Team PokerStars Pro Pius Heinz dominiert den ersten Finaltag

wsop2011-thumb-blog.pngMit Spannung schaute die Pokerwelt am Sonntag nach Las Vegas, der Final Table beim Main Event der World Series of Poker wurde gestartet. Erstmals durfte auch die deutsche Pokercommunity beim Finale der World Championship No-Limit Hold'em so richtig mitfiebern, denn mit Team PokerStars Pro Pius Heinz hatte ein Pokerspieler aus unseren Reihen im Juli den Finaltisch perfekt gemacht. Gestern kehrten die sogenannten „November Nine" dann zurück in das Rio All-Suite Casino, genauer gesagt in das Penn & Teller Theatre, wo alles angerichtet war für den ersten Finaltag.

Die Blinds begannen in Level 36 bei 250.000/500.000 (Ante: 50.000) und die Pokerfans in Deutschland mussten zunächst mit ansehen, wie Pius innerhalb der ersten 13 Hände auf 12.075.000 Chips und Rang neun zurückfiel. Doch gleich in der ersten Hand von Level 37 holte sich der Bonner den ersten großen Pot, womit die Ausgangsposition wieder erreicht war.

Der erste große Schlagabtausch ließ auf sich warten. Alle neun Spieler waren noch dabei, als Hand #39 folgte. Pius hatte den Pot für 1,3 Millionen eröffnet, Ben Lamb callte und aus dem Small Blind squeezte Eoghan O'Dea auf 4,1 Millionen, die nur von Pius gecallt wurden. Der Flop ging auf mit 8♣8♦4♣, Pius callte weitere 4,6 Millionen und am Turn fiel die 2♣. Fast 20 Millionen Chips waren bereits im Pot, O'Dea ließ nicht locker und feuerte weitere 8,2 Millionen ab. Pius hatte noch etwa das Doppelte an Chips zur Verfügung, es ging um das Turnierleben. Pius benötigte lange fünf Minuten für seine Entscheidung, musterte immer wieder O'Dea und annocierte dann tatsächlich All-in. O'Dea foldete und erstmals wurde in der deutschen Ecke lautstark gejubelt. 41.175.000 Chips für Pius.

Ohne Showdown erspielte sich Pius danach sogar die Führung, die Blinds steigen auf 400K/800K (Level 38) und es folgte der erste Bustout, als Sam Holden mit A♠J♠ gegen A♥K♣ von Ben Lamb den Kürzeren zog. Pius dagegen schnappte sich den kompletten Stack von Anton Makiievskyi. Mit 9♥9♦ flippte der Deutsche gegen K♣Q♥, der Flop mit K♦J♦J♠ sah alles andere als gut aus, aber am Turn fiel die 9♣ zum Full House. Nach einer 7♥ am River waren noch sieben Spieler dabei, Heinz führte mit 61 Millionen vor Martin Staszko (43 Millionen).

In der Folge musste sich Bob Bounahra auf Rang sieben verabschieden, Pius hielt weiter die Führung. Mit Ben Lamb war einer der großen Favoriten zeitweise ins Sraucheln geraten, aber spätestens nachdem er mit Q♦8♦ vs. A♣9♦ auf einem J♠J♦6♦8♥4♣-Board gegen O'Dea verdoppeln konnte, war der US-Amerikaner mit 30 Millionen wieder im Spiel. O'Dea erwischte es wenig später mit seinen letzten 2,3 Big Blinds auf Rang sechs.

Pius Heinz setzte den nächsten Meilenstein auf dem Weg zum Titel indem er Phil Collins vom Tisch nahm. Pius hatte mit 9♣9♥ auf 2,1 Millionen geraist, Collins pushte dahinter mit A♦7♦ und 18,3 Millionen. Collins floppte dann 6♠5♣4♦ zum Openender, Pius turnte die 9♦ zum Set. Die 7♠ am River machte dann alles klar, Rang für Phil Collins, 86,7 Millionen Chips für Pius.

Zu viert gab es lange Zeit keinen Showdown zu sehen, dennoch knackte Pius auch die Marke von 90 Millionen. Doch es folgte der erste Rückschlag. Vor dem Flop hatte Pius den Tschechen Staszko mit 6♠6♥ vs. A♠8♣ All-in, der aber gleich zwei Achten zum Drilling floppte und auf 44 Millionen hochging.

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Pius Heinz (li.) und Ben Lamb


Die Vorentscheidung am ersten Finaltag besorgte dann Lamb, der A♥7♥ aus dem Big Blind pushte und von Initial-Raiser Matt Gianetti mit J♦J♣ gecallt wurde. Keine guten Aussichten für Lamb, der am K♥9♦5♥-Flop aber den Flushdraw aufnahm und diesem durch die 4♥ am Turn prompt komplettierte. Die 9♠ am River war nur noch für die Statistik, Lamb verdoppelte auf 55 Millionen, Gianetti krachte unter sieben millionen.

Gianetti konnte noch einmal verdoppeln, aber Hand #178 war dann die letzte an diesem Abend. Gianetti open-shovte mit A♦3♠ für 12 Millionen vom Button, Lamb fand K♦K♠ für den Call und der Flop sorgte direkt für die Entscheidung: K♥K♣Q♦. Quads für Ben Lamb, Rang vier für Matt Gianetti.

Pius Heinz hatte sich in der Schlussphase ebenfalls noch wichtige Chips gesichert, wird damit am Dienstag als Führender mit mehr als 50 Prozent aller Chips in die letzte und alles entscheidende Runde gehen und hat bereits über $4 Millionen Dollar an Preisgeld sicher. Das Bracelet würde diese Summe noch einmal mehr als verdoppeln:

Pius Heinz - Team PokerStars.de - 107.800.000
Ben Lamb - 55.400.000
Martin Staszko - 42.700.000

Die Payouts:

1. ... $8.715.638
2. ... $5.433.086
3. ... $4.021.138

4. Matt Giannetti, $3.012.700
5. Phil Collins, $2.269.599
6. Eoghan O'Dea, $1.720.831
7. Bob Bounahra, $1.314.097
8. Anton Makiievskyi, $1.010.015
9. Sam Holden, $782.115

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