Mein Leben als Team PokerStars Online Pro - von Nichoel Peppe

teampokerstarsonlinelogo.PNGvon Nichoel Peppe (NicP)

Im Lauf meiner bisherigen Pokerkarriere von etwas über fünf Jahren war ich eigentlich immer eine Live-Cashgame-Spielerin. Ich habe zwar gelegentlich auch online gespielt, aber mich nie ernsthaft mit dem Gedanken beschäftigt, damit mein Geld zu verdienen - mir ging es dabei immer um den Spaß und die Freude am Spiel. Denn das Beste am Pokern und (nach meiner eigenen bescheidenen Meinung) auch das Beste an meinem Spiel ist die Fähigkeit, die Gegner zu "lesen" und herauszufinden, was er oder sie auf der Hand hat.

Optische Hinweise und "Tells" sind für mein Spiel unglaublich wichtig. Ich passe immer ganz genau auf, was am Tisch passiert ... und darum fühle ich mich online auch nicht so richtig wohl. An den Onlinetischen scheint es mehr um Statistiken und die Mathematik des Pokerns zu gehen - was natürlich ein wichtiger Teil jedes Pokerspiels ist, aber auch etwas, um das ich mich normalerweise nie bewusst gekümmert habe. Online geht es ständig um "positiven EV" hier und "Nit" da und "Contibet" dort und "Lmfao" ... es ist einfach eine ganz andere Welt, selbst für jemanden wie mich, der seit vielen Jahren Poker spielt.

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Wenn ich also vor meinem ersten Monat als Team PokerStars Online-Mitglied behauptet hätte, ich sei "ein klein wenig nervös", wäre das die Untertreibung des Jahrhunderts gewesen ... Dazu kamen auch noch Hunderte von Fragen, die eigentlich immer nur auf eines hinausliefen: "Wenn du eine Live-Spielerin bist, wie kommst du dann ins Team Online?" Und ich konnte darauf immer nur eine Antwort geben: "Ich habe mich im Oktober beworben - und jetzt bin ich dabei!"

Wenn ich ernsthaft darüber nachdenke, ist die Frage natürlich berechtigt. Warum ich? Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Leistungen beim WSOP Main Event 2009 eine wichtige Rolle gespielt haben - vor allem, weil ESPN mir viel Sendezeit widmete und ich so die ganze Zeit über den Fernsehzuschauern das PokerStars-Logo präsentierte. Außerdem habe ich nicht nur während der letzten fünf Jahre vom Pokern gelebt, sondern auch noch drei der fünf Jahre die 5/10 No Limit Hold'em-Tische im Bicycle Casino in Los Angeles geleitet. Im Grunde haben meine Mitgliedschaft im Team Online und mein Job im Bike ziemlich viel miteinander gemein - in beiden Fällen bekam/bekomme ich ein Gehalt dafür, dass ich über eine bestimmte Anzahl von Stunden an einem bestimmten Pokertisch sitze und spiele.

Also stellt sich die nächste Frage: "Und wie läuft's so?" Zurzeit kann ich darauf nur antworten: "Aye-Ya." Alle amerikanischen Live-Spieler kennen den Ausdruck und wissen, was er bedeutet: Es läuft nicht allzu gut ... schade, aber nicht zu ändern. Der Monat begann eigentlich ganz gut und verlief zunächst auch völlig normal, doch dann kam eine Woche, die zu den schlechtesten gehörte, die ich je im Poker erlebt habe. Keines meiner Blätter hielt und egal, was ich versuchte, alles ging schief - bei jedem All-in wanderte der Stack in die andere Richtung. Wochen wie diese sorgen dafür, dass man sich fragt, was man eigentlich in diesem Job zu suchen hat. Und dann, von einem Tag auf den anderen ... trifft man wieder die richtigen Karten, macht die richtigen Moves, gewinnt seine All-ins und die Sonne scheint wieder. Auf die Zukunft!

Bis dahin wünsche ich euch viel Glück an den Tischen. Wir sehen uns!

Wer sich über meine aktuelle Tagesform informieren will, findet mich auf PokerStars.com unter dem Namen "NicP" oder auf Facebook unter "Nichoel Peppe".