Liv, Maria und die zwei Vanessas - ein Quartett im PowerHouse of Dreams

Women corner logo.jpgVier Damen schlagen, zumindest bei No Limit Hold'em, mit großer Wahrscheinlichkeit jede andere Hand am Tisch. Vier Damen in einer Wohngemeinschaft werden oft als genauso furchteinflößend empfunden (man denke nur an die TV-Serie „Golden Girls") - und zwar völlig zu Recht, wie unser aktuelles Beispiel zeigt.

Die Rede ist natürlich vom „Palast der Poker-Prinzessinnen", auch „PowerHouse of Dreams genannt", zu dem Vanessa Roussos luxuriöses neues Domizil in Las Vegas mutierte, als ihre Kolleginnen Vanessa Selbst, Liv Boeree und Maria Ho für die Dauer der WSOP dort einzogen. Zusammen hatten die Vier bereits genau $ 11.872.282 in Live-Turnieren erspielt, und während der 43rd World Series of Poker sollte diese Summe noch um Einiges höher werden.

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Vanessa Rousso lud ins neue Heim

Natürlich zog diese Wohngemeinschaft der Pros das Medieninteresse auf sich wie keine ander , und die Ladies hatten großen Spaß daran, den Gästen von der Presse das „Erholungsheim" am Stadtrand von Las Vegas vorzuführen. Selbstverständlich verfügt jedes der Gästezimmer über ein eigenes Bad verfügte - was vor allem Maria und die beiden Vanessas begrüßten, da Mitbewohnerin Liv über einen, wie sie unumwunden zugibt, extrem unterentwickelten Ordnungssinn verfügt.

Führung durch den "Poker Princess Palace"

Entspannung ist ein Pokerskill

Wer zur WSOP nach Las Vegas kommt um anständig zu cashen und vielleicht sogar ein Bracelet zu erobern, muss schwer aufpassen, nicht bei all den Vergnügungsangeboten und Parties seine Ziele aus den Augen zu verlieren. Tatsächlich gehört es zu den Skills guter Spieler, harte Arbeit, Erholung und Partytime gut auszubalancieren. „Manchmal fällt es ein bisschen schwer am Ball zu bleiben, wenn man jederzeit so viel Spaß haben kann", stellte Vanessa Selbst fest. „Ich habe dieses Mal nur (!!!) 16 oder 17 Turniere gespielt, aber wenn ich ... (am Pokertisch) bin, lasse ich alles andere zu Hause, bin ganz da und gut erholt."

Das mit der Erholung war denn so eine Sache im PowerHouse of Dreams. An sich hat das Grundstück, auf dem Frau Roussos „Häuschen" liegt, ja alles zu bieten, was Profi-Köper und -Geist nach lange Phasen intensiver Konzentration und ewigem Sitzen an den Pokertischen benötigen - Weite, Auslauf und viele Sportplätze, zum Beispiel für Football, Basketball, Beach Volleyball, Tischtennis genauso wie einen Swimming-Pool mit Wasserfall und Billard- sowie Airhockey-Tische. Natürlich ist es auch mit einem Sound System ausgerüstet, das so manch einen professionellen DJ vor Neid erblassen würde.

Und dann wurde zur Einweihungsparty geladen, die später als „Mutter aller WSOP Parties" durch die Presse ging. Allerlei Pokerprominenz, darunter Scott Seiver, Justin Bonomo, Jennifer Harman und Jonathan Duhamel, vergnügte sich bei Sport, Spiel, Prop Bets und, also äh - okay, jede Menge Alkohol war wohl auch im Spiel. Mann, das muss eine total lustige Party gewesen sein: Gleich drei Fälle für den Notarzt gab es - Tiffany Michelle schnitt sich den halben Finger ab, Ryan "Golfa" D'Angelo brach sich beim Basketball einen Arm, und Liv Boeree verletzte sich beim Versuch eines Rückwärtssaltos aus dem Stand. Allerdings feierte sie munter weiter und ließ sich erst am nächsten Tag ins Krankenhaus bringen. Ergebnis der Röntgenuntersuchung: Spiralbruch des Wadenbeins. Und abends stand ja wieder Pokern an ... aber lassen wir sie selbst erzählen:

Frage: Glaubst du, deine Verletzung hat dein Spiel ein bisschen beeinträchtigt?

Liv:
Nein, das glaube ich wirklich nicht. Sie tut mir möglicherweise sogar gut. Im $ 1.500 No-Limit Hold'em Re-Entry hatte ich einen wirklich deepen Run. Und ich spielte sogar ein bisschen tighter als sonst, denn normalerweise kann ich ja irgendetwas anderes unternehmen, wenn ich buste. Aber dank meiner Verletzung kann ich ja sonst nichts unternehmen. Also will ich nicht rausfliegen.

Livs Beinbruch heilte gottlob recht schnell. Ein paar Wochen später vergnügten sich die neuen „Golden Girls" auf einem Schießstand. Als Vanessa Rousso sich ungefragt zur besten Schützen des Quartetts erklärte, kam es zu einer waschechten Prop Bets: einem Wettschießen, bei dem jede $ 500 einsetzte. Die Siegerin sollte den Pot bekommen und eine Verkleidung aussuchen dürfen, das die Verliererin für die Dauer eines ganzen Turniers würde tragen müssen. Natürlich gewann Liv - und natürlich hatte Vanessa Rousso die wenigsten Treffer. Liv forderte ihre Fans auf, Vorschläge für ein „schickes" Kostüm zu twittern. Die Wahl fiel schließlich auf ...

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Vanessa "Cockroach" Rousso

Auch wenn's nicht sofort zu erkennen ist, das soll ein Kakerlaken-Outfit sein, genau, die Viecher, die angeblich sogar einen Atomschlag unbeschadet überleben können. Vanessa trug das Kostüm denn auch unverdrossen, beklagte sich nur ein wenig darüber, dass es ums Gesicht etwas eng säße, und zeigte sich im Übrigen erleichtert, dass sie nicht als riesiger Penis herumlaufen musste, wie es ein Fan vorgeschlagen hatte.

Auch wenn die Hausherrin dieses Mal bei keinem Turnier cashen konnte - für ihre Gäste hat sich die Zeit im „Palast der Poker-Prinzessinnen" auch in Sachen Poker allemal gelohnt. Alle drei kamen beim Main Event ins Geld, Liv Boeree eroberte dreimal Plätze ITM für insgesamt $ 33.935, Maria Ho brachte es auf sechs Cashes und fast $ 70.000 und über Vanessa Selbsts grandiose Results ist die Pokerwelt immer noch nicht aus dem Staunen herausgekommen. Oder, wie Doyle „The Godfather of Poker" Brunson in seinem Blog schreibt: „Vanessa Selbst ist nicht nur die weltbeste Frau an den Pokertischen, sie gehört zu den Spitzenspielern weltweit, egal ob männlich oder weiblich." In Doyles Augen hat sie das Potential, „als erste Frau überhaupt das Main Event einer WSOP zu gewinnen". Agreed - mag sein, dass sie die erste sein wird, und zwar einer langen Reihe.

Lust bekommen, sich selber mal mit den Pokerladies zu messen? Schon in zwei Wochen wäre das möglich, bei der EPT Barcelona. Wie frau da hinkommt? Über PokerStars Ladies Only Satellites geht's am schnellsten und am günstigsten.
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