Jan Heitmann und das Promi-Coaching zur TV total PokerStars.de Nacht

Am kommenden Sonntag um 18 Uhr ist es wieder soweit, PokerStars.de vergibt eine Wildcard zur ‚TV total PokerStars.de Nacht'. Und wer noch kein Ticket für das große Online-Finale hat, der kann sich noch bis Samstag über die täglichen Freerolls (16 Uhr und 20 Uhr) qualifizieren.

Während die Qualifikation in den Endspurt geht, ist Team PokerStars Pro Jan Heitmann einmal mehr als Pokercoach gefragt und hat auch schon verraten wer sein neuer Schützling ist:

Moderator und Schauspieler Thore Schölermann ist also der neue Kandidat für den großen Showdown mit Stefan Raab und Elton. Jan Heitmann dagegen ist unser Kandidat, um mit uns einen Blick hinter die Kulissen der ‚TV total PokerStars.de Nacht' zu werfen.

PSB: Hallo Jan! Anfang Oktober wird die nächste ‚TV total PokerStars.de Nacht' aufgezeichnet. Wie läuft das für dich ab, wann erhältst du die Anfragen zum Coaching?

Jan: Das wird alles relativ kurzfristig geplant. Die Medienszene ist sehr gut vernetzt, nicht zuletzt ja auch über die Sendung TV total selbst, aber natürlich muss es auch mit den Terminen für die Aufzeichnung passen. Es kommt schon vor, dass es dreimal nicht klappt, weil der Kandidat andere Verpflichtungen hat. Deswegen werden viele Promis direkt von TV total angesprochen und kommen zunächst in eine Art Pool, sodass immer genügend Kandidaten zur Auswahl stehen.

PSB: Und du übernimmst dann die Anfänger oder sind da auch Promis dabei, die schon öfter Poker gespielt haben?

Jan: Bisher waren es immer nur Anfänger, mit ganz wenigen Ausnahmen. Charlotte Roche zum Beispiel hat eine Anfrage bekommen und gesagt: ‚Ich kenn mich doch gar nicht aus, fragt mich in einem halben Jahr nochmal'. Sie hat dann von sich aus angefangen sich mit Poker zu beschäftigen, mich recht früh für Trainings kontaktiert und auch eine private Pokerrunde ins Leben gerufen. Sie hat sich wirklich längere Zeit darauf vorbereitet und einen riesigen Spaß an Poker. Danach war sie ja sogar bei zwei EPT-Events und beim WSOP Main Event dabei.

Jan_Heitmann_EPT100Barcelona.jpg

PSB: Müssen die Promis, zumindest die blutigen Anfänger, ein Coaching bei dir buchen?

Jan: Das müssen sie nicht, es ist auch immer eine Funktion der Zeit, die sie haben. Es sind meistens, daher auch die kurzfristige Planung, aktuelle Promis. Also jemand der eine DVD rausbringt, einen Film promotet - so was in der Art. Es gibt natürlich auch ein paar Klassiker, wie Kai Pflaume oder Sido, die immer gut für die Sendung sind.

Letztlich wird ihnen das Coaching aber schon deswegen ans Herz gelegt, damit es einen flüssigen Spielablauf gibt. Das war auch einer der Gründe, dass ich nach einer der ersten Sendung direkt als Coach dazu gekommen bin. Für die Zuschauer ist es schon zäh, wenn die Promis zum Beispiel immer wieder aufgefordert werden müssen die Blinds zu zahlen.

Außerdem ist das Coaching ja auch in ihrem eigenen Interesse, schließlich gibt es richtig viel Geld zu gewinnen. €50.000 sind auch für die Promis kein Pappenstiel, nur weil die im Fernsehen auftreten verdienen die ja nicht alle Millionen.

PSB: Wie bewertest du denn das Niveau von deinen Schützlingen in der Sendung?

Jan: Das Niveau ist eigentlich sehr gut. Die meisten sitzen faktisch das erste Mal am Pokertisch in dieser Sendung. Und du merkst immer wieder, dass da wirklich ein Verständnis für das Spiel aufblitzt, dass sie sich nicht nur an ein paar Regeln halten, die ich ihnen mitgegeben habe.

Im Detail ist natürlich eine Turnbet mal zu hoch und ein Call zu dünn gegen eine Range, die sich ein Fortgeschrittener Spieler zurechtlegt. Es ist vielleicht nicht präzise in der Ausführung, aber die Grundidee haben sie einfach verstanden.

Du fängst mit Ihnen schließlich ganz von vorne an. Dealer-Button, Blinds, Handreihenfolge, also die ganzen Regeln von einem komplett neuen Spiel. Und drei Stunden später verstehen sie, warum es am Anfang sinnvoll ist tight-aggressive zu spielen und am Ende eher loose-aggressive. Dass die das beim ersten Mal am Pokertisch noch nicht so umsetzen können ist völlig klar.

Weitere Videos findet ihr unter: www.pokerstars.de/tvtotal/videos/

PSB: Gibt es Schützlinge, die dich in der Sendung besonders positiv überrascht haben?

Jan: Ich bin da etwas voreingenommen, weil ich die im Coaching viel intensiver kennenlerne. Ob derjenige es in der Sendung umsetzen kann, ist auch sehr stark von den Karten abhängig. Da werden in den dreieinhalb Stunden ja maximal 50 Hände gespielt, wahrscheinlich weniger.

Einige haben das Coaching wirklich sehr gut aufgenommen und viel verstanden, sind dann aber in der Sendung einfach nicht zum Spielen gekommen, weil sie immer 8-hoch hatten. Dann haben sie Pushing-Stack, stellen rein mit Dame-Sieben, laufen gegen As-König und sind raus. Da siehst du von den Leuten in der Sendung fast nichts.

Besonders viel Spaß hat es mit den Sportlern gemacht, wie Stefan Kretschmar oder zuletzt Christine Theiss. Du wirst kein Weltklasse-Sportler ohne ein sehr gutes taktisches und strategisches Verständnis. Mit Boris Becker habe ich ja auch über Jahre zusammengearbeitet, und es ist einfach faszinierend auf welch hohem internationalen Niveau diese Menschen schon Strategie ausgetauscht haben.

Dazu kommt dieser wahnsinnige Wettkampf-Ehrgeiz. Der Drang zu gewinnen ist bei Spitzensportlern einfach stärker ausgeprägt, als bei normalen Menschen. Auf der anderen Seite haben diese Menschen auch gelernt, was dafür zu tun ist. Du musst sehr diszipliniert sein, wirklich jeden Tag an die Leistungsgrenze und darüber hinaus gehen, ob mental oder körperlich.

Genau das merkst du auch beim Coaching. Da wird dir stundenlang harte Pokertheorie reingedrückt und du musst voll konzentriert sein. Sehr viele Promis sind nach zweieinhalb Stunden einfach platt, dann gibt es noch eine Zusammenfassung, sodass es am Ende drei Stunden sind. Bei Christine Theiss habe ich mehrfach nachgefragt, ob sie nicht mal eine Pause machen möchte. ‚Nein, alles gut', hat sie geantwortet und ohne mit der Wimper zu zucken vier Stunden durchgezogen. Das Ergebnis hat man bei ihrem starken Auftritt in der Sendung gesehen.

PSB: Eine letzte Frage noch. Wie ist das Feedback der Promis während bzw. nach dem Coaching?

Jan: Grundsätzlich ist es ja so, dass die Promis Poker maximal als kleines Hobby in privater Runde weiterführen, allein schon aus Zeitgründen. Ein paar spielen auch einfach wegen der Sendung und dann nicht wieder. Ich bin dennoch immer wieder überrascht, wie positiv das Coaching aufgenommen wird. Die Promis merken nach so einem Coaching, dass Poker viel mehr als ein Glücksspiel ist, dass es auch Lerneffekte gibt, die sie auf ihre Bereiche anwenden können. Insgesamt steigt bei allen einfach die Wertschätzung für den Wettbewerb Poker an sich.

Wie jeder weiß, erzähle ich ja immer sehr leidenschaftlich über das Spiel Poker. Mich freut es einfach - und das ist auch eines meiner kleinen persönliches Ziele des Coachings -, wenn die Promis nach dem Coaching nachvollziehen können, warum ich Poker so geil finde und es dann selbst auch geil finden.

Jan Heitmann_teampro_low.jpg

Archiv