Vier ungewöhnliche Poker-Spiele für Ihr nächstes Homegame

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Texas Hold'em, Omaha, Draw und Stud. Diese Poker-Varianten werden in Homegames auf der ganzen Welt gespielt. Aber vielleicht ist es an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren?

Bei Homegames steht der Spaß im Vordergrund. Es ist egal, ob Sie um echtes Geld oder um Streichhölzer spielen. Wenn Sie mit Ihren Freunden beim nächsten Poker-Abend aber etwas Neues austesten wollen, ist der folgende Artikel einen Blick wert.

Wir stellen Ihnen vier ungewöhnliche Poker-Spiele vor, die äußerst unterhaltsam sein können.

Anaconda
Besonderheit: Anderen Spielern Karten zuschieben

Wie wäre es mit der Möglichkeit, einem Gegner drei völlig unbrauchbare Karten zuzuschieben? Das könnte doch witzig werden. Blöd ist nur: Die anderen werden dasselbe mit Ihnen machen.

Anaconda ist eine spaßige Poker-Variante, bei der jeder Spieler sieben Hole-Cards ausgeteilt bekommt. Nachdem alle Spieler herausgefunden haben, wie sie die beste Fünf-Karten-Hand bilden, müssen sie diese aufbrechen und drei Karten an den jeweils links sitzenden Spieler weiterreichen. Darauf folgt eine Setzrunde.

Als nächstes müssen die Spieler zwei Karten abgeben, diesmal allerdings an den Spieler auf der rechten Seite. Wieder gibt es eine Setzrunde, bevor jeder Spieler dem linken Sitznachbarn eine letzte Karte überlässt. Die letzte Setzrunde steht an. Danach ist der Showdown an der Reihe. Der Spieler mit der besten Fünf-Karten-Hand gewinnt den Pot.

Wie wir alle wissen, gibt es am Poker-Tisch keine Freundschaften. In einem Spiel wie Anaconda ist Ihr Platz am Tisch wichtiger denn je. Wem wollten Sie es immer schon so richtig heimzahlen?

Vanunu
Besonderheit: Das Schere-Stein-Papier-Prinzip

Daniel Negreanu, ein ehemaliger PokerStars-Repräsentant, geriet in der Vergangenheit immer ins Schwärmen, wenn Vanunu das Thema war. Der Grund: Es war eines der Spiele, mit denen er in Toronto aufgewachsen ist. Kid Poker glaubt, dass es ihm dabei geholfen hat, sein Poker-Talent auszubilden. Da Vanunu eine Reihe Poker-Formate vermengt, wäre das nicht weiter überraschend.

Jeder Spieler bekommt sieben Karten verdeckt ausgeteilt, die man sich nicht anschauen darf. Die Spieler decken nach und nach jeweils eine Karte auf. Anschließend gibt es eine Setzrunde. Die Spieler setzen darauf, die beste High- oder Low-Hand zu haben. So geht es weiter, bis fünf Karten offen ausliegen; zwei Karten bleiben verdeckt.

Jetzt haben die Spieler Gelegenheit, eine ihrer Karten gegen eine andere zu tauschen. Dafür werden die Spieler allerdings zur Kasse gebeten. Für eine offene Karte müssen sie eine festgelegte Abgabe entrichten; verdeckte Karten zu tauschen kostet doppelt.

Nachdem die Hände feststehen (fünf Karten offen, zwei verdeckt), müssen alle Spieler erklären, ob sie eine Low- oder High-Hand oder beides haben. Ob sie also die schlechteste Hand haben (Low), die bestmögliche (High) oder beides in einer Hand vereinen. Die Spieler nehmen ihre Einschätzung zur gleichen Zeit vor; als Erkennungszeichen dienen Chips oder Münzen, die in den Pot geworfen werden. So will man sicherstellen, dass niemand schummelt (das Schere-Stein-Papier-Prinzip). Ein Chip steht für Low, zwei für High, drei für beides.

Haben Sie behauptet, Low und High zu haben, müssen Sie auch Low und High gewinnen, um den Pot einheimsen zu können. Gibt es nur Low-Hände, gewinnt die beste Low-Hand den ganzen Pot. Das gleiche Prinzip greift, sollte es nur High-Hände geben. Ansonsten teilen die beste Low-Hand und die beste High-Hand den Pot unter sich auf.

Vanunu bedient sich spielerisch bei Seven-Card Stud, Razz und Draw-Spielen. Dazu kommen Live-Reads. Damit ist es eine interessante Wahl für Ihr nächstes Homegame. Wer weiß? Vielleicht kann es Ihrem Poker-Verständnis so auf die Sprünge helfen wie einst Negrenau.

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Daniel Negreanu (während er, so vermuten wir, die Regeln des Vanunu-Spiels erklärt)

Death Wheel
Besonderheit: Verwendete Community-Karten müssen aneinander angrenzen

Genauso wie Vanunu wird Death Wheel für gewöhnlich als Hi/Lo-Variante gespielt (obwohl es in der Theorie auch möglich ist, nur mit High-Händen zu spielen). Das Spielprinzip ist witzig, aber es kann einen auch in den Wahnsinn treiben.

Jeder Spieler erhält vier Hole-Cards. Sechs Community-Karten werden in der Mitte verdeckt und in einem Kreis angeordnet ausgeteilt. Ziel ist es, die beste Fünf-Karten-Hand zu bilden, indem Sie zwei Ihrer Hole-Cards und drei Community-Karten verwenden (wie beim Pot-Limit Omaha). Jedoch müssen die drei Community-Karten, die Sie benutzen wollen, im Kreis nebeneinanderliegen.

Nach dem Austeilen der Hole-Cards gibt es die erste Setzrunde. Danach wird eine Community-Karte aufgedeckt. Es folgt eine weitere Setzrunde. Das Prozedere wiederholt sich, bis alle sechs Community-Karten bekannt sind. Allerdings dürfen nie nebeneinanderliegende Community-Karten aufgedeckt werden. Sie müssen die gegenüberliegende Karte offenbaren. So erfahren Sie erst am Ende der Hand, welche drei Karten Sie verwenden können.

Sie haben sechs Drei-Karten-Kombinationen zur Auswahl, mit denen Sie sich eine Hand basteln können. Außerdem haben Sie vier Hole Cards, unter denen Sie wählen können. Die beste Hand ist deshalb oft sehr stark. Geben Sie schwache Hände also am besten frühzeitig auf.

Was einen wahnsinnig machen kann? Nun - dass Sie einen Royal Flush treffen können, ihn aber nicht spielen können, weil die Karten dummerweise nicht aneinander angrenzen.

Simultaneous (alias Holdemaha)
Besonderheit: Wird vom PokerStars Blog-Team gespielt

Dieses Spiel ist der Liebling des PokerStars Blog-Teams. In Hotelzimmern und auf dem Flughafen haben wir Stunden damit verbracht, während wir für Poker-Events unterwegs waren.

Verglichen mit den meisten Poker-Formaten, die wir in diesem Artikel beschrieben haben, ist Simultaneous recht simpel. Alle Spieler bekommen sechs Hole-Cards, die in zwei Hände aufgeteilt werden müssen: Eine No-Limit Hold'em-Hand (NLHE, zwei Karten) und eine Pot-Limit Omaha-Hand (PLO, vier Karten). Haben Sie Ihre Wahl getroffen, können Sie diese nicht mehr ändern.

Der Spielablauf gleicht dem einer PLO-Hand. Sie können mit Pot-Limit oder No-Limit spielen. Da aber oft starke Hände aufeinandertreffen, sind Sie mit Pot-Limit am besten beraten. Vor dem Flop sowie auf dem Flop, Turn und River gibt es Setzrunden.

Die Spieler spielen ihre NLHE- und PLO-Hände simultan (der Name ist Programm). Geht es zum Showdown, gewinnt der Spieler mit der besten NLHE-Hand eine Hälfte des Pots. Die andere Hälfte geht an den Spieler mit der besten PLO-Hand. Hat ein Spieler in beiden Kategorien die beste Hand vorzuweisen, gehört ihm der ganze Pot.

Der Spaß rührt daher, dass Sie herausfinden müssen, ob Ihr Gegner nur eine gute Hand hat und Sie aus dem Pot vertreiben will, oder ob er tatsächlich in beiden Kategorien die Oberhand hat. Oder er ist besonders wagemutig und hat überhaupt nichts auf der Habenseite.

Was halten Sie davon? Probieren Sie das Spiel doch zu Hause mit Freunden aus und kommen Sie anschließend bei uns vorbei.

Wir können Frischfleisch gut gebrauchen.


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