WSOP 2012: Jan, Wilfried und Nicco unter den besten 27 beim Main Event

wsop-130x100.pngEs war kein überragender, aber ein durchaus guter 6. Tag für die deutschen Pokerspieler beim $10.000 Main Event der World Series of Poker. 97 Spieler kehrten am Sonntag zurück in den Amazon Room und benötigten etwas über fünf Levels, um das Feld auf die letzten 27 zu reduzieren. Von den vier Deutschen haben tatsächlich drei den Sprung geschafft, allen voran Jan Heitmann aus München, der damit auch letzter Überlebender vom Team PokerStars Pro ist.

Seine Teamkollegin Vanessa Selbst war ohnehin mit nur 1.165.000 Chips in den Tag gestartet und verlor gleich im ersten Level (25: 20.000/40.000/5.000) einen ganz wichtigen Pot mit A♣J♦ gegen 4♥4♦ von David Balkin, der sogar noch die 4♠ zum Set floppte. Von rund 360.000 ging es danach noch einmal hoch auf 900.000, doch bei Blinds 25.000/50.000 open-pushte die US-Amerikanerin vom Button mit Q♥7♠ ihre verbliebenen 750.000, Greg Merson callte aus dem Big Blind mit A♣8♣ und machte auf dem 7♣2♣T♠6♥9♦ sogar die Straight. Vanessa, die in diesem Jahr ihr zweites WSOP-Bracelet (Event 52) gewinnen konnte, musste sich mit Rang 73 für $88.070 Preisgeld begnügen.

Zuvor hatte es bereits mit Gavin Smith (96.), Erik Cajelais (86.), Isaac Baron (85.) und Eric Buchman (74.) sehr bekannte Pros erwischt, im weiteren Spielverlauf mussten dann auch Jason Sommerville (69.), David ODB Baker (56.), Vorjahresfinalist Sam Holden (55.) und EPT-Regular Tristan Clemoncon (46.) ihren Traum vom Finaltisch ad acta legen.

Die vier Deutschen Spieler waren zu diesem Zeitpunkt allesamt noch mit von der Partie, mit etwas über einer Million Chips sah es für Lasell King allerdings nicht wirklich gut aus. Kurz vor dem Ende von Level 28 (40.000/80.000/10.000) fand Lasell dann Pocketnines im Small Blind, füllte gegen Big Blind Charles Coultas zunächst nur auf, doch nach der Erhöhung des Amis schaukelten sich beide zum All-in hoch. Coultas drehte K♥Q♣ um, das 5♣4♣2♣K♣A♣-Board gab ihm den höheren Flush und für Lasell blieb ein insgesamt hervorragender 40. Platz beim Main Event für stattliche $191.646 Preisgeld.

Eine Menge aufregende Hände gab es bei Team PokerStars Pro Jan Heitmann zu sehen, der gleich zu Beginn einen Shortie eliminieren und auf 4 Millionen Chips aufbauen konnte. Dann wurde es wild. Mit Pocketqueens kam es zum Preflop-All-in gegen [a][k], das Board lieferte ausschließlich Karo, der Pot wurde geteilt. Etwas später (Level 26: 25.000/50.000/5.000) Open-pushte Jamie Robbins aus früher Position für 900.000 Chips, vom Cut-off machte Mohammad Siddiqui die 3-Bet auf 2 Millionen glatt, behielt 700.000 zurück. Jan fand im Big Blind J♠J♥, callte das Ganze und stellte Siddiqui auf dem 9♦3♠3♣-Flop All-in. Letztlich kam es zum Showdown zwischen den drei Beteiligten, sodass es für Jan um den Chiplead ging. Gegen 6♦6♣ von Robbins und A♣K♣ lag er dann auch vorn, am Turn fiel die unbedeutende Q♠, doch die 6♥ am River rettete Robbins, der auf fast drei Millionen verdreifachen konnte, und vermasselte dem Münchener die Führung beim Main Event. Aufgrund des mit 3,6 Millionen Chips gut gefüllten Sidepots, blieb Jan mit insgesamt 4,2 Millionen Chips aber im oberen Drittel des Chipcounts.

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Jan Heitmann saß die letzten Stunden am Feature Table


Jan hielt seinen Chips im weiteren Spielverlauf zusammen, hatte auch mit dem Spiel am Feature Table keine großen Probleme und schloss den Tag am Ende mit 6.390.000 Chips knapp unter dem Average (7.331.111) ab. Das sind gute 53 Big Blinds für Tag 7.

Einen echten Rollercoaster erlebte Nicco Maag, für den es trotz Verspätung zunächst steil bergauf ging. In Level 27 (30.000/60.000/10.000) führte er das Feld mit 8,1 Millionen Chips sogar an, doch noch im gleichen Level doppelte er, nach 5-Bet-All-in mit J♣J♦, Danny Wong auf, der K♣K♠ präsentierte. Nicco hielt nach dieser Hand immer noch 4.530.000 in Chips, doch es lief nicht mehr fiel zusammen, sodass er mit 1.300.000 in Chips als Shortstack in den Vorerst letzten Spieltag beim Main Event gehen wird.

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Nicco Maag(Foto: pokernews.com)


Auch Wilfried Härig ging zum Ende des Tages ein wenig die Luft aus. Nachdem er mit 7♣7♥ auf einem 3♠7♦K♣Q♠T♥-Board gegen K♦Q♦ von Eric Legoff einen großen Pot gewann und mit 6.335.000 Chips sehr gut da stand, ging die Hälfte mit A♦K♠ gegen K♦K♣ von Daniel Strelitz verloren. Danach verlor er mit Twopair gegen das Set von Gaelle Baumann noch einmal über eine Million Chips und zählt mit 2.655.000 ebenfalls zu den Shortstacks für Tag 7.

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Wilfried Härig (Foto: pokernews.com)


Beendet wurde Tag 6 mit dem Bustout von Erik Hellman auf Rang 28 ($236.921). Der Schwede saß im Small Blind, alle Spieler davor hatten gefoldet, und mit A♠J♦ gingen die Chips in den Pot. Im Big Blind wachte Robert Salaburu aber mit A♣Q♣ für den Call auf und floppte zur Sicherheit auch noch die Q♠.

Als Chipleader wird heute der Kanadier Marc Ladouceur (15.875.000) den Kampf um die neun Plätze am Finaltisch aufnehmen, gefolgt von Daniel Strelitz (12.790.000) und Robert Salaburu (10.915.000). Mit Elisabeth Hille aus Norwegen (9.770.000) und Gaelle Baumann aus Frankreich (5.530.000) bleiben auch zwei Frauen im Turnier und könnten mit dem Erreichen des Finaltisches ein Novum schaffen, zumindest in der Ära nach Chris Moneymaker.

Heute werden also die neun Spieler gesucht, die im Oktober um den Titel und $8.527.982 Preisgeld spielen werden. Das Turnier wird mit Level 30 (60.000/120.000/15.000) fortgesetzt, $294.601 Preisgeld sind sicher, ein Platz am Finaltisch bringt mindestens $754.798. Für alle drei Deutschen ist es damit bereits der größte Cash in einem Liveturnier überhaupt.

Die Zahlen zum $10.000 NLHE Main Event:

Teilnehmer: 6.598
Preispool: $62.021.200
Siegprämie: $8.527.982
Bezahlte Plätze: 666
Spieler Tag 7: 27
Platz 27: $294.601
Average: 7.331.111
Level 30: 60.000/120.000/15.000

Videoblogs: PokerToday.com und PokerStars.tv



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