Überbewertete Starthände in Pot-Limit Omaha

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In unserem Artikel zu den fünf häufigsten Fehlern in PLO haben wir das Thema Starthandselektion bereits besprochen. Neulinge, die bisher nur No-Limit Hold'em spielten, haben es schwer, die Stärke einer Pot-Limit Omaha Starthand einzuschätzen.

Mittlere Paare ohne Beikarten

Hände wie beispielsweise J♠J♦5♦2♣ werden von PLO-Anfängern überbewertet. Neulinge glauben, sie können die Jacks für ein Set, J♦5♦ für den Flush und 5♦2♣ für die Straße spielen. Durch die NLHE-Konditionierung gibt es nun den Trugschluss, dass dies drei potenzielle Gewinner sind. Allerdings sind solche Kombinationen richtige Problemhände.

Hast du das Glück, und der Flop kommt niedrig, so dass du ein Over Pair hältst, dann haben koordinierte Hände vermutliche besser getroffen. Selbst wenn du ein Set triffst, musst du Re-Draws befürchten.

Ein weiteres Problem ist, dass weder die Aussicht auf den Flush, noch die Straight vielversprechend sind. In beiden Fällen hältst du nicht die bestmögliche Hand und wirst nicht selten hinten liegen. Solche Hände kannst du im Small Blind spielen, wenn nicht erhöht wurde, oder wenn du am Button eröffnest.

Double Suited Schrott

Hände wie Q♣T♠4♣2♠ mögen durch die NLHE-Brille verlockend aussehen. Immerhin gibt es die zweifache Chance auf den Flush. Allerdings haben wir hier erneut das Problem, mit der "Non Nut Hand". Dies bedeutet, zu oft werden wir gegen einen besseren Flush oder sogar ein Full House verlieren.

Abgesehen davon, ist die Hand höchst spekulativ. Sie ist unkoordiniert und nur selten treffen wir den Flop. Langfristig lässt du deshalb viel Geld liegen. Deutlich mehr, als dass du mit marginalen Flushes gewinnen kannst.

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Reine Ace-King Hände

Ace-King ist eine der besten Starthände in NLHE, daher ist es nur natürlich, dass PLO-Hände wie A♥K♦9♠2♠ verlockend aussehen. In PLO gibt es beim Showdown jedoch meist stärkere Hände zu sehen, so dass eine marginale Hand wie "Top Pair Top Kicker", die in NLHE durchaus wertvoll ist, meist leer ausgeht.

Drei Broadway-Karten

Hände wie A♥Q♥J♦4♣ oder K♦J♠T♠6♥ sind extrem schlecht, zumindest aus früher Position. Durch eine Karte, die sich nicht mit den anderen kombinieren lässt, geht uns viel Value verloren.

A♥Q♥J♦4♣ hat gegen 9♠8♦7♦6♠ aufgrund der Broadways eine Equity von 50,7%, doch mit der ersten Hand spielen wir uns in viele schwere Spots. Solche Hände eigenen sich eher, um in Position günstig einen Flop zu sehen.

Hände mit zwei marginalen Paaren

PLO-Hände wie 8♦8♣6♥6♠ sind extrem schlecht und maximal als Steal in später Position brauchbar. In Hold'em versuchst du mit mittleren und kleinen Paaren ein Set zu treffen, doch in PLO kommst du mit dem "Non Nut Set" nicht weit.

Eine Hand wie J♦J♥T♠T♦ ist dagegen schon spielbar, da wir einen Flushdraw hinzubekommen, und versuchen ein höhere Set oder eine höhere Straight zu treffen. Dennoch ist diese Hand noch lange kein Monster.

Fazit

Die Starthandauswahl in PLO ist nicht unbedingt schwerer, als in NLHE, doch es ist mehr Vorsicht geboten. Stelle sicher, dass alle vier Karten miteinander kombinierbar sind und dass du nicht versuchst einen Flush, eine Straight, ein Set oder ein Two Pair zu treffen, sondern den höchsten Flush, die beste Straße, Top Two Pair und Top Set.

Solltest du Fragen haben, dann sieh einfach bei unserem Discord-Kanal vorbei.

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