"Jeder EPT Stopp ist großartig." Moderatorin und Pokerspielerin Natalie Hof im Interview

Natalie Hof legte mit ihrem Einzug ins Finale der Casting Show "Das Pokerstars.de Ass" 2011 den Grundstein zu einer Karriere als Pokerkommentatorin. Als offizielle EPT-Berichterstatterin und Host von German High Roller ist sie oft im TV zu sehen, zudem moderierte sie für PokerStars den deutschsprachigen Part der Radioshow zur WCOOP aus Edinburgh. Wie es häufig in der Pokerszene so geht, hatte Natalie ursprünglich nach der Schule ganz andere Pläne. Aber 2007, noch während sie Pädagogik und Theologie in Osnabrück studierte, begann sie mit dem Pokern. Bei Cashgames in Norddeutschland und Holland begegnete sie vielen "Wiederholungstäter" der Pokerszene. Und weil sie nicht nur schön und prominent ist, sondern auch viel an ihrem Pokerspiel arbeitet, kommt sie in letzter Zeit auch immer häufiger bei wichtigen Turnieren ITM, zuletzt bei der EPT in Berlin, wo sie für einen starken 39. Platz im €5.000 Main Event €18.000 in Empfang nehmen dürfte. Wenig später wurde sie beim EPT Grand Final in Monte Carlo Vierte in einem €300 NLHE Turbo Side Event.

Beim letztjährigen PCA begegnete sie Moderatorenkollegin Gaëlle Garcia Diaz. Die beiden waren sich sofort sympathisch. In Monte Carlo setzten sie sich zu einem recht vergnüglich Interview zusammen.


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Gaëlle Garcia Diaz: Wie fühlt es sich an, eine Leidenschaft wie Poker mit seinem Lebensgefährten zu teilen? (Torsten Brinkmann, Runner UP beim EPT Grand Final 2001)

Natalie Hof: Ich bin ihm schon vor Jahren oft im Casino in Osnabrück begegnet, bevor wir dann anfingen miteinander auszugehen. In meinen Augen ist es immens wichtig, etwas mit seinem Partner gemeinsam zu haben. Er ist genauso viel auf der EPT unterwegs wie ich, also stellen die vielen Riesen für uns kein Problem dar... Natürlich überschüttet er mich mit Ratschlägen, wie ich mein Pokerspiel verbessern könnte. Ich bin mit vielen Spielern aus der deutschen Pokerszene befreundet, und wir diskutieren dauernd irgendwelche Hände. Ich denke, das ist der beste Weg, seinen Spielstil zu verbessern.

Diaz: Was ist das Beste daran, offizielle Botschafterin für die EPT in Deutschland zu sein? Ein mit testosterongeschwängerter Pokerroom etwa?

Hof: (lacht) Nein, der beste Part ist definitiv das Reisen. Im Januar fliegen wir auf die Bahamas, danach nach Monaco und dann nach Barcelona. Ich bin ständig unterwegs. Es ist atemberaubend, die Welt zu erkunden, in der wir leben. Und das auch noch mit einem so großartigen Team. Hier geht es nicht nur um Arbeit, wir sind eher wie eine riesige Familie; ich kann es gar nicht erwarten, sie endlich alle wiederzusehen.


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Kollegin Gaëlle Garcia Diaz


Diaz: Deine schönste Tour-Erinnerung?

Hof: Wohl kaum nur eine einzige. Jeder EPT Stopp ist großartig. Ich liebe es, mit Gaëlle Garcia Diaz und dem Rest der Gruppe rumzuhängen (grinst), egal wo wir sind.

Diaz: Du hast mir mal erzählt, dass du dein Studium gerne wieder aufnehmen möchtest. Wie sieht es da mittlerweile aus?

Hof: Oh ja, auf jeden Fall! Ich habe meine Bachelor Abschluss im Jahre 2010 gemacht. Ein Master-Degree soll folgen, und dann, wenn ich genug vom Herumreisen habe, würde ich gerne einen Job aufnehmen, der meinem Studium entspricht. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, neben dem Poker noch einer weiteren Tätigkeit nachzugehen.

Diaz: Poker, das ist ein Universum voll mit Männern...

Hof: Richtig, Poker wird von Männerscharen dominiert, aber eigentlich interessiert mich das nicht. Ich hatte schon immer einen Hang zu tendenziell "männlichen" Sportarten. Zum Beispiel fuhr ich Skateboard und spielte Billard. Vielleicht bin ich ja mit dem falschen Geschlecht zur Welt gekommen (sie lacht). Aber nein, wir bewegen uns ja nicht auf feindlichem Gebiet. Die meisten Pokerspieler aus Deutschland sind gute Freunde von mir. Deutschland ist eine Poker Nation geworden. Die Community ist riesig und auf jedem größeren, internationalen Turnier vorne mit dabei. Es ist unglaublich! Ich kann nicht wirklich erklären, woran das liegt, aber ich denke dass die Szene unheimlich viel kommuniziert und sich gegenseitig Ratschläge erteilt, hart arbeitet und extrem motiviert ist. Ist Deutschland nicht sogar berühmt für seine harten Arbeiter?

Diaz: Was ist dein EPT-Lieblingsort? Warte, lass mich raten... Berlin?


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Hof: (lacht) Ja! In der Tat, mein Lieblingsstopp ist Berlin. Jeder ist dort und es ist immer etwas los. Aber um ehrlich zu sein, gefällt mir auch der Stopp in Barcelona sehr. Da kann mich gar nicht entscheiden... Naja, eigentlich beide. Ich hatte schon einen Deep Run beim EPT Berlin Main Event dieses Jahr. Hoffentlich werde ich demnächst bei meinem zweiten-Lieblingsstopp cashen.

Diaz: Du hattest einige Erfolge in letzter Zeit. Gibt es da etwas, worauf du besonders stolz bist?

Hof: Meine beste Onlineplatzierung war der sechste Platz beim Big $109 im März diesen Jahres. Im Livepoker war der 39. Platz beim EPT Berlin Main Event mein bestes Ergebnis und gleichzeitig mein größter Cash. Und ich wurde Runner Up beim Mini Eureka in Rozvadov und gewann $12.000, ebenfalls 2013.

Diaz: Hast du dir schon etwas von deinen Pokergewinnen gegönnt, wovon du schon lange geträumt hast?

Hof: Nein, aber ich träume nach wie vor von einem eigenen Pony. Aber eines Tages wird dieser Pony-Traum in Erfüllung gehen! (spricht's und wirft dabei einen liebevollen Blick in Richtung Torsten)

Zur diesjährigen EPT reist Natalie übrigens ganz privat. Sie will dort nämlich vor allem eins: PokernPokernPokern.


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