WSOP 2012: Bracelet für Dominator Dominik, George erneut auf dem Treppchen

wsop-130x100.pngPünktlich um 21 Uhr Ortszeit Las Vegas begann am Samstag Tag 1A der mit Spannung erwarteten $10.000 No-Limit Hold'em World Championship der World Series of Poker 2012. Während der Main Event mit 1.066 Teilnehmern aber einen recht unspektakulären Auftakt erlebte, kämpften Team PokerStars Pro George Danzer und Dominik Nitsche in den letzten zwei Pre-Events noch einmal um die begehrten Bracelets und sorgten die ganze Nacht lang für Hochspannung in der deutschen Pokerszene. Für George Danzer platze der Traum vom ersten Bracelet bei der $10.000 2-7 Draw Championship, wie schon 2011, leider auf Rang drei für $115.295 Preisgeld, Dominik Nitsche dagegen schaffte in seinem ersten WSOP-Jahr gleich den großen Wurf und gewann mit unglaublicher Dominanz das goldene Armband sowie $654.797 Preisgeld beim $1.000 NLHE Massenevent.

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Die Poker-Community feiert und erdrückt Dominik Nitsche

Tag 3 beim $1.000 No-Limit Hold'em begann mit dem Bustout von Shortstack Dirk Heuchert auf Rang 51, der immerhin $10.811 wert war. $13.264 Preisgeld gab es etwas später für Matthias Holz, dessen Traum vom Bracelet auf Platz 38 endete. Somit war Dominik der letzte Deutsche im Feld und es dauerte noch eine ganze Weile ehe der Mindener so richtig Fahrt aufnahm.

Zum Ende von Level 22 (8.000/16.000/2.000), bei noch 23 Spielern, pushte Diego Suaya auf einem 7♦8♦A♥4♥-Board für über 400.000 All-in, Dominik hielt A♦9♣, machte nach einiger Zeit den Call und trat gegen J♥T♥ für den Flushdraw plus Gutshot an. Der River lieferte mit der 7♠ eine Blank, Dominik schnellte hoch auf über 900.000 Chips, war erstmals seit Tag 2 wieder in den Top Ten zu finden.

Danach war Dominik nicht mehr zu halten, erreichte als souveräner Chipleader mit drei Millionen Chips den Finaltisch der letzten neun Spieler und hatte sein Pulver noch längst nicht verschossen. Im Gegenteil: Dominik fegte wie ein Orkan über den Finaltisch, eliminierte zunächst Daniel Eichhorn (9.) und Jonathan Miller (8.), war dann auch für die Bustouts von Frankie Johnson(6.), Randolph Lanosga (5.) und Sebastian Comel (4.) verantwortlich und ging mit einem überwältigenden Chiplead in Level 28 (30.000/60.000/10.000).

10,55 Millionen Chips standen zu Buche, Alex Cordero und Jonathan Hilton mussten mit 1,9 bzw. 1,35 Millionen auf ein Wunder hoffen. Hilton nahm dann auch Cordero vom Tisch, verkürzte so heads-up auf 3,4 Millionen Chips, doch in echte Schwierigkeiten brachte der US-Amerikaner den Deutschen nicht mehr. Für Hilton ging es runter auf 650.000 Chips, dann noch einmal hoch auf 2,2 Millionen, ehe er mit A♣8♥ ein weiteres Mal All-in war. Dominik hatte die Hand mit dem All-in eröffnet, zeigte im Showdown K♠5♠ und die Zitterpartie dauerte bis zur letzten Community Card.

Der 3♥J♠Q♣-Flop brachte Dominik nicht wirklich weiter, die T♣ am Turn aber den Openender zur Straight. Am River schlug dann tatsächlich die 9♦ ein - die höhere Straight für Dominik, der jubelnd aus seinem Sitz an die Rail sprang, um mit seinen Freunden ausgelassen sein erstes WSOP-Bracelet zu feiern. Für diesen sensationellen Triumph bei seiner ersten WSOP-Teilnahme gab es zudem satte $654.797 Prämie, herzlichen Glückwunsch Dominik Nitsche!

Im Gegensatz zum Durchmarsch von Dominik musste Team PokerStars Pro George Danzer am Finaltag der $10.000 No-Limit 2-7 Draw Lowball Championship hart kämpfen. Zehn Spieler waren noch mit von der Partie, zunächst erwischte es die diesjährigen Bracelet-Gewinner Andy Bloch (Event #7) und Larry Wright (Event #30) sowie Ali Eslami, der bereits Rang drei bei der $10.000 Pot-Limit Hold'em Championship belegt hatte.

Am offiziellen Finaltisch lag George mit 261.000 Chips nur auf dem vorletzten Rang. Nick Schulman war zu diesem Zeitpunkt Chipleader, knackte auch als erster Spieler die Marke von einer Million in Chips. So langsam kam dann auch George immer besser in Schwung. John Juanda hatte es mittlerweile auf Platz sechs erwischt und George sich bei noch fünf Spielern auf Rang zwei (800.000 Chips) eingefunden. Es folgten ein Auf und Ab bei George und die Bustouts von Ashton Griffin (5.) und Benjamin Parker (4.).

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George Danzer (Foto: pokernews.com)

Bei noch drei Spielern führte Schulman mit 1,72 Millionen vor George (835.000) und Mike Wattel (495.000), die Blinds gingen hoch auf 15.000/30.000 (Ante: 7.000). In der ersten großen Hand im neuen Level foldete Wattel den Button, George raiste auf 60.000 und Schulman spielte die 3-Bet auf insgesamt 180.000. George überlegte kurz, pushte für 785.000 All-in, und nachdem Schulman die exakte Höhe des All-ins übermittelt wurde kam der Call. George tauschte keine seiner fünf Karten, Schulman überlegte, blieb ebenfalls pat und lag im Showdown mit [t][8][7][6][5] hauchdünn vorn gegen [t][9][4][3][2].

Somit schied George wie eingangs berichtet auf dem dritten Platz für $115.295 aus. Ein tolles Ergebnis in diesem Weltklassefeld, doch das wird unseren Team PokerStars Pro ganz sicher nicht trösten. Im Vorjahr war es bei diesem Turnier ebenfalls Rang drei für ebenfalls $115.295, vor zwei Wochen musste er sich mit Platz zwei beim $2.500 Omaha/Seven Card Stud Hi-Lo begnügen ($140.825), alles andere als das Bracelet ist für den Vollblut-Pokerspieler ganz bestimmt eine herbe Enttäuschung. Den Sieg bei der 2-7 Draw Lowball Championship holte sich am Ende souverän Nick Schulman für $294.321 vor Mike Wattel, der als Runner-up $181.886 kassierte.

Der PokerStarsBlog gratuliert George Danzer dennoch zu einer schon jetzt überragenden WSOP 2012 und vielleicht geht ja noch was beim Main Event.

Dort hat unter anderem Weltmeister und Team PokerStars Pro Pius Heinz der ersten Startag (1A) überstanden. Die Ausbeute ist mit 39.275 Chips (30.000 Startstack) übersichtlich, aber es wurden auch erst fünf Levels absolviert, sodass die Blinds an Tag 2 mit 250/500/50 noch keinen Druck auf Pius ausüben. Die kompletten Zahlen zu Tag 1A liegen noch nicht vor und so werde ich morgen ausführlich auf den Main Event eingehen. Der große Ansturm wird ohnehin erst mit den Starttagen 1B und 1C einsetzen, schließlich werden insgesamt weit über 6.000 Teilnehmer beim 'Big One' erwartet.

Auf keinen Fall verpassen solltet ihr die kommende Ausgabe von PokerToday, die aufgrund der späten Entscheidung beim $1.000 NLHE wohl erst am frühen Nachmittag online gehen wird. Dort wird Jens Knossalla die vergangene Nacht in Las Vegas noch einmal Revue passieren lassen, Unterhaltung garantiert.

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