Beast Mode, Beefy und der Fossilman: Die besten Namen im Sport

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Was ist nur im Poker-Universum passiert? Spitznamen waren damals vorgeschrieben. Wer keinen Spitznamen hatte, war auch kein echter Spieler ... „Texas Dolly", „Amarillo Slim", „Puggy" Pearson, „Devilfish", „Fossilman", „Unabomber", „Poker Brat" und äh, „Aces" (mit diesem blöden Alias hat sich Simon Trumper zumindest immer an die korrekte Pokerhand-Reihenfolge erinnert) - die Pokerwelt war ein bunter Haufen. Heutzutage ist das Beste, worauf wir hoffen können, ein Name wie Mike „Timex" McDonald. Langweilig!

Die NFL weiß, wie man es richtig anstellt. Wenig überraschend für einen Sport, bei dem jedes Team einen eigenen Spitznamen hat, aber wo sonst können wir Legenden wie „The Assassin", „The Refrigerator" und „Megatron" finden? Machen wir uns doch nichts vor: Wenn wir die Kreativität der NFL auf Poker übertragen, würde McDonald auf den Namen „Deathstare" hören.

Allerdings ist die NFL nicht allein. So ziemlich alle Sport-Asse haben einen Spitznamen. Zum großen Spiel des Jahres haben wir die zehn besten Spitznamen weltbekannter Sportler zusammengesucht.

Ian „Beefy" Botham

Englands bekanntester Kricketspieler hat seinen Spitznamen „Beefy" als Jugendlicher im Somerset Cricket Club verliehen bekommen. Den Namen hatte er vielleicht seinem Körperbau zu verdanken, aber er passte auch perfekt zur Spielweise Bothams. Zeitweise wurde er auch „Bungalow" genannt, aber der Name konnte sich nicht lange halten.

Wertung: 4/5
Kurz, scharfsinnig und funktioniert auf verschiedenen Ebenen.

Michael Holding - Whispering Death

Brillant! Schiedsrichter gaben dem westindischen Kricketspieler Michael Holding diesen schaurigen Spitznamen, da sein Run-Up ohne Geräusch auskam und er die Schläger mit dem Ball fast zerstörte. Holding war einer der schnellsten Werfer aller Zeiten.

Wertung: 5/5
Es ist der furchterregendste Spitzname, den wir je gehört haben.

Gabriel Batistuta - Batigol

Gabriel Batistuta war eine Legende in der Serie A, nachdem er 1991 aus freien Stücken von den Boca Juniors zum AC Florenz gewechselt ist. Batistuta war eine Tormaschine, auf den Verlass war - 20 Tore waren pro Saison immer drin. Batigol steht für den ersten Teil seines Namens und für das italienische Wort für Tor („gol"). Wir hoffen, dass er einem italienischen Kommentator unfreiwillig herausgerutscht ist, weil er nach einem Tor an der Aussprache des eigentlichen Namens gescheitert ist.

Wertung: 4/5
Unglaublich simpel. Es hält, was es verspricht.

„Iron" Mike Tyson

Brutal, dynamisch, spannend ohne Ende. Diese Adjektive kommen uns in den Sinn, wenn wir an die ersten Kämpfe von Mike Tyson zurückdenken. Außer natürlich, man befand sich auf der anderen Seite des Rings. Die armen Opfer in der ersten Runde bekamen zu spüren, warum Tyson auf den Spitznamen „Iron" hört, wann immer sich die Faust in den Kopf des Gegenübers gebohrt hat.

Wertung: 5/5
Es gibt wohl keinen anderen Spitznamen, der besser wie die Faust aufs Auge passt.

Tiger Woods

Dieser Spitzname hat sich so tief ins Gedächtnis vieler Leute gebrannt, dass sie vergessen haben, dass es nur ein Spitzname ist. Tiger hört eigentlich auf den Namen Eldrick Tont Woods und der Spitzname stammt von alten Kriegs-Bekanntschaften seines Vaters. Colonel Vuong Dang Phong war als Tiger bekannt und Earl Woods benutzte den Namen zu dessen Huldigung. Wie es der Zufall so wollte, passte der Name perfekt zu Woods' Aufstieg in der Golfer-Szene und zu seiner Beharrlichkeit auf dem Platz.


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Tiger ist nicht sein echter Name?! Man lernt wohl nie aus ...


Wertung: 5/5
Wir können uns Tiger nur als Tiger vorstellen. Rrrr!

Roger Federer - FedEx

20 Grand Slam-Titel zwischen 2003 und 2018 machen aus Federer einen der besten Tennisspieler aller Zeiten. Seine Klasse zeigt er auf dem Platz genauso wie abseits davon - er liefert immer ab! Nun, nicht immer, aber Sie verstehen sicher, worauf wir hinauswollen. FedEx ist seit 2010 einer der Hauptsponsoren der ATP und vielleicht wollten sie Federer beschreiben, als sich die Marketing-Abteilung folgende Aussage ausgedacht hat: „Bei FedEx haben wir Verständnis für das Engagement, das für das Liefern von Weltklasse-Leistungen vonnöten ist."


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Federer gewann vor kurzem bei den Australian Open seinen 20. Grand Slam-Titel


Wertung: 3/5
Ein Spitzname, der FedEx wahrscheinlich mehr zugutekommt als Federer.

Greg Norman - The Great White Shark

Ein ziemlich langer Spitzname, aber trotzdem ein Klassiker. Als Greg Norman 1981 zum ersten Mal das Masters gespielt hat, sorgte er mit seiner aggressiven Spielweise und seinem blonden, fast weißen Haar, für jede Menge Aufregung. Am Ende reichte es für einen vierten Platz und die US-Medien tauften ihn nach den einheimischen, küstennahen Tiere seines Landes auf den Namen The Great White Shark. Norman behielt den Namen bei ... Tatsächlich ließ er den Namen sogar rechtlich schützen und entwarf passende Logos und Marken.

Wertung: 5/5
Clever mit Kult-Charakter. Norman hat an dem Namen jede Menge Geld verdient.

Phil „The Power" Taylor

„Wenn wir Phil Taylor in Hastings gegen die Normannen gehabt hätten, wären sie nach Hause gefahren." So äußerte sich Kommentator Sid Waddell einmal über den großartigsten Darts-Spieler aller Zeiten. Vor kurzem hat Taylor seine Karriere für beendet erklärt, zu Beginn seiner Laufbahn hörte er noch auf den Spitznamen „The Crafty Potter" (nach seinem Mentor Eric „The Crafty Cockney" Bristow). Das änderte sich 1995, als er zu „The Power" wurde und für den Rest seiner Karriere mit dem stürmischen, gleichnamigen Snap-Song auf die Bühne kam

Wertung: 5/5
Perfekt. Es ist schwierig, sich Taylor vorzustellen, ohne an den Snap-Song zu denken.

Lionel Messi - La Pulga Atomica

Der beste Fußballspieler der Welt? Cristiano Ronaldo hätte da wohl ein Wörtchen mitzureden (und CR7 soll einen unanständigen Spitznamen für ihn haben), aber Lionel Messi hat bis auf die Weltmeisterschaft so ziemlich alles gewonnen. Vier Ballon d'Ors, vier Champions Leagues und acht spanische Titel ... nicht schlecht für einen Mann, bei dem im Alter von 11 Jahren ein Wachstumshormonmangel festgestellt worden war. Messi ist 1,70 Meter groß und seine gewaltige Körperkraft bei einem gleichzeitig niedrigen Gleichgewichtspunkt machen es fast unmöglich, gegen ihn zu spielen. Tatsächlich ist er für jede Abwehr ein Quälgeist - so sehr, dass ihn die spanischen Medien La Pulga („Der Floh") oder La Pulga Atomica („Der winzig kleine Floh") getauft haben.

Wertung: 3/5
Der Name klingt eher nach einem Superhelden, aber er ist Welten besser als CR7. Sorry, Cristiano!

Marshawn Lynch - Beast Mode

Noch ein Spitzname, der zum Markenzeichen wurde. Beast Mode wurde von einem Pop Warner Youth Football-Coach erdacht, um Marshawn Lynchs Laufstil zu beschreiben - ein Stil, bei dem der Spieler durch Leute rennt, statt an ihnen vorbeizulaufen. Beast Mode drehte bei der NFL 2011 in einem Spiel zwischen den Seattle Seahawks und New Orleans Saints zu einem Beast Quake auf. Lynch überstand neun Tackles, um einen 67 Yards langen Touchdown hinzulegen, der die Fans so laut aufschreien und aufspringen ließ, dass Seismologen mit Sicherheit ein Erdbeben festgestellt hätten.

Wertung: 5/5
Ein perfekter Spitzname, der auch zu Fedor Holz passen würde.


Die fünf besten Poker-Spitznamen

Um die besten Namen in der Pokerwelt zu finden, müssen wir in die Vergangenheit reisen - traurig, aber wahr

Doyle Brunson - Texas Dolly, The Godfather of Poker

So gut, dass sie ihm zwei Spitznamen verpasst haben. The Godfather of Poker ist selbsterklärend, aber Texas Dolly kam durch einen Fehler zustande. Las Vegas-Buchmacher Jimmy „The Greek" Snyder nannte ihn immer Texas Doyle, aber ein Reporter hatte ihn nicht richtig verstanden und damit war Texas Dolly geboren.


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Kopf hoch, Doyle! Du hast die Top 5 erreicht!


Dave 'Devilfish' Ulliott

Ulliott hatte den besten Poker-Spitznamen aller Zeiten. Stevie Au-Yeung verpasste ihm den Namen bei einer privaten Cashgame-Runde. Umgangssprachlich wird er für den Kugelfisch verwendet, der falsch zubereitet giftig ist - ein perfekter Alias also für Ulliotts aggressive Spielweise und seine mitunter stacheligen, verbalen Spitzen.

Greg „Fossilman" Raymer

Raymer bekam seinen Namen nicht bloß, weil er alt ist - das wäre gemein gewesen. Tatsächlich ist er ein begeisterter Fossiliensammler und benutzt ein kleines Fossil als Card Protector.

Mike „The Mouth" Matusow

Matusow rückte ins Rampenlicht, als er beim WSOP Main Event 2004 gemein gegenüber Greg Raymer war. Das Main Event 2005, bei dem er den Final Table erreichte, brachte ihn wieder in die Schlagzeilen. Matusow liebt es, Sprüche zu klopfen, andere zu beschimpfen und Wutanfälle zu bekommen.

Tom „durrrr" Dwan

„durrrr" war Dwans Online-Alias, mit dem er seine Gegner auf Tilt bringen wollte. Online schindete er so viel Eindruck, dass sich der Spitzname auch im echten Leben festgesetzt hat. Zufälligerweise bedeutet Dur im Hebräischen so viel wie „anhäufen" - etwas, was „durrrr" in seiner Poker-Laufbahn besser gelungen ist als vielen anderen.


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Tom 'durrrr' Dwan im Akkumulierungs-Modus


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