'Time to Act' bei Cashgames wird reduziert

Der ein oder andere von euch wird den Artikel 'Reducing Time to Act in Ring Games' von Severin Rasset bei PokerStarsblog.com sicher schon gelesen haben. Das Spieltempo zählt definitiv zu den ganz wichtigen Aspekten in Sachen Spielerlebnis, und PokerStars ist natürlich bemüht seinen Spielern auch in diesem Bereich das Optimum zu bieten.

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Warum überhaupt eine Reduzierung der 'Time to Act'?

PokerStars beschäftigt sich nicht nur ausführlich mit dem Poker-Ökosystem, sondern analysiert natürlich auch das Verhalten der Spieler an den Pokertischen. Die Auswertung dieser beiden Punkte löste Bedenken aus, dass sich die aktuellen Einstellungen bezüglich Time to Act und Time Bank negativ auf das Spielerlebnis auswirken.

„Diese Bedenken konnten wir natürlich nicht ungeprüft lassen. Wir wollten wissen, welche Auswirkungen, wenn überhaupt, die getesteten Änderungen auf das Spiel haben. Und wenn sie einen Effekt haben, wollten wir sichergehen, dass dieser nachhaltig und positiv ist. Unser Ziel ist, immer ein sicheres und faires Umfeld zum spielen zu schaffen", schreibt Rasset in seinem Artikel.

Nach einem über mehrere Monate angelegten Testlauf mit reduzierter Time to Act auf verschiedenen Stakes im Cashgame-Bereich, wurde die Auswirkungen auf das Spielerlebnis sorgfältig geprüft und weitere Änderungen vorgenommen, die ab dem 5. Februar 2019 in Kraft treten. Die Änderungen betreffen ausschließlich reguläre Cashgames und Zoom-Cashgames, während bei Turnieren, Sit & Gos und Spin & Gos alles beim alten bleibt.

Time to Act

In den Tests stellte sich heraus, dass Spieler in einfachen Situation, vor allem vor dem Flop, oft sehr viel Zeit benötigten, weil sie mit Entscheidungen an anderen Tischen beschäftigt waren. Das ist für die Gegner auf Dauer verständlicherweise frustrierend. Viele kennen das von den Live-Tischen, wenn ein Spieler ständig mit seinem Smartphone beschäftigt ist und bei jeder Aktion zum Handeln aufgefordert werden muss.

Das jüngste Update zur Reduzierung der Time to Act wurde sehr positiv aufgenommen. Die vom Test betroffenen Spieler konnten zum Beispiel 9% mehr Hände pro Stunde spielen.

Und so sehen die Änderungen bezüglich Time to Act aus:

Aktuelle EinstellungenNeue Einstellungen
 (Sekunden)(Sekunden)
Pre-flop ohne vorheriges Raise1810
Pre-flop mit vorherigem Raise und Post-flop2515

Anmerkungen:

Die neuen Einstellungen in der Tabelle werden auf den Limits $0,01/$0,02 bis $0,10/$0,25 bereits angewendet.

Bei Stud-Varianten gelten die gelten die Pre-flop-Einstellungen nur für die Third-Street. Die Post-flop-Einstellungen gelten ab der Fourth-Street.

In Single-Draw-Spielen gilt Pre-flop bis zum ersten Draw, Post-flop für den River.

Bei Triple-Draw-Varianten gilt Pre-flop bis zum ersten Draw, Post-flop für alle weiteren Aktionen.

Time Bank

Auch die neuen Settings bieten genügend Zeit Entscheidungen zu treffen. Und bei Händen, die etwas umfangreichere Überlegungen erfordern, bleibt immer die Time Bank.

Aktuell beträgt die Time Bank 30 Sekunden, das kann sich während des Spiels aber auf bis zu 600 Sekunden erhöhen. In seltenen - dafür aber sehr frustrierenden - Situationen, führt dies dazu, dass Spieler mehrere Minuten auf die Aktion des Gegners warten müssen. Hier war ein Update ganz klar von Nöten.

Und so sehen die Änderungen bezüglich der Time Bank aus:

Zum StartAnstieg umMaximum
 (Sekunden)(Sekunden)(Sekunden)
Pre-flop155 alle 10 Hände30
Post-flop155 alle 10 Hände60

Alles in allem bleibt weiterhin genügend Zeit, um in Drucksituationen die richtigen Entscheidungen zu treffen, während die Wartezeiten im Durchschnitt deutlich reduziert werden.

Eine weitere Anpassung gab es bereits im Dezember, in dem die Anzahl Orbits, die ein Spieler am Tisch aussetzen kann von fünf auf drei reduziert wird. Und auch im Laufe des Jahres 2019 wird es immer wieder kleinere Änderungen geben, um das Spielerlebnis weiter zu verbessern.

„Die Poker-Ökonomie ist komplex, um es vorsichtig auszudrücken. Es sind eine Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen, wenn eine Änderung in Betracht gezogen wird. Und wir sind zuversichtlich, dass diese Änderungen für das Spiel langfristig von Vorteil sind", schließt Rasset seinen Artikel.



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