WSOP 2012: Aus der Traum! Finale der WSOP findet ohne deutsche Beteiligung statt

wsop-130x100.pngGanz Poker-Deutschland drückte die Daumen, als am Montagabend um 22 Uhr MEZ der siebte Spieltag beim $10.000 Main Event der WSOP gestartet wurde. Mit Team PokerStars Pro Jan Heitmann, Wilfried Härig und Nicco Maag hatten gleich drei Deutsche Pokerspieler den Sprung unter die besten 27 geschafft, das nächste Ziel war also das Finale der letzten Neun, die dann vom 28. bis 30. Oktober 2012 um die Krone im Pokersport und über $8,5 Millionen Siegprämie spielen werden.

Die schlechteste Ausgangsposition hatte Nicco, der den Tag mit nur 1,3 Millionen Chips begann. Die Blinds lagen bereits bei 60.000/120.000 (Ante: 15.000), Nicco fand nach kurzer Zeit A♥J♠ um seinen Stack in die Mitte zu stellen und bekam prompt den Call von Russell Thomas. Der US-Amerikaner zeigte im Showdown A♣Q♥, dominierte den Deutschen und als das Board mit 9♥8♣4♣3♣2♣ gedealt war, musste Nicco Mag das Turnier auf Platz 27 für $294.601 verlassen.

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Jan Heitmann war an Tag 7 ohne Chance


Aufgrund der Ausgangslage war der Bustout von Nicco nicht überraschend, der von Jan Heitmann dagegen schon. Mehr als solide hatte sich Jan durch die ersten sechs Spieltage gegrindet, an Tag 7 allerdings ging von Beginn an alles schief. Jan musste zunächst einige Hände aufgeben, darunter ein 4-Bet-Bluff, der allein 1,1 Millionen Chips kostete, verlor dann auch den ersten Showdown gegen einen Ace-high-Flush von Russell Thomas und schon war der mit ehemals 6,4 Millionen Chips gefüllte Stack halbiert. Noch vor dem ersten Break raiste Jan dann mit 6♥6♣ aus erster Position auf 250.000, Daniel Strelitz machte die 3-Bet auf 650.000 und callte auch das All-in von Jan für insgesamt 3,1 Millionen Chips mit 8♣8♠. Nach Nicco befand sich also auch Jan in einer katastrophalen Lage, auch ihm half das Board nicht (5♠7♥K♦K♠Q♣), auch für ihn gab es $294.601 Preisgeld.

Blieb noch Wilfried Härig aus Hamburg, der mit knapp 3 Millionen Chips den nächsten Level erreichte (80.000/160.000/20.000), wenig später aber ebenfalls All-in war und einen Call von Greg Merson bekam. Auch Wilfried befand sich mit 6♠6♣ gegen Q♠Q♣ in einer fast aussichtslosen Lage. Das Board brachte zunächst T♥7♥K♥9♣, die totale Ernüchterung aus deutscher Sicht drohte mit den Plätzen 25 bis 27. Doch irgendwie fand der Dealer noch die 6♥ für den River, Wilfried Härig verdoppelte und durfte mit 6 Millionen Chips wieder vom Finale träumen.

Und tatsächlich ging die Reise noch ein ganzes Stück weiter. Mit A♣K♥ vs. A♥Q♥ schickte Wilfried Robert Buckenmayer auf Platz 17 an die Rails, baute seinen Stack auf deutlich über 13 Millionen aus, ein Stack der durchaus ausreicht, um am Final Table eine Rolle zu spielen. Doch nicht einmal eine halbe Stunde später folgte die große Ernüchterung. Greg Merson raiste auf 400.000, Wilfried machte die 3-Bet auf 960.000 vom Button, bekam den Call von Merson und der Flop ging auf mit 8♥9♣6♦. Beide Spieler checkten, am Turn folgte der J♠, Merson spielte 1,05 Millionen an, Wilfried callte. Am River fiel die 5♥, Merson nahm sich etwas Zeit, pushte dann für 8,385 Millionen All-in und Wilfried snappte mit A♥7♥ für die geriverte Straight. Doch die Rivercard stellte sich als Cooler für Wilfried heraus, denn Merson hatte bereits am Turn die Nutstraight komplettiert, verdoppelte auf über 21 Millionen, während Wilfried auf knapp drei Millionen Chips abstürzte.

Der Hamburger hangelte sich noch eine Zeit lang durch das Turnier und bekam noch einmal die Chance auf ein Comeback. Merson hatte für 400.000 eröffnet, Michael Esposito callte aus dem Cut-off und Wilfried fand am Button A♠A♣ für das All-in (2,45 Millionen). Merson isolierte mit einer weiteren Erhöhung, zeigte im Showdown aber nur K♠J♦. Der 3♦Q♠K♦-Flop brachte Gefahr, aber Wilfried blieb vorn mit den Assen. Gleich am Turn schlug aber der J♠ ein, Twopair für Merson, der nach der 7♠ auch diesen Pot schnappte und den letzten Deutschen auf Rang 15 für $465.159 Preisgeld aus dem Turnier nahm.

Am Ende des Tages mussten sich dann auch noch die beiden letzten Frauen vom Main Event verabschieden. Die Norwegerin Elisabeth Hille bustete auf Rang elf für $590.442 gegen den Ungar Andras Kroknai, dessen 7♣7♠ gegen A♥Q♥ hielt. Zu zehnt war Gaelle Baumann ebenfalls sehr short und lief Gefahr Bubblegirl am Finaltisch zu werden. Die Französin schaffte mit Pocketkings noch einen Verdoppler auf 4,6 Millionen, doch letztlich gingen auch diese an Koroknai, der das All-in mit A♥J♠ gecallte hatte, A♦9♥ dominierte und auf dem 3♥Q♣Q♥8♠K♦-Board die Oberhand behielt.

Die neun Finalisten beim $10.000 Main Event der WSOP 2012 stehen also fest, acht US-Amerikaner sind dabei sowie ein Ungar. Jesse Sylvia (43.875.000) wird im Oktober als klarer Chipleader zurückkehren, gefolgt von Andras Koroknai (29.375.000), Greg Merson (28.725.000) und Russell Thomas (24.800.000). Dahinter ist es eng zwischen Steven Gee (16.860.000), Michael Esposito (16.260.000), Robert Salaburu (15.115.000) und Jacob Balsinger (13.115.000), während Jeremy Ausmus mit 9.805.000 etwas abgeschlagen das Ende des Chipcounts ziert.

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TEAM PRO 2012 WSOP MAIN EVENT CASHES

26. Jan Heitmann ($294.601)
73. Vanessa Selbst ($88.070)
102. Marcel Luske ($52.718)
160. Daniel Negreanu ($52.718)
474. Salvatore Bonavena ($24.808)
631. Liv Boeree ($19.227)
659. Jason Mercier ($19.227)

TEAM PRO 2012 WSOP OVERALL MONEY LEADERS

1. Vanessa Selbst: $534.675
2. Joe Cada: $415.344
3. Jan Heitmann: $294.601
4. George Danzer: $256.120
5. Jason Mercier: $165.869

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