Kleider machen Leute: Poker-Mode im Laufe der Jahre

Im Pokerbereich sind im Laufe der Jahre viele Modetrends aufgekommen und wieder verschwunden. Angefangen bei Kapuzenpullis über farbenfrohe T-Shirts und Oldschool-Cowboyhüte bis hin zu Trainingsanzügen, Baseballkappen und wandelnden Werbetafeln - Poker hat eine bewegte Mode-Vergangenheit.

Lassen Sie uns gemeinsam in Erinnerungen schwelgen und an die Styles zurückdenken, die uns haben erschaudern lassen, die heute noch cool aussehen (einigermaßen jedenfalls) oder die so hässlich waren, dass man sich zurecht gefragt hat, ob jemand eine Prop-Bet verloren hatte, bevor er dazu gezwungen wurde, sein Outfit zu tragen.


Der Cowboyhut


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Amarillo Slim war einer der ersten Poker-Cowboys. (Quelle: UNLV Special Collections and Archives)


Beliebt in den Jahren: keine Angabe (Cowboyhüte sind der reine Wahnsinn und werden es auch für immer bleiben.)
Bekannt für ihre Kopfbedeckung: Doyle Brunson, Amarillo Slim, Bret Maverick und der grauhaarige Veteran aus jedem jemals produzierten Pokerfilm.
Coolness-Bewertung: 5 (von 5)

Texas Hold'em wurde in den frühen 1900er Jahren in Texas immer beliebter - wenn Sie sich an einen Tisch setzen wollten, mussten Sie allerdings immer an drei Sachen denken: An Ihre Chips, die Augen im Hinterkopf und an einen Cowboyhut, den selbst der „Duke" selbst, John Wayne, mit Stolz getragen hätte.

Als Las Vegas Texas Hold'em in den 60er Jahren für sich entdeckte, konnten Sie die frühen Stars der Szene - Amarillo Slim, Doyle Brunson & Co. - nie ohne ihren Cowboyhut auf dem Kopf erwischen. Diese Männer haben sich sehr zeitgemäß gekleidet - aber es wäre schwer vorstellbar wie Amarillo Slim so gekleidet poker gratis online spielen würde - wenn wir in die Gegenwart schauen, sind Cowboyhüte vielleicht nicht mehr so omnipräsent wie früher, aber Sie werden hin und wieder immer noch auf Spieler treffen, die Desperados von den Eagles hören einen Cowboyhut tragen und damit an vergangene Zeiten erinnern.


Das Sport-Jersey


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Kid Poker sollte es diesmal bereuen, Kleidergröße XXL gekauft zu haben.


Beliebt in den Jahren: 2004 - 2008
Bekannt für ihre Sportbekleidung: Daniel Negreanu und alle ehemaligen Full Tilt Red Pros
Coolness-Bewertung: 4 (ja, wir sind großzügig)

Das Jersey, mit dem Sie zeigen können, welches Team Ihr Lieblings-Team ist, wurde in den 2000er Jahren immer beliebter. Es ist zwar fraglich, ob einige Spieler tatsächlich eine Affinität für ihr Team hatten, aber die ausgebeulten Fanboy-Outs waren mit Sicherheit ganz in Mode. Fragen Sie Daniel Negreanu, wenn Sie ihn treffen.

„Hockey-Jerseys hatten ihre Zeit, aber sie lassen sich eigentlich nur schlecht tragen, vor allem bei meinem damals recht schmalen Rücken!", sagte Negreanu. „Sie waren bequem, aber sobald man 30 wird, ist es, wie Charley Barkley sagt: ‚Zeit, die Jerseys in den Schrank zu hängen!'"


Das „Kampf-Shirt"


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Mitte der 2000er Jahre haben Poker-Profis plötzlich damit angefangen, sich wie MMA-Kämpfer anzuziehen.


Beliebt in den Jahren: 2005 - 2010
Vor allem getragen von: Jedem Online-Qualifikanten der späten 2000er und jedem Pokerspieler, der ein Fitnessstudio besucht.
Coolness-Bewertung: 2

In den USA entwickelten sich die Mixed Martial Arts (MMA) - vor allem die Ultimate Fighting Championships (UFC) und die Pride Fighting Championships - Anfang der 2000er Jahre von einem Nischenthema zum Lieblings-Sport vieler Leute. Das hatte auch unerwartete Auswirkungen auf die Pokerwelt: Plötzlich hielten es die weltbesten Pokerspieler für eine gute Idee, sich wie die MMA-Helden Chuck Liddell, Tito Ortiz und Fedor Emelianenko anzuziehen.

Marken wie Affliction, Ed Hardy und TapOut, die für ihr schrilles, auffälliges Design und häufig auch für ihre Grufti-Motive bekannt sind, wurden in den Pokerräumen genauso häufig gesehen wie im MMA-Octagon. Manche Spieler - wie etwa der im Bild abgelichtete Michael „The Grinder" Mizrachi - konnten sich in den Outfits tatsächlich blicken lassen, während sich andere bei ihrer letzten Shopping-Tour offensichtlich vergriffen hatten.

In den letzten Jahren sind die Shirts mehr und mehr verschwunden und viele Profi-Spieler versuchen ihr Glück jetzt mit professionellen, schlichten V-Ausschnitten.


Der Schal


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„Ist es kalt hier drinnen? Oder geht es nur mir so?"


Beliebt in den Jahren: 2006 - heute
Häufig zu sehen bei: Dario Minieri, George Danzer und übermäßig aggressiven europäischen Online-Poker-Künstlern
Coolness-Bewertung: 3

Schals sind eigentlich dafür gedacht, um den Oberkörper im Winter warm zu halten. Anscheinend muss das klargestellt werden, denn Mitte der 2000er Jahre kamen viele europäische Spieler auf die scheinbar absurde Idee, dass der Schal auch drinnen, genauer gesagt in Pokerräumen, getragen werden sollte.

Der italienische High Roller Dario Minieri war der Trendsetter, der bei mehreren Stops der European Poker Tour mit einem AS Roma-Schal gesehen wurde. Nun kann es in Pokerräumen tatsächlich unangenehm kalt werden - gerade in den USA, wo die Klimaanlagen auf Hochtouren laufen -, aber das Tragen eines Schals an den Tischen hatte auch einen anderen Grund: Um körperliche Tells zu verbergen.

Warum auch immer Sie auf die Idee kommen sollten, am Pokertisch einen Schal zu tragen: Es gibt schlimmere Modeverbrechen. Den Schal lassen wir durchgehen ...


Die Poker-Werbetafel


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Kommen Sie darauf, wer Scott Montgomery beim WSOP Main Event 2008 gesponsert hat?


Beliebt in den Jahren: 2007 - 2011
Immer getragen von: jedem gesponserten Spieler zwischen 2007 - 2011
Coolness-Bewertung: 1

Gesponsert zu werden bedeutete einmal, dass die Gesponserten alles getan haben, außer sich das Unternehmenslogo als Tattoo stechen zu lassen. Manche Spieler trugen auf ihren Shirts, Jacken und Hüten bis zu zehn verschiedene Logos zur Schau. Das war das Pokerspieler-Äquivalent zum Aufenthalt im Hotel, bei dem man die Geschenke, die im Badezimmer ausliegen, allesamt mitgehen lässt. Nicht besonders elegant, aber sehr kosteneffizient.

WSOP 2008 November Niner Scott Montgomery hat sich mit seinen fünf Logos im oben zu sehenden Bild noch zurückgehalten. Der Trend, Spielern am Final Table eines wichtigen Turniers so viele Logos wie möglich anzustecken, hatte sicherlich seine Berechtigung, da die wertvollen Fernsehminuten oder Fotos in Zeitschriften für die Werbestrategie von essenzieller Bedeutung waren. Es ist schwer zu sagen, ob dieses Vorgehen jemals „cool" war, aber es war mit Sicherheit strategisch sinnvoll, um die Popularität des Spiels zu steigern.


Der Kapuzenpulli


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ElkY hat dem Begriff „Endboss" eine neue Bedeutung verliehen.


Beliebt in den Jahren: 2007 - heute
Bekannt für ihren Hoodie: Phil Laak und hunderte andere, die wir auf Grund ihrer Hoodies nicht erkennen konnten
Coolness-Bewertung: 2

Der Hoodie wurde zum Aushängeschild der Pokertische der späten 2000er Jahre, nachdem die neue Armada von Online-Pokerspielern damit angefangen hatte, regelmäßig live zu spielen. Anders als viele Poker-Modetrends hat sich der Kapuzenpulli bis heute bewährt und kann deshalb noch an vielen Pokertischen auf der ganzen Welt entdeckt werden.

Dieses bescheidene Kleidungsstück eignet sich perfekt für Pokerspieler, da es nicht nur bequem ist, sondern ein Hoodie auch dabei helfen kann, körperliche Tells zu verstecken. Natürlich übertreiben es manche Spieler dabei - Phil Laak ist beispielsweise bekannt dafür, seinen Hoodie so eng zu schnüren, dass nur noch seine Augen zu sehen sind.

„Als ich angefangen habe, [live zu spielen], habe ich bemerkt, dass die meisten Leute Jeans und Shirts tragen und das war ziemlich normale Kleidung Anfang der 90er.," sagte Team PokerStars Pro Lex Veldhuis. „Dann kam die Internetwelle und die Leute wollten so wie zu Hause an den Tischen sitzen. Auch wenn es manchen nicht zusagt, verstehe ich, dass sich die Leute so wohl wie möglich fühlen wollen."


Der Anzug


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Team PokerStars Pro Daniel Negreanu sieht so stilvoll aus wie er spielt.


Beliebt in den Jahren: 2010 - heute
Werfen sich gerne in Schale: Tony Dunst, Anthony Zinno, Daniel Negreanu, James Bond
Coolness-Bewertung: 5

Auch wenn ein Anzug am Final Table immer noch eine Seltenheit ist, nimmt dieser äußerst adrette Trend immer mehr an Fahrt auf.

Daniel Negreanu hat auf seinem herzzerreißenden Weg zur November Nine-Bubble 2015 in diesem Outfit gespielt und andere Anzugträger wie Tony Dunst, Marcel Luske und Ben Roberts haben dabei geholfen, diesen Dresscode an den Tischen zu etablieren.

Team PokerStars Pro Fatima Moreira de Melo hatte anfangs den Eindruck, dass sich die Spieler etwas schicker anziehen sollten, aber sie sollte ihre Meinung schnell ändern, nachdem sie sich dafür ausgesprochen hatte, stilvoller Kleidung bequeme Outfits vorzuziehen.

„Ich liebe es, dass sich jeder so anziehen kann, wie er will," sagte sie. „[Das] schönste Beispiel war, als ich mit Devilfish [Dave Ulliot] und dem Flying Dutchman [Marcel Luske] bei der EPT London 2011 oder so zusammengestoßen bin. Einer steckte in einem funkelnden Ed Hardy-ähnlichen Trainingsanzug, [während] Marcel eine Smoking-Jacke angezogen hatte; dazu trug er eine Sonnenbrille mit ausklappbaren Gläsern, um dem Ganzen die Krone aufzusetzen. So authentisch! Ich denke aber, dass sich die Leute immer weniger zurechtmachen."

Lex Veldhuis sagt, dass die Modeerscheinungen der besten Spieler heutzutage mit einer neuen Lebensphilosophie, die auf eine bewusste Ernährung und ein gesünderes Leben achtet, Hand in Hand gehen.

„Wenn man 12 Stunden täglich an einem Tisch sitzt, will man es wenigstens bequem haben. Allerdings scheint es, dass der Gesundheitstrend auch die Kleidung ein bisschen verändert [hat]. Jeder hat damit angefangen, auf sein Essverhalten zu achten, zu trainieren, sich einen Schlafplan zu überlegen etc.", sagte Veldhuis. „Es ist deutlich einfacher, sein A-Game zu spielen, wenn man gesund lebt. Deshalb hat sich die Kleidung wieder dahingehend verändert, vorzeigbar zu sein. Wenn man darüber nachdenkt, [ist es] schon witzig, [dass] die Kleidung und die Ernährung auf dem gleichen Trend beruhen."

Fallen Ihnen irgendwelche Poker-Modeerscheinungen ein, die wir vergessen haben? Schreiben Sie uns bei Twitter @PokerStarsBlog!

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