EPT-Momente: Drei Deutsche gewinnen den Main Event in Prag

In zwei Wochen beginnt das Pokerfestival der European Poker Tour in Prag (7. bis 18. Dezember), das ganz sicher auch wieder zahlreiche Pokerspieler aus dem deutschsprachigen Raum anziehen wird. Die EPT in der tschechische Hauptstadt war in den vergangenen Jahren vor allem für die Spieler aus Deutschland immer ein gutes Pflaster, gleich drei haben sich seit 2011 in die Siegerliste beim Main Event eingetragen.


Als erster deutscher Pokerspieler trug sich 2011 Martin Finger in die Siegerliste ein. Der damals 21-Jährige hatte zuvor schon einige EPT-Stopps gespielt, in Barcelona den Sieg beim €.1000 NLHE als Runner-Up (€42.000 Preisgeld) nur knapp verpasst. Für den Main Event in Prag hatte er sich online qualifiziert, erreichte den Finaltisch als Chipleader und zeigte eine sehr souveräne Vorstellung.

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Martin Finger

Auf dem Weg zum Titel nahm Martin zunächst Landsmann Andreas Wiese, den US-Amerikaner Ari Engel, den Spanier Guillem Usero sowie den Franzosen Nicolas Levi vom Tisch, ehe er nach einem Deal im abschließenden Heads-Up David Boyaciyar aus den Niederlanden bezwang und €720.000 Prämie kassierte.


Zwei Jahre später triumphierte mit Julian Track dagegen ein völlig unbekannter deutscher Spieler. Der damals 30-jährige, der sich auf PLO Cashgames spezialisiert hatte, versuchte im September 2013 erstmals sich bei PokerStars für einen EPT Main Event zu qualifizieren und gewann das Package für Prag.

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Dort zählte er ab Spieltag 2 zu den Bigstacks und ging ebenfalls als Chipleader in das Finale der letzten acht Spieler. Die Konkurrenz war allerdings bärenstark, denn neben Ole Schemion, der zu diesem Zeitpunkt bereits über $3,5 Million an Turniergewinnen vorzuweisen hatte, nahmen unter anderem auch die beiden Briten Stephen Chidwick und Max Silver am Finaltisch Platz.

Umso erstaunlicher war es, dass Julian die Führung nicht einmal abgab. Zwar sorgte er zunächst nur für einen Bustout, indem er Ole auf Rang fünf (€218.300) an die Rail schickte, dennoch lag er vor dem abschließenden Heads-Up gegen den Griechen Sitoropoulos knapp vorn.

Ein Deal sicherte beiden Spielern €700.000 Preisgeld, das zweieinhalbstündige Heads-Up dominierte dann aber Julian, der sich letztlich auch die Trophy und die restlichen €25.000 im Preispool sicherte.


Im Dezember 2015 krönte dann Hossein Ensan, der im Gegensatz zu Martin und Julian ein reiner Live-Spieler ist, seine unfassbare Performance auf der Tour mit dem Sieg in Prag.

Zunächst schaffte Hossein im August 2014 über ein Live-Satellite die Qualifikation für den EPT Main Event in Barcelona, wurde sensationell Dritter für gedealte €652.667 Preisgeld. Im März 2015 legte er beim Main Event der EPT Malta Rang sechs für €153.700 nach.

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Hossein Ensan

Am Finaltag in Prag waren damals nur noch sechs Spieler dabei, Hossein lag im Chipcount auf Rang fünf und fiel gleich zu Beginn auf zehn Big Blinds zurück. Doch am Ende des zweiten Levels hatte er seinen Stack auf solide 42 BBs ausgebaut und übernahm in der Folge durch den Bustout von Thomas Butzhammer auf Platz vier (€294.180) erstmals die Führung.

Heads-Up hieß der Gegner Gleb Tremzin, wieder gab es einen Deal, der beiden Spielern €724.150 sicherte. Was folgte war ein hochdramatischer Schlagabtausch, bei dem sowohl Hossein als auch der Russe klare Führungen nicht ins Ziel bringen konnten.

Am Ende brachte Hossein ein Slowplay mit Pocketaces den Titelgewinn und er schraubte seine Prämie auf €754.510 hoch.

Und 2018? Nach dem Gesetz der Serie stehen die Chancen auf einen vierten Main Event-Champion aus Deutschland gut. Martin Finger gewann die EPT Prag in Season 8, Julian Track in Season 10 und Hossein Ensan in Season 12 - und aktuell sind wir in Season 14, denn vor einem Jahr wurde in Prag einmalig die PokerStars Championship ausgespielt.


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