talonchick gewinnt. Oder: Sonntagsvergnügen à la Adrienne

Drei erste Male

Dass Adrienne "talonchick" Rowsome vom Team PokerStars Online das letzten Women's Sunday Event im August gewonnen hat, war für sie gleich eine Mehrfach-Premiere:

Erstens siegte sie zum ersten Mal beim Women's Sunday,
zweitens siegte sie zum ersten Mal mit der Mobile App, und
drittens siegte sie zum ersten Mal auf einem Boot.

Aber lassen wir sie lieberselbst zu Wort kommen

Sunday Funday

Der letzte Sonntag im August, bald ist der Sommer vorbei, und ich höre schon ein Echo à la "schöne Momente gehen viel zu schnell vorüber ..."

An diesem Morgen hatten wir Freunde auf ihrer Farm zum Brunch getroffen, saßen draußen und ließen es uns bei Kaffee, Pfirsichen und einer leckeren Gemüsefrittatta gut gehen. Mahlzeiten schmecken einfach besser, wenn jemand anders sie dir auftischt. Da saßen wir also zu siebt, redeten über unsere Pläne für den Herbst, über die Lokalpolitik und über Wespen, von denen es dieses Jahr unglaublich viele gab.

Als es ans Aufbrechen ging, wendete sich das Gespräch der Frage zu, was wir an diesem Tag noch so tun würden. Eigentlich hatte ich mich auf einen ganz normalen Turniersonntag eingestellt, kam aber ins Nachdenken, als sich die Möglichkeit abzeichnete, mit einem Boot auf dem See herumzuschippern.

Ich hasse es, ein Vergnügen einfach sausen zu lassen - vor allem im Sommer, wenn Schwimmen, Sonnenschein und Wassersport dabei vorkommen.

Ryan (Mr. Rowsome) zuckte die Achseln und meinte, er könne sich einen pokerfreien Tag gönnen. Jetzt, wo sommerliche Wochenenden rar werden und die WCOOP vor der Tür steht, schien das eine gute Idee zu sein.

Ich hatte allerdings per Twitter meine Teilnahme am Women's Sunday verkündet, PokerStars hatte den Preispool mit WCOOP Tickets für die Finalisten aufgestockt, und - naja, ich mag das Turnier halt sehr gerne. Und ich finde es Klasse dass Kopfgeld für mich ausbezahlt wird, denn die Leute tun die irrsten Dinge für $50 extra.


talonchick_boat.jpg

"Turniere gewonnen haben schon viele Leute, aber wer bitteschön konnte dabei eine solche Aussicht genießen?"*


"Ah okay", sagte ich auf dem Heimweg halb im Scherz, "wenn wir nach Hause kommen, melde ich mich als Nachzügler an, lasse mir Asse kaputtmachen und gönne mir ansonsten einen schönen Nachmittag."

Das Turnier lief schon seit 45 Minuten, als wir heimkamen, es gab also reichlich Action. Mein Stack wuchs schnell an, und ich bald hatte ich 18.000 Chips beisammen, nachdem ich mit 88 gegen QQ gewonnen hatte. Ich wünschte, ich hätte die Hand im Boom Player posten können - das meiste Geld wanderte auf dem Turn in den Pot, als die 8 fiel.

Kurz danach knockte ich Charlotte "Sjlot" ausknocken. Sie ging mit einer Three-Bet All-in, und zwar mit JJ gegen meine QQ. Diesmal hielten die Damen. Jetzt war es an der Zeit sich was einfallen zu lassen, zum Beispiel mich mit der Mobile App einzuloggen, wenn ich überhaupt noch aufs Boot wollte. In der dritten Pause wechselte ich zum iPad, packte Erdbeeren und ein paar andere Snacks ein, außerdem mein RSA-Sicherheits-Token und das iPhone, und dann ging's ab aufs Boot. Als wir dort ankamen, war die Bubble in Sicht - ungefähr 40 waren noch im Spiel, Geld gab's für die Top 36.

So nahe an der Bubble beobachte ich gern die Lobby im Blickfeld und die anderen Tische, denn vielleicht lässt sich ja die eine oder andere günstige Konstellation zu meinem Vorteil nutzen. Mit der Mobile App geht da aber nicht ganz so einfach. Hand-for-Hand dauerte nicht allzu lange, ich doppelte zwar ein paar fremde Stacks auf, blieb aber trotzdem in der Nähe der Chipleader.

Die Bubble platzte schließlich, und die nächste Turnierpause fiel mit einer Surf-Pause zusammen, Zeit für einen Sprung ins Wasser. So eine Schwimmanlage kann ich für die Pausen wirklich wärmstens empfehlen!

Gruselige Filmqualität ... aber Ihr seht vermutlich was ich meine!

Ein bisschen im Kielwasser herumalbern, noch ein paar Hände, und dann ging's auch schon an den Final Table ... Ich kam dort als Short Stack an und verzichtete nach einem Early Position Raise gefolgt von einem Flat Call flugs darauf, mit AJ und einer Three-Bet All-in zu gehen. Das Bounty auf meinen Kopf in Verbindung mit meiner Stack Size roch nach Problemen!

Relativ schnell konnte ich mit 8c 9c gegen A6o aufdoppeln, und dann gewann ich einen riesigen Pot - da hatte ich im Small Blind Asse gegen J8o, und der Flop kam J 4 5, Turn mit 5 und auf dem River 8.

Zu Beginn des Heads-ups gegen Kachnicka72o führte ich mit 2:1 in Chips, aber sie brauchte nur ein paar Hände um aufzuholen, bis wir schließlich Gleichstand hatten. Vermutlich waren wir in ein Bermuda Dreieck getuckert, jedenfalls riss die Internetverbindung ab, und es dauerte ewig, bis ich wieder einloggen konnte. Natürlich war ich sehr dankbar, dass sie darauf verzichtet, meine Blinds zu kassieren, während ich verzweifelt die Verbindung wieder herstellen wollte.

So ein Move zeugt wirklich von Klasse, egal wie das Ergebnis aussieht!
Am Ende hatte ich mit AJo Glück gegen ihre Pocket Queens und gewann (endlich!!!) zum ersten Mal dieses Turnier.

Alles in allem war das ein perfekter Tag auf dem Lake Okanagan, ich gewann ein Turnier, das mir bis dato eine lange Nase gedreht hatte, schnappte mir für den meinen Platz an meinen Final Table ein WCOOP Ticket, genoss in vollen Zügen den Sonnenschein mitten auf dem See - mehr Sonntagsvergnügen ist kaum möglich, oder?

* schrieb vor ein paar Tagen etwas entgeistert PokerStars Head of Blogging Brad Willis, "

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