Aussie Million Tag 2: Ab jetzt geht’s um Geld

Der zweite Tag beim No Limit Texas Hold'em-Turnier "Aussie Million" in Melbourne forderte viel Kondition. Im klimatisierten Spielsaal war die Angelegenheit nicht ganz so schweißtreibend wie den Australian Tennis Open im Stadion um die Ecke. Aber sieben Level à 90 Minuten plus Pausen bedeuteten einen 13-Stunden-Tag an dessen Ende die verbleibenden 80 Spieler mit dem guten Gefühl ins Bett gehen konnten, auf jeden Fall im Geld zu sein. Neben vielen Stars wie dem Titelverteidiger Lee Nelson, Ex-Weltmeister Joe Hachem, James "Jimmy" Fricke (Gobboboy) und Gus Hansen geht auch der Hamburger Jacob Glassl mit in den dritten Tag.

EDIT: Jak, Go! Go! Go! Jak ist unter den letzten 24 (!) Spielern des Turniers (Details folgen). Alle gute von 50outs. 


Der deutsche Vertreter Jakob Glassl ist sicher in den Geldrängen

Besonders viel hatte sich Joe Hachem vorgenommen. Schon auf dem Weg in den Turniersaal erläuterte er seine Strategie für den Tag: "Ich versuche, möglichst zu überleben und früh meinen Stack um mindestens 30.000 aufzustocken. Dann habe ich die Möglichkeit zu warten, um die entscheidenen Moves zu machen. Am Ende des Tages sollten dann mehr als 200.000 vor mir liegen." Dabei setzte er auf den Leichtsinn seiner Konkurrenten: "Am zweiten Tag passieren viele merkwürdige Dinge. Offenbar trübt die Freude über das Überstehen des ersten Tages bei vielen Spielern das Urteilsvermögen. Das ist bei jedem großen Turnier dasselbe."

Schon in der ersten halben Stunde erreichte Joe Hachem sein Nahziel. Zunächst verdoppelte er mit einem All-In. Dann gewann er mit K-J gegen A-T über 5000, nachdem der Flop zwei Buben brachte. Nach einem wechselvollen Spielverlauf konnte er auch Planziel zwei des Tages verwirklichen. Ein Spieler ging mit 44k All-In, bekam einen Call von Joe und zeigte ein Paar 2en, die dann gegen dessen Paar Damen verloren.


Joe Hachem erreichte ebenso wie Adam Junglen den dritten Tag

"Gobboboy" Jimmy Fricke hatte vor Turnierbeginn erklärt: "Hier werde ich gewinnen." Der 19jährige US-Boy aus Illinios spielt ein starkes Turnier und geht mit 535k in den dritten Tag. Dabei wurde er in Level vier und fünf einige Male heftig gebeutelt. Doch gegen Ende des Tages kam er stark zurück und bewies eiserne Nerven. So machte er in Position eins einen Raise von 15k und wurde vom Spieler auf dem Button gecallt. Der Flop kam mit 6-6-5 auf den Tisch und  Jimmy erhöhte erneut um 15k, es gab ein Reraise von 45k und Jimmy schob zufort All-In. Sein Kontrahent überlegte und überlegte. Nach einer Weile wurde "Zeit" reklamiert und er warf seine Karten weg. Einen Riesenpot gewann er wenig später als sie zu viert eingestiegen waren. Vom Big Blind checkte Jimmy zunächst den Flop mit K-8-9. Ein Spieler machte einen Bet von 20k, Jimmy callte, die anderen beiden stiegen aus. Der Turn brachte eine 5 und Jimmy checke erneut, sein Gegner setzte 20k und Jimmy erhöhte um 40k. Nach der 3 auf dem River feuerte Jimmy wiederum 60k in die Mitte und zwang den Gegner zu einem All-In. Beim Showdown legte Jimmy seine Karten mit den Worten "I have the nuts" auf den Tisch – 6 und 7. Sein Strase schlägt die drei Achten seines Gegners.


Jimmy "Gobboboy" Fricke geht mit 535k in Tag 3

Den härtesten Tag erlebte der Chipleader Patrik Antonius. Er bekam den Titelverteidiger Lee Nelson an den Tisch, der ihm schnell klarmachte, dass er sich wegen des Riesenhaufen Chips nicht herumschubsen lassen würde, wie es die Gegner am ersten Tag oft getan hatten. Schon früh gewann der 63jährige Neuseeländer einige Hände, ehe es dann einen richtig großen Pot gab. Schon in einer Pause hatte Lee erzählt, dass Patrik über die Hälfte der Hände Preflop enorm erhöht. Mit seinem Monsterstack wollte er auch am zweiten Tag den Tisch dominieren. Doch Lee, der den Nickname "Final Table" trägt (zuletzt erreichte er ihn beim großen Turnier in Singapur und wurde Dritter), zeigte dem Finnen die Zähne, oder besser gesagt, er zog ihm einige. Ein Beispiel: Lee erhöhte nach einem Flop mit Pik 8 und 4, sowie Karo 5 um 15.000. Patrick blieb bei seinem aggresiven Stil und raiste auf 45k, was Lee mit einem All-in beantwortete. Patrik grübelte, bat um einen Chipcount und brachte dann die erforderlichen 85.000. Patrik zeigte Pik und Herz Buben, Lee deckte Pik 10 und 9 auf. Der Turn brachte Pik 4 und damit den Flush für Lee, die Kreuz 2 auf dem River bedeutete nichts. 


Bot Patrik Antonius Paroli: Titelverteidiger Lee Nelson

 

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