PS Women: Lydia Cugudda mit Tipps in Sachen Chip Stacks

"domilid" ist der Screen Name von Lydia Cugudda, die kürzlich beim Main Event der UKIPT erst im Heads-up an Jake Cody scheiterte. Im Gespräch mit Rebekah Mercer gab die Britin freimütig so manches preis, das sie in fünf Jahren fleißigen Pokertrainings lernte.

Zum ersten Mal an einem Pokertisch gesessen hatte sie in einem Casino in Deutschland, in dem Ort wo sie damals arbeitete. "Das Spiel hatte eine fürchterliche Struktur, aber ich war fasziniert", erinnert sie sich. Ebenfalls fasziniert war sie von dem Mann, der es ihr beibrachte, so sehr, dass sie ihn sogar heiratete. Okay, nicht die erste Poker Love Story, die im Hafen der Ehe mündet - aber die Geschichte zu hören ist immer wieder schön. Selbst abgebrühte Pokerspielerinnen finden es meistens herrlich, wenn Poker Geld UND Liebe bringt.

Seit ihrer Zeit als Pokerlehrling 2008 spielt Lydia hauptsächlich online auf PokerStars, weil sie die Software mag und gerne Satellites zu Live Events spielt. Mittlerweile lebt sie wieder in Großbritannien, und schon dreimal gewann sie auf diese Weise Tickets für UKIPT Events, sowie ein Package für das letztjährige Women's Live Event in Barcelona. "Außerdem gefällt mir, dass es da eine ganze Reihe von Turnieren für Frauen gibt. Ich glaube nicht, dass andere Seiten in dieser Hinsicht an PokerStars heranreichen. Ich versuche meistens beim Women's Tuesday und beim Women's Sunday mitzumachen, und eben die Satellites zu den Women's Events.

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Lydia und ihr Mann lieben die gemeinsamen Reisen zu Pokerturnieren. Zur Teilnahme am Main Event der UKIPT Series entschieden sie sich in letzter Minute, weil es so nah war und sie mit dem Zug hinfahren konnten. Am Ende zeigte sich, wie genial diese Entscheidung war. Mit den PFUUUU 13.140 für ihr Ergebnis als Runner-up konnte sie ihr Auto abbezahlen und großzügige Geschenke für ihre Eltern kaufen. Sieht so aus, als hätte Fortuna ihre segnende Hand über Lydias gleichzeitiges Kennenlernen von Poker und künftigem Ehemann gehalten...

Weil sie seither so viel Erfolg mit Online Satellites hatte, baten wir sie um einen Tipp aus dem Nähkästchen. Hier nun einer, der vielen von uns auf den ersten Blick nicht eben einleuchtet, auf den anscheinend aber doch etliche erfahrenen Spieler schwören: "Für Online Satellites nutze ich am liebsten die Late Registration. In Satellites geht es vor allem drum, seine Chips beisammen zu halten und nicht rauszufliegen. Die Taktik hier ist sehr verschieden von der richtigen für ein normales Turnier."

Und weil dieser Tipp sich schon recht einleuchtend anhörte, lechzten wir nach mehr - was sie uns großmütiger Weise auch gewährte. Hier noch eine recht gute Empfehlung, was man in einem Live Turnier wie bei der UKIPT tunlichst vermeiden sollte: "Meinen größten Fehler beging ich wahrscheinlich im Heads-up gegen PokerStars Team Pro Jake Cody. Ich achtete nicht genug auf unsere Chipstacks, und als ich nach einer Three-Bet All-in ging und in seine Könige lief, zeigte es sich, dass ich mehr Chips zur Verfügung gehabt hätte als ich dachte. Das war also ziemlich unbesonnen. Nächstes Mal nehme ich mir mehr Zeit, passe besser auf meinen Stack auf und darauf, wie viele Chips mein Gegner hat."

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Heads-up gegen Jake

Dementsprechend, so Lydia weiter, "Ist der größte Fehler, den ich bei anderen gesehen habe, dass sie nicht entsprechend ihrer Chipstacks spielten. Manche Spieler hatten nur noch zehn Big Blinds zur Verfügung und callten Raises preflop, callten weitere Bets auf Flop und Turn - um dann am River zu folden. Völlig grundlos verschenkten sie die Hälfte ihrer Chips. Der größte aller Anfängerfehler ist es wohl, die eigenen Aktionen nicht zu Ende zu denken: 'Wenn ich jetzt raise, und der und der Short Stack am Blind geht All-in - calle ich dann?' Diese Entscheidung versuche ich zu fällen, BEVOR ich einen Move mache. Ich habe viele Spieler gesehen, die eindeutig diese Dinge nicht konsequent durchdacht hatten und sich so in eine schwierige Lage brachten, letztendlich foldeten und so Chips verschwendeten."

Wir wollten Lydia nicht gehen lassen, ohne sie nach speziellen Vorbereitungsmaßnahmen und -ritualen für ein Turnier zu fragen. Was sie darauf antwortete, sollte sich eigentlich jeder Pokerspieler zu eigen machen, denn schließlich setzt man sich ja an den Tisch, um (hoffentlich) Stunde um Stunde im Turnier zu bleiben. "Am allerwichtigsten ist es für mich darauf zu achten, dass ich satt bin, wenn ich mit dem Spielen anfange. Mit leerem Magen werde ich schnell quengelig und muss die ganze Zeit ans Essen denken. Ansonsten versuche ich am Tisch möglichst viel Spaß und Wortgeplänkel zu haben. Poker spiele ich zum Vergnügen, gewinnen ist bloß ein Bonus."

... und nun steht das Grand Final in Monte Carlo in Lydias Terminkalender

Das nächste Live Event, bei dem Ihr Lydia begegnen könnte, ist das "Dusk Till Dawn" in Monte Carlo. Fall Ihr das Ticket für den Ausflug zum EPT Gran Final in Monte Carlo noch nicht in der Tasche habt - noch kann man sich qualifizieren. Allerdings wird es langsam eng, denn diesen Sonntag läuft um 14:00 ET (20:00 MEZ) das vorletzte PS Women Live EPT Grand Final Satellite. Bei diesem Turnier geht es um mindestens ein €2.300 Package für das Women Live Event am 11. und 12. Mai, inklusive Reisespesen und drei Hotelübernachtungen. Qualifier für dieses €215 Satellite gibt es ab €2,20, mehr Details dazu hier im Blog und auf der Homepage von PS Women Live. In der PokerStars Lobby sind alle Satellites und Qualifier unter dem Events => Cash-Satellites in leuchtendem Pink zu finden (mit dem Filter "Women" geht's schneller). Eh voilà - bis bald an der Côte d'Azur!

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