EPT Deauville: Packendes Finale in der Normandie

ept-thumb-promo.jpgEs war ein abwechslungsreiches, spannendes und teilweise packendes Finale bei der European Poker Tour. Über elf Stunden dauerte der Kampf um den prestigeträchtigen EPT-Titel und die Siegprämie in Höhe von €847.000 und die Protagonisten boten jede Menge Action, sodass es einige überraschende Wendungen im Verlauf des Finaltages gab.
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Teodor Caraba -- 6.915.000
Jake Cody -- 4.650.000
Stephane Albertini -- 3.555.000
Craig Bergeron -- 3.135.000
Mike McDonald -- 1.815.000
Michael Fratty -- 1.595.000
George Claudius Secara -- 795.000
Peter Eastgate -- 695.000

Es ging allerdings gemächlich los und den ersten großen Showdown gewann nach gut 40 Minuten Mike McDonald. Vor dem Flop reraiste er mit A♦Q♥ für 1.570.000 All-in und Stephane Albertini callte mit K♠K♥. Timex musste treffen und tat dies, denn gleich die Doorcard im Flop war das A♠ und es folgten 6♠8♣7♣2♦. Damit gehörte der Kanadier natürlich zu den ganz heißen Favoriten auf den Titel, während Albertini auf 1,4 Millionen abrutschte.

Peter Eastgate war von Beginn an im „Push or fold"-Modus und sammelte zweimal die Blinds ein. Beim dritten All-in erwischte es den Weltmeister von 2008 aber. Er pushte vom Button mit 820.000 und Craig Bergeron isolierte ihn mit einem All-in vom Small Blind. Eastgate zeigte im Showdown T♥T♣ und Bergeron K♣9♠. Gleich der Flop brachte mit K♦Q♣4♦ die Wende zugunsten des US-Amerikaners und nach der 3♠ und der 8♥, musste sich der Däne auf Rang acht für €70.000 Preisgeld verabschieden.

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Peter Eastgate


Chipleader Teodor Cabara spielte sehr wenige Hände, zog gegen Ende von Level 27 aber weiter davon. Der Rumäne raiste aus zweiter Position, Bergeron callte und der Flop wurde mit 5♦T♦8♠ gedealt. Caraba spielte 250.000 an Bergeron callte und das Spielchen wiederholte sich nach dem K♣ am Turn für 600.000 und nach der 2♠ am River für 1.400.000. Caraba zeigte dann Pockettens zum Set und der Amerikaner muckte. Cabar hielt danach 9.655.000 in Chips, Bergeron nur noch 2.220.000.

In Level 28 (40.000/80.000, Ante: 5.000) wehrten sich die Shortsack. George Secara verdoppelte gegen Albertini, Albertini gegen Bergeron und Secara, nachdem er wieder runter auf 325.000 war, gegen Mike McDonald. Danach lagen die letzten vier, Secara (800.000), Bergeron (1.235.000), Fratty (1.355.000) und Albertini (1.275.000), dicht beisammen.

Kurz vor dem Ende des Levels musste dann aber doch noch einer gehen. Jake Cody hatte den Pot einmal mehr eröffnet und Michael Fratty pushte direkt dahinter für 1,24 Millionen Chips All-in. Cody callte sofort und zeigte K♥K♦. Fratty benötigte mit A♥Q♦ dringend Hilfe, doch das Board lief mit T♥7♣Q♠J♣9♦ aus und das Feld war auf sechs Spieler reduziert. Rang sieben brachte dem Franzosen €92.000 Preisgeld.

In Level 29 (50.000/100.000, Ante: 10.000) war Secara dann erneut gegen McDonald All-in, machte mit A♠Q♠ gegen T♣7♠ ein Full House, hatte erstmals über eine Million vor sich stehen und zog sich wieder in den Fold-Modus zurück. Dann folgte der wichtige Double-up für Bergeron mit K♥Q♠ gegen 6♥6♠ von Caraba. Das Board wurde mit K♠9♠5♣A♦J♦ gedealt und 3,7 Millionen Chips wanderten zum Amerikaner.

Was folgte war der Monsterpot des Turniers. McDonald hatte auf 220.000 geraist, Cody erhöhte auf 490.000 und der Kanadier packte die 4-Bet auf 1,1 Millionen aus. Cody ging daraufhin All-in, hatte Timex gecovert, doch der callte mit A♦K♦ und der Brite zeigte T♣T♥. 8.630.000 Chips lagen im Pot und das Board kam mit Q♣K♠2♦A♠6♠ runter. McDonald übernahm die Führung, Cody rutsche auf 1,1 Millionen ab.

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Steohane Albertini


Wenig später pushte Cody und Stephane Albertini callte zum All-in (655.000) mit K♣9♣. Worst case, denn Cody zeigte A♣A♦. Das Board wurde mit 7♠5♠3♠6♦6♥ gedealt und ein weiterer Spieler war ausgeschieden. Albertini bekam als Sechster €129.000 Preisgeld.

Secara durfte sich über einen weiteren Sprung in der Preisgeldtabelle freuen, €165.000 Preisgeld waren dem Rumänen sicher. Damit war aber auch das Ende der Fahnenstange erreicht. Mit J♥J♣ war Secara gegen K♦K♥ von Mike McDonald All-in, es gab keine Hilfe vom Board und so blieb Rang fünf. McDonald hatte die Marke von zehn Millionen geknackt und übte unablässig Druck auf seine Mitspieler aus. In Level 30 verdoppelte Cody dann mit A♣7♦ gegen Pocketjacks von Mike McDonald (Board: 4♣A♥8♥3♦K♦) und erstmals rückten die letzten vier etwas dichter zusammen.

Mike McDonald - 7.690.000
Teodor Caraba - 7.225.000
Craig Bergeron - 4.240.000
Jake Cody - 4.000.000

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MIke McDonald


Dann gab es eine verrückte Hand zwischen Bergeron, der vom Button gelimpt hatte, und Cody, der im Big Blind checkte. Der Flop brachte 4♦K♥9♦, Cody check-raiste die 120.000 von Bergeron auf 330.000, der machte die 3-Bet auf 660.000, Cody erhöhte auf 960.000 und letztlich ging Bergeron All-in. Cody callte mit 9♣4♥ für Twopair, der Amerikaner zeigte 9♠6♠ und war nach zwei Blanks mit 445.000 in Chips crippled. Es folgte ein Verdoppler gegen McDonald, aber knapp über eine Million waren weniger als zehn Big Blinds. Letztlich ging es dann mit J♥T♣ gegen A♦7♦ von Cody All-in und der traf das Board so gut (5♥8♦A♥A♠9♠), dass Bergeron schon am Turn drawing-dead war und letztlich €221.000 Preisgeld kassierte.

Zu dritt wurde es dann spannend. Zunächst übernahm Jake Cody die Führung, Mike McDonald dagegen baute ab. Kurz vor dem Dinnerbreak zog sich dann Teodor Caraba gegen Cody einen Pot der mit mehr als sechs Millionen Chips gefüllt war und eroberte die Führung zurück. Die Blinds stiegen dann auf 100.000/200.000 (Ante: 20.000) und es begann eine Phase, in der fast jedes Raise mit einem All-in beantwortet wurde.

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Teodor Caraba


Nach gut 45 Minuten re-raiste dann einmal mehr Mike McDonald gegen Teodor Caraba All-in und diesmal kam der Call. Timex zeigte erneut Jacks und war gegen A♠T♦ deutlicher Favorit. Der Flop wurde aber mit K♦6♥A♥ gedealt und somit blieben nur zwei Outs und die kleine Chance auf die Runner-Runner-Straight. Aber es folgte eine Blank (8♥) und die T♣ zum zweiten Paar für Caraba. Damit stand fest, dass auch bei der EPT Deauville 2010 ein ganz neuer EPT-Champion gekürt wird. Mike McDonald musste sich mit Rang drei und €295.000 Preisgeld zufrieden geben.

Caraba führte im Heads-up mit 14,6 Millionen zu acht Millionen in Chips und Cody schien etwas vorzubereiten, denn er zeigte auffällig häufig seine Bluffs. Gegen 23:30 Uhr wollte Teodor Caraba dann dagegenhalten und pushte, nach einer neuerlichen 3-Bet von Cody, für fast zehn Millionen All-in. Cody callte sofort mit 8♥8♣, Caraba zeigte 6♣5♣ und das Board wurde mit 4♣9♠2♥K♣7♠ gedealt. Der Brite führte mit fast 19 Millionen zu drei Millionen in Chips. Die Vorentscheidung?

Nein! Es ging richtig ab in den letzten 15 Minuten, denn Teodor Caraba konnte zweimal verdoppeln, beim zweiten Mal mit A♠K♣ gegen K♠6♣ (Board: Q♣K♥2♥5♠J♦), und alles war wieder ausgeglichen. Doch nur wenig später prallten zwei Monster aufeinander. Caraba zeigte im letzten Showdown A♦K♥, Cody K♦K♣ und das finale Board wurde mit T♥7♠T♣4♦Q♦ gedealt. Der Titel geht damit nach Manchester an Jake Cody, der dafür €847.000 kassiert. Für Runner-up Teodor Caraba, der ein tolles Turnier gespielt hat, blieb ein großes Trostpflaster im Wert von €516.000.

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Jake Cody, EPT Deauville Champion


Damit verabschiedet sich der PokerStarsblog.de aus dem Seebad Deauville und nach dem Doppelpack zum Jahresauftakt (PCA und Deauville) melde ich mich in gut drei Wochen aus Kopenhagen wieder.

Das Ergebnis:

1 - Jake Cody, Großbritannien, €847.000 (plus €10.000 Buy-in EPT Grand Final)

2 - Teodor Caraba, Rumänien, PokerStars-Qualifikant, €516.000
3 - Mike McDonald, Kanada, PokerStars-Qualifikant €295.000
4 - Craig Bergeron, USA, PokerStars-Qualifikant, €221.000
5 - Claudiu Secara, Rumänien, €165.000
6 - Stephane Albertini, Frankreich, €129.000
7 - Michael Fratty, Frankreich, €92.000
8 - Peter Eastgate, Dänemark, Team PokerStars Pro, €70.000

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