WSOP 2011: Deutschsprachige Pokerspieler gut aufgestellt für Tag 3 des Main Events

wsop2011-thumb-blog.pngHeute Abend um 21 Uhr unserer Zeit beginnt im Rio All-Suite Casino von Las Vegas der dritte Turniertag beim $10.000 Main Event der World Series of Poker 2011 und so langsam steigt die Spannung. Die bezahlten 693 Plätze werden aller Voraussicht noch nicht erreicht werden, aber die anstehenden vier Levels an Tag 3 sollten dafür sorgen, dass das Feld der verbliebenen 1.864 Teilnehmer mehr als halbiert wird und alle Überlebenden ganz nah dran am Geld sind.

Im Vergleich zum Vorjahr sind wir ohnehin schon einen Schritt weiter, denn 2010 begann Tag 3 mit der zweiten Stunde von Level neun, während diesmal bereits zehn komplette Levels an den ersten zwei Turniertagen absolviert worden sind. Das hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Anzahl Spieler. Waren es im Vorjahr noch 34 % (2.557) des Gesamtfeldes (7.319), die den dritten Tag in Angriff nehmen durften, so sind diesmal nur 27 % (1.864 von ehemals 6.865) übrig.

Noch deutlicher wird der Unterschied wenn wir uns das Verhältnis der Blinds zum Durchschnittstack betrachten. 2010 lag der Average zu Beginn von Tag 3 bei 85.870 Chips und die Binds in Level neun bei 500/1.000, Ante: 100. Daraus ergibt sich (ausgehend von neun Spielern pro Tisch) ein M-Wert (Averagestack geteilt durch die Summe der Blinds und Antes) in Höhe von 35,7. In diesem Jahr beginnt Tag 3 mit Level elf bei Blinds 800/1.600, Ante: 200. Der Average liegt zwar schon bei 110.488 Chips, aber aufgrund der höheren Blinds und vor allem der doppelten Antes, ist der M-Wert bereits auf 26,3 gesunken. Dieser Wert ist natürlich immer noch sehr komfortabel, doch für die Shortstacks wird die Luft deutlich dünner.

Thorsten Schäfer zum Beispiel wird auf Rang 1.465 in den Tag starten und muss mit exakt 50.000 Chips langsam aus der Ecke kommen, denn in Level 12 (1.000/2.000, Ante: 300) steigen Blinds und Antes noch einmal deutlich an. Somit würde der M-Wert bei gleichbleibendem Stack von knapp 12 auf unter 9 rutschen, was den Spielraum weiter einschränkt. Gleiches gilt unter andrem auch für den Schweizer Stefan Huber (50.600), David Stimper (48.000), Florian Langmann (47.200) und Kersten Burkhardt (43.500), während Manig Löser mit 22.900 Chips sogar schon Push-or-Fold spielen kann.

Diese Sorgen haben Wilfried Härig (Rang elf mit 366.000 Chips) und Team PokerStars Pro Sebastian Ruthenberg (49./289.400) derzeit nicht. Mit einem M-Wert von 87 bzw. 69 können beide einen möglichen Rückschlag, zumindest gegen die kleineren Stacks, locker wegstecken, ohne gleich unter Druck zu geraten. Nicht wesentlich weniger komfortabel ist die Situation bei Pius Heinz (87./256.000), PokerStars-Passport-Gewinner Philipp Gruissem (100./245.200), Andres Kauffeldt (108./241.000), Andreas Zachai (110./239.900), Markus Ritt (116./237.000), Nikolay Senninger (124./233.600), Vladimir Geshkenbein (148./225.700) und Markus Lehmann (180./212.900).

Am Tisch von Sebastian (Pavilion/43) sitzt mit Robert Gallaugher (252.600) ein weiterer echter Bigstack und auch Tim Mcelhannon (166.900) sowie Eric Haddad (144.200) sind gut gerüstet für Tag 3. Farid Barkhordar kommt mit einem Average-Stack (109.800) daher, die restlichen vier Spieler am Tisch dagegen liegen zwischen 45.500 und 74.300 Chips.

gruissem_wsop_2a.jpg

Philipp Gruissem an Tag 2A (Foto: pokernews.com)


Philipp ist ebenfalls Chipleader an seinem Tisch (Amazon/303), gefolgt von Patrick McNamara (194.300). Mit Matthias Much sitzt dort ein weiterer deutscher Pokerspieler und der Berliner ist mit 131.200 Chips bisher ebenfalls solide durch die ersten beiden Turniertage gekommen. Auch an diesem Tisch sind vier kleinere Stacks zwischen 48.400 und 73.400 Chips zu finden.

Insgesamt sieht es für die deutschsprachigen Spieler bisher richtig gut aus. Neben den genannten haben zum auch die drei Schweizer Matias Tournier (203.400), Marco Melder (192.900) und Jens Colbin (192.400) sowie Martin Ross (185.700), Alexander Debus (184.200), Julian Stuer (178.300), Markus Ross (177.800), Marc Backenecker (174.700), Philipp Hochmuth (168.400), Vito Branciforte (162.900), Janeike Wilken (162.100), Jan Paetzholdt (161.500), Oliver Fink (158.200), der Österreicher Felix Kurmayr (153.500), Udo Seppe (147.500), Jan Phillipi (140.100), Khiem Nguyen (139.900), Ramin Henke (139.500), David Lenz (135.900) und Alexander Dietrich im oberen Drittel des Zwischen-Klassements.

Das Team PokerStars Pro musste an den ersten Tagen schon reichlich Federn lassen, dennoch sind einige Spieler gut im Rennen und die Hoffnung auf das sechste Bracelet für das Team in diesem Jahr lebt. Sebastian Ruthenberg führt die interne Liste an, dahinter folgen Tony Hachem (245.100), Martin Hruby (185.800), Viktor Ramdin (172.400), die Altmeister Humberto Brenes (157.900) und Tom McEvoy (143.600). Mit durchschnittlichen Stacks kehren Raymond Rahme (125.500), Fatima Moreira de Melo (116.800), Daniel Negreanu (114.100), Joe Cada (111.000) und JP Kelly (99.400) in den Amazon Room zurück.

naujoks_wsop_2b.jpg

Sandra Naujoks an Tag 2B (Foto: pokernews.com)


Sandra Naujoks aus Berlin liegt mit 86.800 Chips auf Rang 1.020, während David Williams (61.900), Christophe de Meulder (60.300), Noah Boeken (51.800), Dennis Phillips (44.800), Vanessa Rousso (41.000) und Jason Mercier (34.400) sich im unteren Drittel der Chipcounts eingefunden haben.

Richtig interessant ist es zudem ganz vorn. Chipleader ist Ben Lamb (551.600), der bei der diesjährigen WSOP einen unfassbaren Lauf hat. Nach einem zweiten Rang beim $3.000 PLO-Event folgten das Bracelet bei der $10.000 PLO-Championship und Rang acht bei der $50.000 Poker Players Championship. Rang zwei nimmt derzeit Kevin Saul ein, der 2007 die WPT Bellagio Cup gewinnen konnte und 2009 den Final Table beim PCA auf den Bahamas erreichte. Der ein oder andere wird sich bestimmt noch an die packenden Duelle mit Benny Spindler erinnern. Online ist BeL0WaB0Ve in den letzten Jahren sogar noch erfolgreicher gewesen. Auf Rang vier hat sich mit Ryan D'Angelo (462.300) ein weiterer Top-Spieler eingefunden. 2010 sprang beim PCA Main Event Platz fünf für $700.000 heraus und online stellte g0lfa 2010 mit seinem dritten WCOOP-Bracelet bei PokerStars einen Rekord auf. Mit Patrick Antonius (12./361.000), Mike Sowers (16./347.700), Shaun Deeb (44./294.700) und Max Weinberg (287.800) sind weitere sehr erfolgreiche Pros unter den Top 50 zu finden.

amazon_roonm_wsop_d2b.jpg

Der Amazon Room wird heute noch einmal aus allen Nähten platzen


Im Vorjahr platzte die Moneybubble an Tag 4 im 16. Level (747 bezahlte Plätze). Heute stehen zunächst die Level elf bis 14 auf dem Programm, sodass wohl auch diesmal erst am vierten Turniertag gejubelt werden darf - möglicherweise aber schon im 15. Level.

Aktuelle Infos zum Turnierverlauf findet ihr wie immer im PokerStarsBlog.com und dazu gibt es Videoblogs bei PokerStars.tv. Eine Tageszusammenfassung in Bild und Ton zum Abschneiden der deutschsprachigen Teilnehmer liefert wie gewohnt das Team von PokerToday.com.

Archiv