Bis auf wenige Ausnahmen war in dieser Woche die komplette US-Amerikanische Pokerelite zum $10.000 Main Event der WPT Doyle Brunson Five Diamond World Poker Classic angetreten. Namensgeber und Pokerlegende Doyle Brunson selbst hatte es bis in den vierten Turniertag geschafft und schloss letztlich auf Rang 18 ab. Insgesamt war die Payout-Struktur allerdings etwas seltsam, denn bei insgesamt 438 Teilnehmern wurden 100 Plätze bezahlt. Bei unter 400 Spielern wären es nur 50 bezahlte Plätze gewesen.
Auf den neuen Champion wartete immerhin die stolze Summe von $870.124 und beste Chancen hatte Team PokerStars Pro Vanessa Rousso, die in der vergangenen Nacht als Chipleader an den sechsköpfigen Finaltisch ging. Nach ihren Teamkolleginnen Vanessa Selbst (NAPT Mohegan Sun und Partouche Poker Tour) und Liv Boeree (EPT San Remo) wollte sie natürlich unbedingt als drittes weibliches Mitglied vom Team PokerStars Pro einen Major-Titel im Jahr 2010 einfahren. Die Konkurrenz hatte es allerdings in sich, denn mit John Racener, Andrew Robl, Kirk Morrison, Antonio Esfandiari sowie Ted Lawson hatten weitere fünf Schwergewichte der Pokerszene den Final Table erreicht.
Doch es ging sehr gut los für Vanessa Rousso. Sie raiste in der zweiten Hand auf 125.000, Shortstack Ted Lawson pushte für 615.000 mit 9♣9♠ All-in und die US-Amerikanerin callte insta mit Q♣Q♥. Lawson floppte dann zwar die 9♦, aber gleich am Turn schlug die Q♠ ein und Vanessa baute die Führung auf 6,5 Millionen aus.
Über zwei Levels hatte Vanessa den Tisch sehr gut im Griff, führte mit 7,3 Millionen deutlich vor John Racener (3,8), doch bei Blinds in Höhe von 40.000/80.000 (Ante: 10.000) folgte der erste Rückschlag. Andrew Robl hatte den Pot vom Cut-off eröffnet, Vanessa reraiste auf 440.000 vom Small Blind und Robl callte für den T♣6♦4♦-Flop. Sie überlegte kurz, ging All-in und Robl callte mit A♦8♦ für den Nutflushdraw mit seinen restlichen 1,52 Millionen. Vanessa zeigte 9♦9♠, doch gleich am Turn kam der K♦ und Robl war wieder im Geschäft.
Vier Hände später verlor Vanessa weitere Chips an Robl und gab erstmals im Finale die Führung ab, während Robl vom Shortstack zum Chipleader aufstieg. Der nahm dann auch noch Kirk Morrison vom Tisch und knackte die Marke von acht Millionen in Chips. Nachdem Antonio Esfandiari sich dann die letzten eine Million Chips von Racener geschnappt hatte sahen die Chipcounts wie folgt aus:
Andrew Robl - 9.205.000
Antonio Esfandiari - 5.660.000
Vanessa Rousso - 2.790.000
Bei Blinds in Höhe von 50.000/100.000 (Ante: 10.000) war Vanessa damit unter Druck und verlor gleich weitere 600.000 Chips an Esfandiari. Der Team PokerStars Pro rutschte im nächsten Level sogar unter die Marke von zwei Millionen, ehe es in Hand #76 erstmals richtig dramatisch wurde.
Esfandiari hatte den Button gefoldet, Vanessa fand A-Q im Small Blind und pushte All-in. Robl callte sofort mit A-K, doch der Flop wurde mit Q♠T♥8♥ gedealt - Führung für Vanessa. Am Turn legte der Dealer dann aber den K♠, Robl lag wieder vorn und Vanessa stand vor dem Aus. Als dann aber am River die Q♥ gedealt wurde rastete die Ecke von Vanessa förmlich aus und alles war wieder offen im Titelrennen.
Danach gab es einen offenen Schlagabtausch, der an Spannung kaum zu überbieten war und die Führung wechselte mehrfach. Zunächst schnappte sich Esfandiari die Pole-Position, gab diese wieder an Robl, der dann aber in Hand #85 auf einem T♥9♥2♣7♦-Board das All-in von Vanessa callte und mit T♠5♠ gegen Q♠T♣ ein Kicker-Problem hatte. Nach der Q♦ am River übernahm Vanessa mit 7.355.000 nach langer Zeit wieder die Spitzenposition und es ging in Level 30 (80.000/160.000, Ante: 15.000).
Esfandiari rutschte sogar ab auf 10 Big Blinds, holte dann aber auf und verdoppelte gegen Vanessa mit K♥9♥ gegen K♣8♣ wieder auf über fünf Millionen. Für Vanessa lief danach nicht mehr fiel zusammen und in Hand #123 fiel die nächste große Entscheidung, als sie vom Button für 1,95 Millionen (knapp 10 Big Blinds) All-in schob und Esfandiari mit A♣Q♠ vom Big Blind callte. Vanessa war mit Q♥2♥ in großen Schwierigkeiten und verfehlte das 7♦6♥5♣3♠8♠-Board komplett. Rang drei brachte Vanessa Rousso ein Schmerz linderndes Preisgeld in Höhe von $358.964 ein, was ausreicht um ihr Gesamtpreisgeld im Turnierzirkus auf über $3 Millionen auszubauen.
Heads-up lagen Robl und Esfandiari fast gleichauf und so dauerte es noch fast 50 Hände lang, ehe die Entscheidung um den Titel gefallen war. Mittlerweile hatte sich The Magican eine 2 zu 1 Führung erspielt, raiste bei Blinds 200K/400K auf 800.000 und callte zügig den Push von Robl mit gut 6,2 Millionen in Chips. Esfandiari lag knapp vorn mit K♣J♦ gegen Q♦T♣ und das letzte Board wurde mit A♦K♦6♦6♣5♠ gedealt. Der WPT-Titel und $870.124 gingen also an Antonio Esfandiari, Andrew Robl blieben für Rang zwei $549.003 Preisgeld.








