Es gibt Einladungen, die kann man einfach nicht ausschlagen. Dies galt in dieser Woche für 49 Top-Stars der Pokerszene, die von PokerStars.net zum $25.000 Invitational Bounty Shootout in Rahmen der NAPT Venetian eingeladen wurden, denn bei diesem einzigartigen High-Roller-Event ging es nicht nur um eine Siegprämie in Höhe von $460.000. Auf jeden Spieler war ein Kopfgeld in Höhe von $5.000 ausgesetzt und auf den erfolgreichsten Bountyhunter wartete eine Bonusprämie von $100.000, was diesem Wettstreit natürlich die nötige Würze verlieh. Zusätzlich wurde das Spektakel auch noch von 441 Productions für den Sportsender ESPN2 gefilmt. Wie gesagt, es gibt Einladungen, die kann man einfach nicht ausschlagen.
In der vergangenen Nacht traten die sieben Spieler, die ihren Tisch in der Vorrunde am Dienstag gewinnen konnten, zum großen Showdown im Finale an. Jeder von ihnen hatte bereits $75.000 sicher und dazu kamen ja noch die Bounties aus dem ersten Heat.
Eine ungewöhnliche Vorbereitung absolvierte Ashton Griffin, der sich am Ruhetag keinen Schlaf gönnte und auch in der Nacht vor dem Finale auf ein Nickerchen verzichtete. Das Risiko nicht rechtzeitig wieder aufzuwachen war zu groß. Stattdessen öffnete er ein paar Tische im Internet und spielte bis kurz vor dem Start Onlinepoker. So mussten also die Pausen am Finaltisch für das ein oder andere Powernap herhalten, wie zum Beispiel nach Level 4, als sich Griffin auf eine Reihe Stühle legte und der Turnierdirektor zu Beginn von Level 5 über Lautsprecher in die Runde fragte:
„Anybody wanna tap Ashton and wake him up?"
Zu diesem Zeitpunkt waren noch sechs Spieler mit von der Partie. Lediglich Team PokerStars Pro Peter Eastgate hatte sich in Level 3 verabschiedet. Bei Blinds in Höhe von 1.000/2.000 (Ante: 300), waren ihm nur noch 50.000 seiner ehemals 150.000 Chips geblieben und er pushte, nach einem Raise von Faraz Jaka, mit 8♣8♦ All-in. Dahinter pushte auch Steven Seiver All-in, Jaka foldete und Eastgate verlor gegen Pocketjacks. Für Seiver war es das siebte Kopfgeld, da er seinen Vorrundentisch im Alleingang abgeräumt hatte. Er eliminierte dann auch noch Jaka auf Rang fünf, ehe er selbst auf Platz vier die Segel streichen musste. Der $100.000 Bonus als erfolgreichster Kopfgeldjäger war ihm allerdings nicht mehr zu nehmen und unterm Strich standen $215.000 zu Buche.
Die $5.000 für den Bust-out von Seiver gingen an Hoyt Corkins, der damit auch zu Ashton Griffin aufschließen konnte. Denn trotz der Müdigkeit hatte Griffin, unter anderem durch die Eliminierung von Brett Richey (6. Platz), früh die Führung im Chipcount übernommen. Zu dritt wurde es allerdings richtig spannend, denn bei Blinds in Höhe von 3.000/6.000 (Ante: 1.000) lag Griffin (433.000) nur knapp vor Corkins (402.500) und auch Joe Cassidy hatte mit 214.500 genügend Monition zur Verfügung.
Aber Cassidy musste sich dann doch auf Rang drei beugen. Seine letzten 89.000 shippte er mit A♦2♦ in den Pot, Griffin callte vom Big Blind mit A♠9♦ und das Board wurde mit J♥9♥7♠3♣6♦ gedealt.
Das Heads-up dauerte nur zwei Hände lang. In der entscheidenden raiste Corkins auf 18.000, Griffin callte und der Flop wurde mit 9♠5♦4♠ gedealt. Griffin setzte 32.000, Corkins erhöhte auf 100.000 und wurde daraufhin All-in gesetzt. Corkins, der sich zuvor immer viel Zeit für seine Entscheidungen genommen hatte, callte zügig mit 9♥3♥ für Toppair. Griffin zeigte 9♦8♦ für Toppair mit besserem Kicker und die 7♥ am Turn und der J♣ am River machten seinen Triumph perfekt.
Während sich Hoyt Corkins mit $100.000 ($75.000 Preisgeld plus $25.000 für Bounties) zufrieden geben musste, war Ashton Griffin der müde, aber strahlende Sieger und räumte satte $490.000 ($460.000 Siegprämie plus $30.000 für Bounties) und den NAPT $25.000 Bounty Shootout Titel ab.








