Vanessa Selbst ist eine Top "40 under 40"

Anfang Mai wurde Vanessa Selbst von "The Advocate" zu einer "Architektin des kommenden Jahrzehnts" gekürt und erhielt einen Platz auf der Liste der "40 under 40". Das Magazin advocate.com ist das älteste Publikationsmedium der LGBT-Bewegung (Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen) in den USA und verfügt über beachtlichen politischen Einfluss. Vanessa erwies sich wieder einmal die Erste ihrer Art - bis dato hatte es noch kein(e) PokerspielerIn unter die "40 erfolgreichsten Führungspersönlichkeiten unter 40 in Politik, Sport, Wissenschaft, Religion und Kunst" geschafft.

"Es ist eine Ehre für mich, dass ausgerechnet ich aus dieser Gruppe begabter Menschen ausgewählt wurde, und die vielen bestätigenden Reaktionen, die ich darauf hin von Menschen erhalten habe, die nicht zur LGBT zählen, haben mich zutiefst berührt, erklärte Vanessa. "Zu sehen, wie sehr die Welt dabei ist sich zu ändern, wirkt sehr motivierend; anstatt LGBT abzulehnen, machen die meisten Leute es sich zur Ehrensache sie ihre gesellschaftliche Relevanz öffentlich anzuerkennen, was eine unglaublich tolle Sache ist."

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Vanessa ist schon lange aktiv in der LGBT-Bewegung und hat auch in der Poker Community kein Hehl aus ihrem Leben als Lesbe und den sich daraus ergebenden gesellschaftlichen Aktivitäten gemacht. Auf PokerStarsBlog.com schrieb sie Anfang des Jahres über ihre Verlobung mit Miranda Foster (nachzulesen auch auf PokerStarsBlog.de), und wenig später postete sie ein Update über einen Roadtrip, der die beiden kreuz und quer durch die USA führte.

Als sie im März während einer Frage-und-Antwort-Session auf reddit.com gefragt wurde, ob ihre sexuelle Orientierung irgendeine Rolle am Pokertisch spiele, antwortete sie: "... homosexuell sein ist für mich absolut toll, denn es heißt, dass ich in einer wunderbaren Beziehung mit einer Frau leben kann. Es heißt außerdem, dass ich auch noch noch zu einer Community gehöre, die aus verfl***t coolen Leuten besteht. Und es hat mich auch dazu gebracht, soviele Kurse zu Themen wie Rasse, Gender (soziales Geschlecht), Klassenzugehörigkeit etc. zu besuchen, was mein Einfühlungsvermögen ganz allgemein sehr erweitert hat." 2010, kurz nachdem ihr Name sich zu einem Fixposten in der Pokerszene entwickelt hatte, erzählte sie in einem Interview mit dem Curve Magazine, sie habe dafür gesorgt, Kameras am Final Table auch ihre Freundin Miranda ins Bild rückten: "Ich bestand darauf. Schließlich werden die Ehefrauen und Freundinnen der anderen Spieler regelmäßig erwähnt und gezeigt." Hier ging es ihr nicht nur um eine Selbstverständlichkeit - sie hatte vielmehr das Gefühl, dass dies für die LGBT Community insgesamt wichtig sei. "Man sieht so wenige LGBT People in den Medien. Da geht's um mehr als nur um einen selbst", erläuterte sie ihr eindeutiges Statement als Lesbe in der Pokerszene.

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Für ihre Poker Skills wird Vanessa ohnehin schon von fast allen in der Szene geliebt. Natürlich tut die Begeisterung ihrer Fans und der anderen Spieler über ihre Turniererfolge und die $7.000.000, die sie mit diesem Spiel in nur wenigen Jahren einnahm. Die Anerkennung von "The Advocate" für ihre Leistungen und ihre Führungsqualitäten ist auch hier ein Schritt in eine tolle Richtung.

Vanessas vielschichtiger und trotzdem entschiedener Charakter (neben ihrer unbestreitbaren Neigung Regeln zu brechen, ist sie auch noch begeisterte Köchin und Tierfreundin) wird uns hier im Blog und am Pokertisch und ganz allgemein hoffentlich noch oft in Atem halten. Auf jeden Fall werden wir weiter darüber - wie sie gegen Regeln verstößt und in vielen Bereichen anderen Frauen ein tolles Beispiel gibt.

Vanessas letzter großer Poker-Erfolg war übrigens der vierte Platz beim €25.000 High Roller Event in Monte Carlo, der ihr satte $290.300 einbrachte. Dazu und zu all dem, was sie schon zu Wege gebracht hat, gratulieren wir von PokerStars Women ihr aufs Herzlichste, und wir wünschen ihr weiterhin viel Erfolg!

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