DPM 2006 - 1. Qualifkationstag

Um 3:30h heute morgen ging der erste Qualifikationstag der Deutschen Pokermeisterschaft 2006 in der Spielbank Berlin zuende und die ersten 20 Teilnehmer für das Finale am Samstag stehen fest:

1. Toni Vardjavand 65.400
2. Helmut Strobl 39.600
3. Benjamin Mavd 32.300
4. Oliver Schulz 31.100
5. Christian Axt 29.900
6. Nicolaos Tofoglu 25.700
7. Karsten Gleßlar 25.500
8. Cort Kibler-Melby 25.300
9. Christoph Niesert 25.200
10. Rüdiger Klotz 24.200
11. Kadir Ünzomoglu 22.700
12. Thomas Brackland 20.400
13. Frank Seefeld 19.700
14. Rolf Dieter 15.500
15. S. Top Rasmussen 13.100
16. Dieter Starke 12.100
17. Sigi Stockinger 10.400
18. Jan Hendrik Westenhoff 9.000
19. Andreas Schön 8.500
20. Reiner Schwarte 4.200


Chipleader Toni Vardjavand

Im Vorfeld des Turnieres hat PokerStars.tv einige prominente Spieler für eine bevorstehende Pokersendung im DSF interviewt und Statements zu verschiedenen Spielsituationen eingeholt.


Benjamin Kang


Ehemalige Teamkollen Michael Keiner und Katja Thater
zusammen mit Todd Kobrin, Deutschland-Chef von 888

Das Turnier begann einigermaßen pünklich um 20:40h und der erste Qualifikationstag war natürlich komplett ausgebucht mit 100 Spielern. So ca. 10 Spieler von der Warteliste sind zum Einsatz gekommen weil einige angemeldete Spieler nicht erschienen sind. 

Die drei ersten Leven waren ja nur jeweils 20 Minuten lang und Rebuys und AddOn's waren möglich. Im Gegensatz zu meiner Vorab-Informationen war AddOn's auch während der Rebuy-Phase für doppelte Chips möglich. Prima, beeinflusst die Strategie während dieser Phase sehr. Nachdem ich ja selber teilgenoommen habe hab ich vom drumherum nicht viel mitbekommen, daher hier einige meiner eigenen Hände aus der ersten Stunde:

Meine Auslosung war Tisch 1, Platz 7, einer der "echten" Pokertische, die meisten Tische waren umgebaute BlackJack-Tische weil die Spielbank Berlin nicht so viele Pokertische hat. Ich bin daher davon ausgegangen, dass dieser Tisch nicht so bald aufgelost wird (falsch gedacht übrigens) und wollte daher einen schönen Stack bilden, um es mit den später an den Tisch hinzukommenden Spieler gut aufnehmen zu können. Die erste halbe Stunde gehts auch gut los, ich spiele aggressiv und bilde meinen Stack auf ca. 3000 Chips (1200 Startchips). Dann spiele ich A-Qs, vor mir geht ein Spieler in früher Position "all-in" mit ca. 400, ein mir sehr gut bekannter Spieler bezahlt nur ich werde vorsichtig, zahle nur. Zwei Spieler hinter mir bezahlen ebenfalls. 2000 im Pot. Flop kommt Q-7-3 ohne Flushgefahr, der Spieler vor mir checkt, ich spiele ca. 1500 und alle passen, ausser dem all-in Spieler natürlich. Der hat zu allem Überfluss noch Q-Q und damit einen Drilling und ich habe nur noch 2% den Pot zu gewinnen. Zwar bringt der Turn noch ein Ass und es wird nochmal spannend (naja, mathematisch nicht wirklich, 2 outs auf dem River) aber kein Wunder auf dem River. Naja, nur 400 investiert, ging ja noch. Gleich darauf spiele ich 10-8 in Herz, floppe zwei Paar mit 8-T-7 aber ein anderer Spieler hat J-9 und ich verliere 1000 Chips. Nur noch ca. 1500 Chips, ich reloade mit Rebuy und AddOn, 3600 Chips dazu, ca. 5000 insgesamt. Prompt verliere ich nochmals 1000 Chips mit A-K gegen A-7, all-in preflop. Endlich Pause.


Kai S., einer der größten Cashgame Gewinner,
macht mir schöne Augen ;)

Die Pause war zwar mit 45 Minuten großzügig ausgelegt, aber wenn 100 Spieler + x Begleitpersonen auf ein zwei Stockwerke gelegenes Mini-Buffet stürmen kann das nicht gutgehen. Und wenn dann noch das Buffet in einer einzigen Reihe in der Reihenfolge Teller-Hauptspeisen-Bestecke-Vorspeisen-Nachspeisen aufgebaut ist ist Chaos und Wartezeit vorprogrammiert. Entspechend wurden die meisten erste ganz kurz vor Ende der Pause mit dem Essen fertig und es war alles etwas chaotisch und stressig. Naja, ich nehme an €40 Turniergebühr reichen nicht für mehr... uff. Das Essen selber war aber Ok.

Katja Thater erzählt mir in der Pause wie sie gleich mal einen fetten Pot mit K-K verlor (wie so oft in der letzten Zeit). Katja raist vor dem Flop, ein Spieler direkt hinter ihr bezahlt, Flop kommt J-9-4 mit zwei Pik, Katja spielt allin, ihr Gegner bezahlt (ohoh), Showdown: Katja K-K, ihr Gegner Q-8. Turn ist Ass, ebenfalls Pik, Katja hat den König in Pik und somit vier Pik. Prima, von 86% auf dem Flop und auf dem Turn jetzt 95% Gewinnchance. Hilft alles, nichts, die rote 10 auf dem River macht dem Gegner die Strasse. Rebuy!  

Nach der Pause gebe ich bei Blinds von 60-120 etwas ab und werde mit ca. 3000 Chips an einen anderen Tisch verlegt weil unser Tisch wegen Cashgame-Bedarf aufgelöst wird. Am neuen Tisch kenne ich nur einen Spieler, Nils, der rest ist mir unbekannt wirkt aber rech unerfahren und nervös. Ich kann mich mit zwei Königen (vs. 9-9) auf ca. 5000 aufbauen und fange an den Tisch zu terrorisieren. Im Laufe der nächsten 3 Stunden kann ich auf 12000 aufbauen, ohne Showdown. Katja scheidet inzwischen aus mit A-K und A-K-3 im Flop (ihr Gegner, Chipleader Tony, kauft Flush mit Turn und River mit 6-5 in der Hand). Noch ca. 40 Spieler im Turnier. Ich finde A-10 in Herz in erster Position ("UTG") und raise auf 4000 (Sigi Stockinger im Big Blind). Ein Spieler in mittlerer Position überlegt lange und der Spieler dahinter, der als einziger Spieler am Tisch mehr Chips hat als ich will schon dick re-raisen, muss seine Chips aber wieder zurücknehmen weil eben noch ein Spieler überlegt. Der passt schliesslich und auf einmal zögert dieser Spieler, raist aber schliesslich doch auf 11.000. Alle passen zu mir. Ich überlege etwas aber diese Zögern stört mich irgendwie dabei, ihm eine ganz starke Hand zu geben. Ich schätze ihn auf 99-QQ ein, ich habe diesen Spieler auch ein paarmal im Big Blind attackiert, vielleicht will er einen Play machen, ich kann ja schlisslich nicht immer was haben oder? (lol). Jedenfalls rechne ich mir irgendwie meine Turnierchancen schön, falls ich diesen Pot gewinne (Mathe für Dummies muss ich mir jetzt mal zulegen glaub ich) und gehe allin, er muss noch 1000 nachzahlen. Macht er gerne, mit A-A kein Wunder. Auch kein Wunder das ich diesen Pot mit Pauken und Trompeten verliere und ärgerlich über mich selbst verlasse ich den Turnierbereich. Cashgame? In der Stimmung nicht dran zu denken. Zur Selbstbestrafung für diesen dummen Fehler gehe ich zu Fuß 30 Minuten zum Hotel zurück (ein etwas abenteuerliches Unterfangen im nächtlichen Berlin mit viel Geld in der Tasche) aber ich will in Ruhe nachdenken und mir über den Fehler in aller Ruhe klarwerden.

Heute gehts also weiter mit dem zweiten Qualifikationstag, wiederum um 20:30h. Mal sehen, was mir heute einfällt um meine Chips webzublasen :(. Die ganze Wahrheit morgen dann wieder hier.

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