LAPT San José: Ryan Fee bezwingt Heads-up-Spezialist Joel Micka

Der US-Amerikaner Ryan Fee aus Philadelphia hat den Main Event der PokerStars.net Latin American Poker Tour und die Siegprämie in Höhe von $285.773 gewonnen. Der erst 20-Jährige war bereits als Chipleader in das Finale der letzten acht Spieler gestartet, allerdings war es alles andere als ein Durchmarsch. Vor allem Runner-up Joel JMPRODIGY Micka ($148.993) leistete vehement Widerstand.


Die Finalisten

Der Final Table begann ganz gemächlich, sodass Turnierdirekor Mike Ward die Spieler nach sieben gespielten Händen noch etwas mit Regelkunde versorgte: „Nur damit ihr es wisst, das Spiel wird auch heute mit Communitycards gespielt.“  Die Ansage zeigte Wirkung, denn wenig später folgte der erste Schlagabtausch zwischen Fee und Jeffrey Petronack. Die Blinds lagen bei 4.000/8.000 (Ante: 500) und Petronack ging, nach einem Raise von Micka auf 18.500, mit seinen 107.000 Chips all-in. Ryan Fee saß im Big Blind pushte ebenfalls all-in, Micka foldete und im Showdown zeigte der Chipleader Pocketqueens. Petronack drehte :Ah:Kh um und die Schlinge zog sich langsam zu, denn der Dealer drehte bis zum Turn :5s:7c:5c:3c um. Doch mit dem berühmten „Ace on the River“ löste sich die Schlinge wieder und Petronack verdoppelte auf gut 220.000 Chips. Fee blieben 375.000 und er lag nur noch knapp vor Micka (365.000).

Im nächsten Level folgte dann die erste Eliminierung und es erwischte die erste Frau, die jemals einen Finaltisch bei der LAPT erreicht hatte: WSOP-Bracelet-Gewinnerin Maria Stern. Vom Cut-off schob sie ihren Stack mit 116.000 in die Mitte, Petronack callte aus dem Big Blind und hatte diesmal selbst die Queens. Maria Stern hielt :Kh:Jh und benötigte dringend Hilfe vom Board, die allerdings ausblieb (:4h:5c:3d:Td:6c). Unter großem Beifall verabschiedete sich die in Costa Rica lebende US-Amerikanerin, die von der Presse in Lateinamerika liebevoll „Godmother of Poker“ genannt wird, und nahm $24.425 Preisgeld in Empfang.

In Level 20 (6.000/12.000, Ante: 1.000) nahm das Finale dann richtig Fahrt auf. Claus Rasmussen war inzwischen der Short Stack (115.000) und versuchte es vom Button mit :Qd:7d. Joel Micka wachte hinter ihm mit Pocketkings auf und eine Dame im Flop reichte nicht für Rasmussen, der als Siebter $34.195 einstrich. Der 22-Jährige aus Roskilde in Dänemark ist eigentlich Tischtennisprofi, er gibt allerdings zu, dass sich sein Fokus immer mehr in Richtung Poker verschiebt. Die Qualifikation für San Jose klappte über die Steps bei PokerStars.


Joel Micka

Der sechste Platz ging dann an Petronack, der seinen Stack zwar bis dahin auf 300.000 ausgebaut hatte, dann aber von Fee böse ausgebremst wurde. Nach Raise und Re-raise gingen die Chips der beiden bereits vor dem Flop in die Mitte, Petronack drehte :Ad:Kh um und Fee :As:Ks. In freudiger Erwartung eines Splitpots, war der Flop dann ein Schlag ins Gesicht für den 37-jährigen Makler. Der Dealer drehte :Js:8s:Ts zum Nutflush für Ryan Fee um, die :Qs amTurn machte daraus sogar noch den Royal Flush und die :9s am Riverver vollständigte den Straigthflush auf dem Board, der für Petronack natürlich völlig wertlos war. Platz sechs brachte daher $43.960 Preisgeld für den US-Amerikaner.

Und Fee bastelte fleißig weiter. Wenig später kam es erneut vor dem Flop zum All-in, diesmal gegen Andrew Chen, der Pocketqueens hielt und gegen die Pocket-Achten von Fee gute Chancen auf den über 600.000 Chips großen Pot und damit die Führung hatte. Aber auch diesmal war der Big Stack nicht zu schlagen. Der Flop mit :5c:4h:6c brachte zwar nur den Gutshot für Fee, doch der traf nach Belieben und bereits am Turn schlug die :7d zur Straight ein. Statt der Chipführung blieb für den in Toronto lebenden Vollzeitprofi Andrew Chen Rang fünf sowie $61.063.

Wir bleiben in Level 20 und kommen zum nächsten Bust-out. Jesus Bertoli aus Venezuela hatte bisher noch überhaupt keine Gelegenheit gehabt in das Geschehen einzugreifen, sodass ihm nur noch 85.000 Chips geblieben waren, als er mit :Ad:3s reinstellte. Ryan Fee, dessen Stack mittlerweile 1,3 Millionen Chips groß war, callte mit :Ks:Qs, floppte Top Two Pair und schickte auch den 25-jährigen Stammgast der LAPT (24. Platz bei der LAPT in Rio) auf Platz vier an die Rails ($80.603).

Die 130.000 Chips von Brent Sheirbon sicherte sich danach Joel Micka, der mit Pocket-Zweien gegen :Qd:Td die Oberhand behielt. Sheirbon toppte damit sein bisher größtes Preisgeld von $84.570, dass es für Rang 13 bei einer WPT-Championship 2006 gab. Rang drei bei der LAPT San Jose war $109.913 wert.


Ein überglücklicher Sieger: Ryan Fee

Im Heads-up schalteten beide Spieler einen Gang zurück. Fee führte mit fast 2:1 nach Chips und in der ersten halben Stunde gab es kaum einen Flop zu sehen. Der erste Showdown war dann auch gleich der letzte. Micka raiste auf 40.000, Fee erhöhte auf insgesamt 105.000, Micka machte daraus 300.000, Fee ein All-in und Micka den Call. Es folgte der Coinflip zwischen Pocket-Vieren von Micka und :As:Th von Fee. Bis zum Turn (:Ks:7c:Qc:8h) hielt das Paar Vieren, aber auch diesmal kam das As auf dem River und Ryan Fee streckte jubelnd die Arme hoch, als er begriffen hatte, dass er der Champion von San Jose ist. Runner-up Joel Micka, der bei PokerStars vor allem High Stakes Heads-up spielt, musste sich letztlich mit $148.993 trösten.

Das Ergebnis:

Buy-in:  $3,500
Teilnehmer:  219
Gesamtpreispool: $977.000
Bezahlte Plätze: 24

1. Ryan Fee - Philadelphia, PA (USA) - $285,773
2. Joel Micka - Mill Creek, WA (USA) - $148,993
3. Brent Sheirbon - The Dalles, OR (USA) - $109,913
4. Jesus Bertoli - Margarita (Venezuela) - $80,603
5. Andrew Chen - Mississauga, ON (Kanada)- $61,063
6. Jeff Patronack - Hugo, MN (USA) - $43,965
7. Claus Rasmussen - Roskilde (Dänemark) - $34,195
8. Maria Stern - San Jose (Costa Rica)- $24,425

   

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