World Cup of Poker VI: Titelverteidigung in Gefahr

WCP logo.JPGSeit Montag läuft die sechste Auflage des World Cup of Poker im Rahmen des PokerStars Caribbean Adventure. Das Format bei diesem Team-Wettbewerb, in den die deutsche Mannschaft um Kapitän Jan Heitmann als Titelverteidiger gestartet ist, ist sehr umfangreich. Zunächst wurden insgesamt vier Vorrunden ausgespielt, in denen die Teams Punkte sammeln mussten, um die bestmögliche Ausgangsposition für das Finale zu erreichen. Das beste Team wird dann mit 100.000 Chips in die Entscheidung am TV-Table starten, den ihr am Mittwoch bei PokerStars.tv live verfolgen könnt.

Insgesamt haben sich neun Teams für den WCP VI qualifiziert, das deutsche Team kommt aus Schleswig-Holstein und setzt sich, neben Team PokerStars Pro Jan Heitmann, aus folgenden Spielern zusammen:

Rasmus Ludke
Alter: 23 Jahre
Wohnort: Kiel
Student

Sascha Cornils
Alter: 23 Jahre
St. Peter-Ording
Einzelhandelskaufmann

Frank Boehrens
Alter: 43 Jahre
Wohnort: Holm (Kreis Pinneberg)
Geschäftsführer Sportverein Blau-Weiß 96 Schenefeld

Ole Carstens
Alter: 18 Jahre
Wohnort: Bunsoh (Kreis Dithmarschen)
Schüler (Abiturient)

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Sascha, Rasmus, Jan, Ole und Frank (v.l.)


In der ersten Vorrunde wurden zunächst fünf Sit N-Go's mit je neun Spielern (Startingstack: 3.000) ausgetragen und es begann nicht gut für den Titelverteidiger. Sascha schied an seinem Tisch bereits auf Rang sieben aus, Jan und Rasmus belegten jeweils den sechsten Platz. Frank legte einen sauberen Start hin, eliminierte zunächst den Finnen und dann auch Vanessa Rousso, die für Team USA als Kapitän angetreten ist. Doch letztlich sprang nur Rang vier für den 43-Jährigen heraus, da seine Pocketjacks gegen Pocket-Achten baden gingen (Gegner riverte die Straight). Am besten lief es für Ole Carsten, der den dritten Platz einfuhr.

Nach der ersten Runde verteilten sich die Punkte wie folgt:

Kroatien - 35
Norwegen - 30
Finnland - 29
Kanada - 25
Chile - 24
USA - 23
Deutschland - 23
Taiwan - 22
Italien - 19

Jan_Lodden_WCP.jpg

Jan Heitmann und Johnny Lodden in Runde 1


Das Feld lag also noch einigermaßen dicht zusammen und es folgte, die Runde mit sechs Tischen zu je sechs Spielern. Die Team-Kapitäne setzten aus und auch in dieser Runde sprangen für unser Team nur mittlere Platzierungen heraus. Rasmus und Ole wurden jeweils Dritte, Sascha und Frank jeweils Vierte, sodass der Abstand zu den Spitzenteams weiter anwuchs.

Kroatien - 63
Norwegen - 59
Chile - 56
Taiwan - 53
Kanada - 51
Finnland - 51
Germany - 49
USA - 46
Italien - 42

In der dritten Runde saßen dann je vier Spieler an neun Tischen und es wurde nicht besser, denn Jan und Co. mussten, wie schon in den Runden zuvor, einige Suck-outs hinnehmen. Rasmus schaffte es im Heads-up, verlor aber jeden Flip und musste sich mit Rang zwei in seinem Heat zufrieden geben. Sascha und Frank belegten dritte Plätze und Ole diesmal nur Rang vier.

Kroatien - 95
Norwegen - 93
Kanada - 85
Taiwan - 84
Chile - 83
Finnland - 82
USA - 79
Deutschland - 77
Italien - 71

Kroatien hatte den ersten Vorrundentag also gewonnen und wird damit 100.000 Turnierchips mit in das Finale nehmen. Die anderen acht Mannschaften spielten am Dienstag in der zweiten Vorrunde Heads-up, sodass es durchaus noch gute Möglichkeiten gab weiter nach vorn zu kommen.

Die Paarungen:

Norwegen vs. Italien
Kanada vs. Deutschland
Taiwan vs. USA
Chile vs. Finnland

Alle fünf Teammitglieder traten zu einem Heads-up-Match an und die Kapitäne mussten gegeneinander spielen, was natürlich einige interessante Paarungen versprach. Für Deutschland trat zunächst Ole an, der sich souverän durchsetzte und für die Führung sorgte.

Sascha Cornils trat danach gegen Wade Ackerman an und stellte seine Chips zum entscheidenden All-in mit A♠3♦ gegen J♣T♣ als leichter Favorit rein, doch gleich am Flop tauchte die T♠ auf. Frank Boehrens verlor sein entscheidendes All-in mit A♣5♦ gegen K♦T♦ (Flop K♠) und plötzlich lag das Team mit 1:2 im Hintertreffen.

Frank_WCP_Headsup.jpg

Frank Boehrens Heads-up


Es folgte das Match von Rasmus, der das Re-raise All-in von Steve Deschesnes mit A♠K♦ callte und gegen K♠J♣ antrat. Das Board brachte dann 3♦T♣A♦2♠3♥, der Ausgleich war geschafft und es folgte das entscheidende Duell zwischen Jan und Darus Suharto, dem WSOP-Finalisten von 2008.

Jan eröffnete den entscheidenden Pot, Darus raiste und Jan pushte All-in. Als der Kanadier gecallt hatte, drehte Jan A♠J♣ um und dominierte K♣J♥. Der Flop war gut und kam mit T♥9♦2♦, doch gleich am Turn traf Suharto den Bauchschuss zur Straight mit der Q♣ und nach dem A♥ am River war die Niederlage für das deutsche Team besiegelt, wobei diese Hand exemplarisch für die gesamte deutsche Vorrunde stehen gelassen werden kann.

Das Ergebnis nach den Heads-up-Matches:

Finnland -- 132
Kanada -- 110
Taiwan -- 109
Norwegen -- 103
Italien -- 96
USA -- 89
Deutschland -- 87
Chile -- 83

Die Chipcounts für das Finale:

1. Platz - 100.000 Chips - Kroatien
2. Platz - 90.000 Chips - Finnland
3. Platz - 80.000 Chips - Kanada
4. Platz - 70.000 Chips - Taiwan
5. Platz - 60.000 Chips - Norwegen
6. Platz - 50.000 Chips - Italien
7. Platz - 40.000 Chips - USA
8. Platz - 30.000 Chips - Deutschalnd
9. Platz - 20.000 Chips - Chile

Die Pay-outs:

1. Platz - $100.000 ($20.000 pro Spieler)
2. Platz - $70.000 ($14.000 pro Spieler)
3. Platz - $50.000 ($10.000 pro Spieler)
4. Platz - $30.000 ($6.000 pro Spieler)
5. Platz - $10.000 ($2.000 pro Spieler)
6. Platz - $10.000 ($2.000 pro Spieler)
7. Platz - $10.000 ($2.000 pro Spieler)
8. Platz - $5.000 ($1.000 pro Spieler)
9. Platz - $5.000 ($1.000 pro Spieler)

Leer ausgehen wird also kein Team und wir erinnern uns an das Vorjahr, als das deutsche Team die Vorrunde auch nur auf Rang sieben beenden konnte. Die Titelverteidigung ist zwar in Gefahr, aber noch ist nichts entschieden.

Die Blinds beginnen im Finale bei 500/100 und die Levelzeit beträgt 30 Minuten. Der erste Spieler wir mit einem Fünftel des gesamten Mannschaftstacks starten und nach 20 Minuten wird gewechselt, sodass der nächste Spieler zusätzliche Chips mit an den Tisch bringt. Nach vier gespielten Levels gibt es zusätzlich die Möglichkeit zweimal ausser der Reihe den Spieler zu wechseln.

Der Start für das Finale ist am Mittwoch auf 18 Uhr deutscher Zeit (12 Uhr Ortszeit) angesetzt.


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