Machen Sie einen dieser fünf häufigen Fehler?

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Online-Poker hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Vor allem, wenn wir auf das Aneignen von Wissen und die korrekte Strategie zu sprechen kommen. Manches wird sich allerdings nie ändern. Nach wie vor machen Hobby-Spieler die gleichen Anfängerfehler wie vor zehn Jahren.

Haben Sie die Absicht, mit Leaks in Ihrem Online-Spiel aufzuräumen? Oder brauchen Sie nur ein paar Tipps für das Homegame am Wochenende? Im folgenden Artikel geht es um die häufigsten Fehler, die Sie beim Pokern machen können. Fehler, die Sie nach Möglichkeit ausmerzen sollten.

Position übersehen

Ihre Position am Tisch ist ein wesentlicher Faktor, der darüber entscheidet, wie spielbar eine Hand ist. Trotzdem ist es ein Aspekt, den viele - vor allem Poker-Anfänger - häufig übersehen.

Zum Beispiel ist es mit einem Paar Vieren in später Position üblich zu erhöhen. Under the Gun zu einem Raise anzusetzen - wenn nach Ihnen noch acht andere Spieler an der Reihe sind -, ist dagegen brandgefährlich. Im besten Fall bekommen Sie mehrere Calls zu sehen, im schlechtesten kassieren Sie eine 3-Bet. Der Flop wird Ihnen nur gefallen, wenn Sie eine Vier zu sehen bekommen. Und als wenn das noch nicht ausreichen würde: Nach dem Flop müssen Sie oft ohne Position weiterspielen.

Position auf Ihre Gegner zu haben, macht es Ihnen leichter, Hände aggressiv zu spielen. Sollten Sie vor dem Flop ohne Position eine 3-Bet anbringen - zum Beispiel vom Small Blind aus gegen ein Openraise des Cutoff-Spielers -, ist ein höheres Sizing als normalerweise sinnvoll. Sie wollen dem Gegner möglichst schlechte Odds geben.

Schlechtes Bankroll-Management

Bevor Sie ein Turnier spielen oder sich an einen Cashgame-Tisch setzen, sollten Sie sich stets eine Frage stellen: Ist es okay für mich, dieses Geld zu verlieren?

Klar ist es spaßig und aufregend, hin und wieder einen Shot zu wagen. Selbst der Spieler, der vor kurzem die $109 Sunday Million für $111.000 gewonnen hat - Vinicius Perri -, hat uns verraten, dass seine Buy-ins im Schnitt bei $35 liegen. Doch Sie sollten nicht alles auf eine Karte setzen. Auf den glücklichen Ausgang eines einzigen Turniers zu hoffen, ist verheerend. Noch verheerender, wenn Sie sich das Buy-in kaum leisten können. Ihr Urteilsvermögen wird geschwächt sein. Sie werden nicht Ihr A-Game abrufen.

Stellen Sie sicher, dass Ihre Finanzen für die Stakes ausreichen, die Sie spielen wollen.

Zu tight / zu loose spielen

Online-Poker ist, anders als Live-Poker im Casino, schnell. Sie bekommen mehr Hände zu sehen, Sie haben für jede Entscheidung nur begrenzt Zeit zur Verfügung. Ruhen Sie sich aber nicht zu sehr aus. Auf Premium-Paare und Ass-König zu warten, ist Ihr gutes Recht. Aber warten Sie zu lange, sind Sie schnell der Short-Stack. Kommen Sie jetzt mit einer starken Hand All-In, haben Sie nach dem Double-Up - der Ihnen erst einmal gelingen muss - immer noch wenig Chips.

Schauen Sie sich die Live-Streams von Lex Veldhuis, Fintan Hand oder Benjamin Spraggy auf Twitch an. Sie werden sehen, dass diese Spieler manchmal suited Connectors spielen. So haben Sie mehr Möglichkeiten, einen Stack aufzubauen. Und obendrein lassen Sie Ihre Gegner im Unklaren.

Natürlich sollten Sie nicht zu sehr ins andere Extrem ausscheren. Fangen Sie bloß nicht an, alles in jeder Position zu spielen. Kurzfristig mag Ihnen das Glück hold sein - schauen Sie sich Lex Veldhuis' ‚all-in every hand'-Turnier an, in dem er mit jeder Hand All-In geht und oft einen gewaltigen Stack aufbaut, bevor er alle Chips zurückgibt -, langfristig werden Sie mit einer solchen Spielweise immer scheitern.

Value verpassen und schlechtes Betsizing

Das Minraise ist in Homegames mit Freunden keine Seltenheit. Getreu dem Motto: „Ich zahl' deine Zehn, und erhöhe um Zehn!" (Die String-Bet ignorieren wir an dieser Stelle.)

Zwar gibt es Situationen, in denen ein Minraise angebracht ist. Häufig lassen sich die Spieler aber haufenweise Value entgehen. Setzen Sie groß an, wenn Sie eine starke Hand haben, und hoffen Sie auf den Call!

Legen Sie sich nach dem Flop einen Plan zurecht, wie Sie den Turn und River spielen wollen. Mit einer sehr starken Hand sollten Sie die Höhe Ihrer Einsätze bedenken. Schließlich wollen Sie bis zum River All-In kommen und so viel Value wie möglich aus Ihrer Hand herausschlagen.

Auf der anderen Seite sollten Sie mit einer Hand, die das Board komplett verpasst hat, niemals Pot setzen. Versuchen Sie es mit einer kleinen Bet. Stoßen Sie auf Widerstand - weil ein Gegner zu einem Raise ansetzt -, fällt Ihnen der Fold leicht, weil Sie kaum Chips investiert haben.

Denken Sie über Ihre zuletzt gespielten Hände nach. Prüfen Sie, ob es Situationen gab, in denen die Chance auf mehr Value da war. Oder Spots, in denen sich Ihre Verluste mit einem anderen Sizing begrenzen lassen.

Sich von Emotionen überwältigen lassen

An ein Ärgernis haben Pokerspieler ihre Bankroll seit jeher häufiger verloren als an alles andere.

Sie wissen, worauf wir abzielen. Die Rede ist vom gefürchteten „T"-Wort.

Tilt kann Sie mit Leichtigkeit übermannen, wenn Ihr Paar Asse von Bube-Sechs offsuit geknackt wird. Oder wenn Ihr Gegner in einer Hand, in der es um nicht weniger als den Chiplead geht, einen 1-Outer trifft. Bad Beats können brutal sein.

Machen Sie sich klar, dass am nächsten Tag, nächste Woche und nächsten Monat ein neuer Tisch auf Sie wartet. Können Sie nicht mehr Ihr A-Game abrufen, verlassen Sie den Tisch. Lassen Sie nicht zu, dass Ihre Emotionen die Kontrolle übernehmen. Ihre Bankroll wird es Ihnen am nächsten Morgen danken.



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