The Poker Starting Five: Wer ist in Ihrem Team?

von Martin Harris


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Nach langem Warten sind die NBA Finals endlich angekommen. Nach einer so langen regulären Saison und mehreren Runden von Playoffs ist es ein bisschen so, als wenn ein Pokerturnier mit einem großen Teilnehmerfeld endlich seinen Abschluss findet - es gibt nur noch einen Heads-up-Kampf und der Gewinner wird bald gekrönt werden.

Die Verbindungen zwischen Sport und Poker sind natürlich groß. Viele professionelle Athleten - darunter Basketball-Stars der Vergangenheit und Gegenwart - haben das beliebteste Kartenspiel der Welt als ein befriedigendes Ventil für ihren Wunsch nach Konkurrenz entdeckt, entweder zwischen den Spielen oder sobald ihre Karriere beendet ist.

In einer Pressekonferenz am Ende der Saison, enthüllte Russell Westbrook, dass er am Handy Poker spielt, um zu entspannen. Gilbert Arenas, Shawn Marion, Tony Parker und Earl Barron gehören zu den vielen anderen zeitgenössischen Basketballstars, die alle eine Freude für das Spiel haben.

Bei einem seiner letzten Besuche bei der World Series of Poker spielte der langjährige großartige Paul Pierce den "mentalen Kampf" des Pokers und nannte ihn "ein schönes Spiel" und "hart zu meistern".

Aber Basketball ist nicht der einzige Sport, von dem einige begeisterte Pokerspieler gekommen sind, von denen manche ein echtes Talent für das Spiel gezeigt haben.

Da sich die NBA-Finals dem Höhepunkt nähern, sehen wir uns an, welche professionellen Athleten wir wählen könnten, um die "Poker Starting Five" zu finden.

1. Richard Seymour (Center)


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Über 13 Saisonen hindurch als einer der Top-Verteidiger bei American Football, hat sich Richard Seymour mit vielfachen All-Pro Selektionen in drei Meisterschafts-Siegerteams bewiesen. Er hat sich gelegentlich auf der Offensivseite aufgestellt und damit seine Vielseitigkeit als Sportler gezeigt.

2012 hat Richard Seymore seine Karriere im American Football an den Nagel gehängt - dafür entdeckte er den Pokersport für sich und erzielte bei Turnieren in den USA mehrmals ein Preisgeld. Vor kurzem erst legte Seymour zwei Deep Runs beim World Poker Tour Five Diamond Classic und dem diesjährigen PokerStars Championship Bahamas Main Event hin.

Seymour wird unser Team im Mittelfeld durch seine Größe und sein Gewicht übervorteilen. Zudem ist er sowohl in der Abwehr als auch in der Offensive zu gebrauchen - wie bei einem Pokerturnier weiß er genau, wann er sich zurücknehmen muss und wann die Zeit für einen Angriff gekommen ist. Zweifellos wird er eine Bereicherung für unser Team auf dem Platz sein.

2. Teddy Sheringham (Small Forward)


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Seymour haben wir bereits in den Frontcourt verfrachtet, den nächsten Spitzenmann holen wir uns aus dem Fußball - und zwar Teddy Sheringham. Auch beim Fußball war Sheringham ein Angreifer, der mit Manchester United drei Meisterschaften gewann. Zudem triumphierte er beim FA Cup und in der Champions League - damit ist er in der jüngeren Sportgeschichte einer der erfolgreichsten Fußballer.

Sheringham war nicht nur ein Spitzensportler, sondern ist wie viele seiner Kollegen ein passabler Pokerspieler geworden. Im Laufe der Jahre konnte er Live-Turniergewinne in Höhe von $330.000 ansammeln - unter anderem erreichte er beim European Poker Tour Vilamoura Main Event 2010 den fünften Platz.

Auf dem Feld war Sheringham immer torgefährlich - das kann unser Team gut gebrauchen, da wir jemanden brauchen werden, der die Punkte so schnell sammelt wie Sheringham seine Turniererfolge.

3. Greg Müller (Power Forward)


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Auf die Position des Power Forwards verfrachten wir den Kanadier Greg Müller. Was viele nicht wissen: Vor seiner Laufbahn als Pokerspieler hat er während der 1990er neun Jahre lang professionell Eishockey gespielt.

Müller spielte als Verteidiger bei diversen Eishockey-Teams in Deutschland, darunter auch bei den Maddogs München - leider konnte er sich nie den Traum erfüllen, in der NHL zu spielen, bevor seine Sportlerkarriere ein Ende fand.

Dafür häuft Müller seit 2003 Live-Turniergewinne von mehr als $2,7 Millionen an. 2009 gewann er bei Limit Hold'em-Events sogar zwei WSOP-Bracelets.

Sein Spitzname ist „Full Blown Tilt" und er versteht sich bestens darauf, seine Gegner an die Bande zu spielen oder Spots für ein Check-Raise zu finden, um beim LHE mehr Value zu extrahieren. Müller wird unsere Aufstellung mit seinem Sachverstand und seiner Stärke unterstützen.

4. Sergio Garcia (Shooting Guard)


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Auf dem Golfplatz sammelte Sergio Garcia in einer langjährigen Karriere dutzende Titel ein und legte in vielen Golf-Majors einen „Deep Run" hin.

Bis 2017 war es Garcia allerdings nicht gelungen, eines der umkämpften Major-Turniere für sich zu entscheiden. Das lässt sich ein bisschen mit einem Pokerspieler vergleichen, der häufig auf dem zweiten und dritten Platz landet, aber immer wieder an der Trophäe und dem Gewinner-Foto vorbeischrammt.

Mit dem Masters Tournament hat sich das in diesem Jahr geändert - bei diesem Major konnte Garcia endlich triumphieren. Auch wenn er an den Turnier-Pokertischen nur bescheidene Erfolge einfahren hat, spielt er hin und wieder in seiner Heimat Spanien und bei PokerStars-Events auf den Bahamas. Er kann eine Handvoll Preisgelder vorweisen, beim PCA Main Event 2012 landete er beispielsweise auf dem 51. Platz.

Garcia ist einer von vielen Golfern, die trotz eines eher unkonventionellen Schwungs beachtliche Erfolge feiern.

Das lässt sich mit Basketball-Spielern vergleichen, die ohne Lehrbuch-Strategien auskommen und trotzdem haufenweise Körbe werfen - oder mit Pokerspielern, die Turniere gewinnen, obwohl sie alles andere als „standardmäßig" spielen.

5. Vince Van Patten (Point Guard)


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Abschließend brauchen wir noch einen Spielmacher, einen Point Guard, der den Überblick behält. Für diese Rolle ist der langjährige Co-Kommentator Vince Van Patten bestens geeignet.

In den 1970er und frühen 1980er Jahren war er ein professioneller Tennisspieler. 1979 gewann er den APT Rookie of the Year-Award, außerdem war er in den Ranglisten für Einzel und Doppel zeitweise in den Top 30 gelistet.

Sein Karriere-Highlight erlebte er 1981 in Tokio, wo er das Seiko World Super Tennis-Turnier gewann und sich auf seinem Weg zum Titel gegen John McEnroe durchsetzte.

Abgesehen von seiner Kommentatorentätigkeit bei der WPT ist Van Patten auch ein Regular an den Cashgame-Tischen. Im Laufe der Jahre strich er mehrere Poker-Preisgelder ein und erreichte mehrere Final Tables. Beim WSOP Main Event landete er 2010 im Geld.

Darüber hinaus hat Van Patten auch eine bemerkenswerte Karriere als Schauspieler hinter sich. Er hat bei zahlreichen Filmen, Fernsehsendungen und Werbungen mitgewirkt.

Offensichtlich ist Van Patten jemand, der das Rampenlicht gewohnt ist. Als Spielmacher wird er wie an den Pokertischen in der Lage sein das Tempo vorzugeben und die Fehler der Gegner auszunutzen.


Auf der Ersatzbank

Wir hätten auch Van Pattens Co-Moderatoren Mike Sexton in die Startelf packen können, da er Mitglied der Poker Hall of Fame ist und zu College-Zeiten Turner war.

Für den Moment muss Sexton allerdings mit der Ersatzbank vorlieb nehmen, genauso wie der australische Kricketspieler Shane Warne, der als einer der besten Werfer bekannt ist und bei der Aussie Millions regelmäßig das Geld erreicht. Warne nahm 2015 beim World Series of Poker Main Event sogar ein Preisgeld mit nach Hause.

Um die Mannschaft aufzufüllen, könnten wir noch ein paar Sportler mit rekordverdächtigen Erfolgen gebrauchen. Wie wäre es zum Beispiel mit dem olympischen Skifahrer Petter Northug, der eine Goldmedaille errang und beim WSOP Main Event 2010 die bezahlten Plätze erreichte?

Team PokerStars Pro Fatima Moreira de Melo kann eine olympische Gold-, Silber- und Bronzemedaille im Feldhockey vorweisen - so viele Erfolge könnten das Team zu mehr Leistung antreiben.

Diese Aufgabe könnte auch der Schwimmer Michael Phelps, der die meisten olympischen Goldmedaillen auf sich vereint, übernehmen - bei den Turnieren in Las Vegas cashte er in den vergangenen Jahren mehrfach.

Zusätzlich sollten wir Ronaldo Nazario ins Team holen - der dreimalige FIFA Weltfußballer des Jahres führte die brasilianische Nationalmannschaft zu zwei WM-Titeln. Ronaldo war auf den Bahamas auch an den Pokertischen erfolgreich: Beim PCA Main Event 2015 war für ihn erst auf dem 26. Platz Schluss.

Sam Trickett sollte ebenfalls einen Platz sicher haben - nach einer kurzen Fußballer-Karriere, die durch eine Verletzung beendet wurde, sammelte er durch Poker Turnier-Preisgelder im Wert von $20 Millionen an.

Als Coach für die Mannschaft bietet sich eigentlich nur der „Godfather of Poker" selbst an: Doyle Brunson. Wie manche vielleicht wissen, war „Tex Dolly" vor seiner Laufbahn als einer der begabtesten Pokerspieler seiner Zeit ein talentierter Athlet, der in den Disziplinen Leichtathletik und Basketball brillierte.

Nachdem Brunson auf dem College Basketball gespielt hatte, zeigten die Minneapolis Lakers tatsächlich Interesse an dem jungen Spieler, aber wie bei Trickett machte ihm eine Verletzung einen Strich durch die Rechnung.

Vor diesem Hintergrund könnte Brunson das Pokerspieler-Team wie kein anderer anführen. Er kennt die Ähnlichkeiten zwischen Poker und Basketball und weiß genau, dass „beides den gleichen aufregenden Rausch auslöst" (so beschreibt Brunson es in seiner Autobiografie).

Welchen Pokerspieler-Athleten würden Sie zu Ihren Top 5 zählen? Lassen Sie es uns auf Twitter @PokerStarsBlog wissen!

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