. Moore hielt A♥J♦ für Trips und war nach der 6♠ am Turn und der 4♥ am River crippled mit 1,7 Millionen, während Makievskyi über 20,3 Millionen Chips zugestellt bekam und den Tag mit 21.045.000 Chips abschloss.

Tag 8 beginnt mit Level 23 (100.000/200.000, Ante: 20.000) und acht Spieler bringen es auf mehr als zehn Millionen Chips, unter anderem auch Ben Lamb und Phil Collins. Sieben Spieler stehen dagegen mit weniger als fünf Millionen Chips mächtig unter Druck.

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Video-Tageszusammenfassung: PokerToday.com

Die Chipcounts:

Anton Makievskyi - 21.045.000
Eoghan O'Dea - 19.050.000
Khoa Nguyen - 16.435.000
Andrey Pateychuk - 16.245.000
Ben Lamb - 14.690.000
Phil Collins - 13.805.000
John Hewitt - 13.265.000
Ryan Lenaghan - 10.415.000
Matt Giannetti - 8.920.000
Konstantinos Mamaliadis - 8.195.000
Pius Heinz - 7.510.000
Aleksandr Mozhnyakov - 7.075.000
Scott Schwalich - 6.920.000
Martin Staszko - 6.500.000
Bryan Devonshire - 6.050.000
Sam Barnhart - 4.935.000
Samuel Holden - 4.740.000
Gionni Demers - 4.655.000
Kenny Shih - 4.530.000
Lars Bonding - 4.140.000
Bounahra Badih - 3.385.000
Christopher Moore - 3.040.000

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